Was ist eigentlich ein Held? So genau weiß Andreas, genannt Andi, das auch nicht. Aber für seine Clique scheint er genau das zu sein: ein Held. Ganze Sommernächte verbringt er am Baggersee, umringt von den Jungs und Mädchen aus der Schule, und erzählt Geschichten. Immer mit dabei ist sein bester Kumpel Jay. Klar, dass die beiden nach dem ersehnten Abi ihren Traum wahr werden lassen und zusammen in die USA aufbrechen. Nur kommt es dann doch nicht so weit. Andi bleibt auf seinen zerbrochenen Träumen sitzen und versucht – mehr schlecht als recht – seinen Platz im Leben zu finden. Mit „heldenlos“ legt Maak Flatten ein lesenswertes Buch über Freundschaft, Enttäuschung, Träume und irgendwie gleich das „Leben an sich“ vor. Besonders charmant für die Jülicher Leserschaft ist das Wiedererkennen bekannter Orte von Pizzerien über Kneipen hin zu jenem Baggersee, an dem die Jugendlichen so viel Zeit verbringen. Der eine oder andere wird auch Bekannte antreffen und leise schmunzeln, wenn etwa von einem gewissen Udo Wolf die Rede ist, der als Sänger einer Band und auch im Karneval lokale Berühmtheit erlangt hat.
Schön auch, wie Flatten seinen Helden Andi anhand von Songtiteln sich an Ereignisse erinnern lässt. Und besonders bemerkenswert ist der mehr als dreieinhalb Seiten lange Satz, der die geplante Reiseroute der Freunde durch die USA beschreibt – Filme, Bücher, Kunstwerke und natürlich Musik hätten bestimmen sollen, wo es hingeht. Unbedingte Leseempfehlung, nicht nur für Jülicherinnen und Jülicher. Und wer oder was nun einen Helden ausmacht, möge am Ende jeder für sich selbst entscheiden.
Britta Sylvester
BUCHINFORMATION
Maak Flatten: heldenlos | Rote Katze Verlag | 295 Seiten | ISBN 978-3-910563-46-9 | 22 Euro



















