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Mehr als eine Fluchtgeschichte

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Foto: Verlag
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„Der Krieg hatte uns alles genommen. Wenn wir blieben, würde er uns irgendwann das Leben nehmen.“
Wie sollte man mit diesem Gedanken ruhig in seinem Heimatland bleiben? Kann man nicht – deshalb flohen Mo Khomassi und seine Familie 1989 aus dem Libanon, in dem schon seit 1975 ein brutaler Bürgerkrieg herrschte, nach Deutschland.

Nach den traumatischen Erfahrungen vom Leben im Bunker, immer voller Angst vor dem nächsten Beschuss und dem Geruch von Rauch und Schweiß in der Luft, blitzt endlich ein Funken Hoffnung auf: die Flucht. Seine Mutter, zwei seiner Geschwister und er selbst fliehen zuerst, sein Vater soll mit dem Rest seiner Geschwister nachkommen.

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Die getrennte Familie hat Glück im Unglück, denn sie treffen auf viele Menschen, die ihnen auf ihrem beschwerlichen Weg zur Hilfe kommen. Ob es eine Frau in West-Berlin ist, die sie zeitweise aufnimmt, die Feuerwehr in Jülich, die sie mit einem Zimmer und Essen versorgt, oder Khomassis Lehrerin, die sein Talent erkennt und ihn fördert, sie alle spielen eine wesentliche Rolle auf dem Weg der Familie.

Es ist eine kurze, schnell lesbare Geschichte, und trotzdem schafft Khomassi es, den Leser auf seiner Reise mitzunehmen. Er beschreibt seine Erlebnisse mit allen Sinnen: Was er hörte, was er sah, was er roch. Der Leser kann sich so, so gut es geht, wenn man solche grausamen Ereignisse selbst nicht durchleben musste, in die Situationen hineinfühlen.

Zudem schafft er mit seinem Buch ein Bewusstsein dafür, dass nicht nur die Menschen, die in ein anderes Land fliehen, dafür verantwortlich sind, sich dort zu integrieren. Auch die Einheimischen können ihren Weg beeinflussen. Sie können ihnen mit Offenheit, Nächstenliebe und Verständnis ein großes Stück entgegenkommen und ihnen helfen, Teil der Gemeinschaft zu werden. Denn „wir können dieses Land bereichern – wenn man uns lässt“, wie Khomassi in seinem Buch klarstellt.

BUCHINFORMATION
Mo Khomassi: Ein Leben zwischen zwei Welten | 48 Seiten mit zahlreichen Abb. | Eigenverlag | per Spende beim Verfasser erhältlich

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Schon während ihres Studiums sammelt sie praktische Erfahrungen in der Medienwelt - zunächst beim Radio, jetzt beim HERZOG. Mit ihrer neugierigen Art hinterfragt sie gerne und sucht nach neuen Perspektiven. In ihrer Freizeit zieht es sie zum Wasser: Sie liebt das Meer und seine Tierwelt und schwimmt leidenschaftlich gern.

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