Start Stadtteile Jülich Historie mit einer Prise Krimi

Historie mit einer Prise Krimi

Gemütlich hergerichtet ist der sonst etwas nüchterne Seminarraum der VHS Jülich. Vorbereitung auf die Lesung mit Susanne Goga.

0
0
TEILEN
Susanne Goga. Foto: Andrea Eßer
- Anzeige -

Ein Bibliothekshintergrund ist aufgebaut, eine hübsche Lampe beleuchtet die Szene, während sich die Plätze langsam füllen. Gut besucht ist die Lesung am dunklen und verregneten Abend, fröhliche Gespräche sind von den kleinen Gruppentischen zu hören. Dann wird das Licht gedämmt und das Gemurmel weicht einer gespannten Stille. Claudia Schotte, Leiterin der betreffenden Abteilung der VHS begrüßt die Gäste und stellt Susanne Goga, die Autorin, kurz vor. Dabei ist diese in Jülich keine Unbekannte, bereits mehrere Male war sie für Lesungen vor Ort. „Und im März bin ich dann ja auch wieder hier für mein neues Buch.“, schmunzelt Susanne Goga. „Das ist schon fast eine Tradition.“

Zum ersten Mal spielt eines ihrer Bücher in der Gegend. Schauplätze sind München-Gladbach und Düsseldorf. Die Schreibweise entspricht dabei der Zeit um 1919 in der Gogas Romane meist spielen. Es geht in „Die wilden Jahre“, um eine Familien- und gleichzeitig auch eine Kriminalgeschichte. Rheinland 1919, die Geschwister Thora und Hannes Bernrath entstammen einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie aus München-Gladbach und stehen einander sehr nah. Sie leben in bewegten Zeiten von Krieg, Revolution und Besatzung. Thora nutzt die neue aufregende Zeit, um ein Schauspielstudium in Düsseldorf zu beginnen, während Hannes, der eigentlich Architektur studieren wollte, nach seiner Rückkehr von der Front orientierungslos ist. Eines Tages wird Hannes wegen Mordverdachts verhaftet, schweigt aber beharrlich. Im Zimmer ihres Bruders findet Thora einen Gedichtband von Eichendorff, in dem die Worte „Adler“ und „Vulkan“ markiert sind. Sie begibt sich auf die Suche nach dem Rätsel, das sich dahinter verbirgt. Und erfährt vom geheimen Leben ihres Bruders. Thora begreift, dass sie mit allen Mitteln darum kämpfen muss, ihn aus dem Gefängnis zu befreien.

- Anzeige -

Der Ton der Geschichte ist getragen, etwas melancholisch, nachdenklich. Die Autorin benutzt eine ausgereifte, „schöne“ Sprache und folgt in erster Linie der Schwester und ihrer Gefühlswelt. Man spürt die Zerrissenheit der Menschen und das Gefühl, das den Menschen das Leben durch den Krieg entglitten ist. Mangel und Beschränkungen sind überall zu spüren. Die Textauswahl ist stimmig, die Autorin ergänzt zwischen den Textstücken historische Fakten und hat auch eine Auswahl Zeitdokumente dabei. Hierdurch wird die Geschichte noch greifbarer und interessanter.

Das Buch „Die wilden Jahre“ ist für alle, die gerne historische Romane mit einer Prise Kriminalgeschichte lesen und sich für Deutsche (Regional-)Geschichte interessieren. „Meine Bücher sind immer historisch, manchmal kriminell“, so Susanne Goga auf ihrer Webseite. Die Lesung zu ihrem nächsten Buch, einer Reihenfortsetzung, findet am 24.03.2026 ebenfalls bei der VHS Jülich statt.

BUCHINFORMATION
Susanne Goga: Die wilden Jahre |448 Seiten | Heyne Verlag 2025 | ISBN 978-3-453-42965-9 | 13 Euro

TEILEN
Vorheriger ArtikelGeburtsmediziner ausgezeichnet
Nächster ArtikelGemeinsam feiern, weiter wachsen
Andrea Eßer
In Jülich geboren und dann nach der Schule ab in den Süden zum Studium der Wortjonglage. Nach einer abwechslungsreichen Lehrzeit mit den Prominenten dieser Welt, überwog das Heimweh nach dem schönen Rheinland und Jülich im Speziellen. Deckname Lottofee, liebt ihre Familie, Süßigkeiten, Kaffee, alles Geschriebene und Torsten Sträter. Anfällig für sämtliche Suchtmittel (nur die legalen natürlich). Hat schon mal eine Ehrenurkunde gewonnen und ihre erste Zeitung bereits mit zehn Jahren herausgegeben. Hauptberuflich strenger Händchenhalter eines Haufens vornehmlich junger Männer. Der Tag hat notorisch zu wenige Stunden für alle Pläne und kreativen Vorhaben, die meiste Zeit etwas verwirrt.

§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here