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Auszeichnung für einen, der nicht wegguckt

Landrat Wolfgang Spelthahn übergibt Joachim Ecker das Bundesverdienstkreuz

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Landrat Wolfgang Spelthahn hat im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz an Joachim Ecker übergeben und freut sich mit dem Ausgezeichneten. Foto: Kreis Düren
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Normalerweise trägt er kein Sakko, aber für den Abend müsse es ja etwas Besonders sein und außerdem müsse das Verdienstkreuz ja irgendwo angesteckt werden, erklärt Joachim „Jo“ Ecker. Für sein Engagement gegen Rechtsextremismus und für Toleranz wurde der Dürener bereits im vergangenen Jahr vom Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Übergeben wurde die höchste Auszeichnung in Deutschland nun von Landrat Wolfgang Spelthahn im Foyer des Dürener Rathauses.

„Die Anforderungen, diese Anerkennung zugesprochen zu bekommen, sind im Laufe der Zeit strenger geworden“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Dies verdeutliche den Stellenwert. „Der Bundespräsident hat gut entschieden“, lobte auch Dürens Bürgermeister Frank Peter Ullrich. Es ist die erste feierliche Verleihung seit der Coronapandemie, so hatte Ecker es sich auch gewünscht und die längere Wartezeit für die Übergabe gerne in Kauf genommen. „Ich freue mich, dass der Landrat mir die Auszeichnung hier vor Freunden und Bekannten übergibt“, sagt Ecker. Joachim Ecker schafft auch an diesem Abend wieder, was er seit rund 20 Jahren verfolgt: Öffentlichkeit für seine Initiative herzustellen, für sein Engagement, seinen Kampf gegen Rechtsextremismus. „Er stellt die Sache in den Mittelpunkt und nicht sich selbst“, erklärt der Landrat. So auch an diesem Abend: Statt Eigenlob dankt er ausführlich seinen Wegbegleitern für die Unterstützung.

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Der Schlüsselmoment für Joachim Ecker war 2001 bei einem Fußballspiel der von ihm betreuten C-Jugend in Düren. Hier erlebte er rassistische Beleidigungen und Pöbeleien gegen seine Spieler. Er schaute nicht weg. Für ihn bedeutete diese Erfahrung den Beginn seines entschlossenen gesellschaftlichen Engagements für mehr Zivilcourage, für Toleranz und gegen Rechtradikalismus. Er gründete die Initiative „Fußballvereine gegen Rechts“, dessen Grundidee es ist, den Respekt und das friedliche Miteinander auf Fußballplätzen zu stärken und auf die Gesellschaft zu übertragen. „Es ist wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt, die mahnen und nicht wegschauen“, sagt der Landrat. 2008 wurde die Initiative vom DFB mit dem renommierten Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet. Daran erinnert bei der Verleihung der Präsident des Fußballverbandes Mittelrhein, Bernd Neuendorf, der ebenfalls ein paar rühmende Worte sagte.

Seit 13 Jahren engagiert Joachim Ecker sich mit seiner Kampagne „4 Schrauben für Zivilcourage“, die immer mehr Zuspruch bundesweit erhält. Dabei werden interessierten Vereinen kostenlos Schilder mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus und Gewalt!“ zur Verfügung gestellt. Auf seinen Wunsch hin wurde zudem an dem Abend auch die „Bank gegen Ausgrenzung“ durch das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus vorgestellt, das er gemeinsam mit anderen Vereinen 2006 gründete. In jeder Kommune des Kreises wird diese Bank stehen, acht weitere werden an Schulen platziert. Die Bank hat einen fehlenden Sitzplatz auf der rechten Seite. Dies symbolisiert, dass Ausgrenzung keinen Platz findet. Die Bänke werden von der Lebenshilfe Heinsberg in Kleinserie produziert.


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