So bunt ist Jülich: Beim ersten Christopher Street Day (CSD) der Herzogstadt kamen um die 100 Menschen zusammen, um Vielfältigkeit und Queerness zu feiern. Vom Kulturbahnhof über das Neue Rathaus zog die Parade voll Menschen, die mal mehr und mal weniger expressiv Flagge und – vor allem – sich selbst zeigten. Dabei ließen sie sich auch von brütender Hitze nicht abhalten.
Bei der Ankunft am Marktplatz gab es neben der wohlverdienten Abkühlung am Wasserspiel Infostände, aber auch Reden von Personen, die am CSD teilnahmen. Darunter das Ansprechen allgemeiner Probleme, wie die aktuellen anhaltenden Bedrohungen queerer Menschen und der Wichtigkeit, Flagge zu zeigen und Respekt einzufordern. Aber die Rede war auch von konkreten Themen. Hierunter der Erfahrungsbericht, dass trotz der offiziellen Eintragung als „divers“ oder „ohne Geschlechtseintrag“ dies im Kontakt mit Behörden vielfach keine Beachtung fände. Es wurde in diesem Kontext gefordert, intern die Umsetzung geltender Rechtsprechung zu überprüfen. Deutlich wurde auf dem Markt, dass der Jülicher CSD Wellen in die Region schlug: Vor Ort waren Menschen und Initiativen aus Aachen, Mönchengladbach, Heinsberg und vielen weiteren Städten aus der Umgebung. Noch während des Umzugs zeigte übrigens auch Bäckerei Moss Solidarität – sie verteilten bunte Streuselbrötchen an die Teilnehmenden.
Für die Stadt und stellvertretend für den Bürgermeister sprach Gleichstellungsbeauftragte Jessica Fischer in einer Zwischenkundgebung davon, dass erste Male Mut bedeuteten. Alle, die anwesend seien und jene, die die Organisation übernahmen, hätten diesen Mut gezeigt. Es gäbe außerdem nicht „das eine Normal“, sondern unterschiedliche Geschichten und Vielfältigkeit seien die Norm. Und schließlich: Hass und Ausgrenzung hätten in Jülich keinen Platz.
Der Termin für den Christopher Street Day 2027 steht auch schon: Im kommenden Jahr soll die Veranstaltung am 5. Juni stattfinden.
Zur Galerie für App-Nutzende: https://www.herzog-magazin.de/galerie/galerie-2026/queer-gelaufen/
Fotos: Oliver Garitz, Volker Goebels, Ariane Schenk






















































