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Unterschriftenliste übergeben

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Foto: privat
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„Rettet die Villa Buth – ein Gedenkort, der vor dem Abriss bewahrt werden muss“ lautet der Titel der Online-Petition, die Jennifer Riemek initiiert hat. Rund 1400 Unterschriften waren es, die jüngst dem Baudezernenten und technischen Beigeordneten der Stadt Jülich, Martin Schulz, von einer Delegation der Unterstützervereine übergeben wurde. Ziel ist es, dem unbedingten Willen, die Villa als Erinnerungsort der Greueltaten im Nationalsozialismus zu erhalten. Die Industriellenvilla war ein so genanntes „Jugendhaus“. Rund 150 Menschen jüdischen Glaubens waren in Kirchberg inhaftiert, ehe sie in Konzentrationslager deportiert wurden.

Derzeit ist die Villa Buth in der Denkmalliste als schützenswerte eingestuft, weil sie als beispielhaft für eine Fabrikantenvilla Anfang des 20. Jahrhunderts gilt. In einem Bürgerantrag war bereits im Februar gefordert worden, dass das Gebäude auch als Erinnerungsort an die Verbrechen und Opfer des NS-Regimes eingetragen werden solle.

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„Die Zeitzeugen werden immer weniger. Daher ist es so wichtig, einen erfahrbaren Erinnerungsort zu schaffen“, hatte Heinz Spelthahn, Vorsitzender der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V. in einem offenen Brief an Ministerpräsident Wüst formuliert und ihn aufgefordert, sich in diesem Sinne für den Erhalt der Villa Buth einzusetzen.

Bei der Übergabe wurde Martin Schulz auch eine Collage übergeben aus Unterlagen und Fotos der Linnicherin Doris Coopman, die als 18-Jährige mit ihrer Familie 1941 in der Villa Buth untergebracht wurde, ehe sie nach Izbica deportiert und am 8. Mai 1945 für tot erklärt worden war.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates wurde der Verfahrensstadt zur „Villa Buth“ mitgeteilt. Aktuell steht die finale Entscheidung über den weiteren Fortgang aus. Wie der Petitionsausschuss im Landtag in nicht-öffentlicher Sitzung entschieden hat, ist noch unklar.


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