Dieter Scheidt war seiner Scholle tief verwurzelt. Geboren wurde er zwar in Bonn-Beuel, kam aber schon als Dreijähriger ins Jülicher Land. Nach dem ersten Wohnort Stetternich wuchs er in Ameln als Sohn des Geschäftsführers der ortsansässigen Getreidebrauerei auf. War sein junges Leben zunächst von häufigen Wohnort- und Schulwechseln geprägt, begann Dieter Scheidt nach dem Medizinstudium Mitte der 1960er-Jahre, sein Engagement für die Gesundheit der Menschen im Jülicher Land einzubringen.
Schon zu diesem Zeitpunkt zeigt die Fülle der Aufgaben, dass er sich in der selbstgestellten Aufgabe nicht schonte: Er war nicht nur der Stadtbeauftragte und Diözesanleiter im Bistum Aachen für den Malteser Hilfsdienst, sondern in dieser Eigenschaft gehörte er auch zu den „Vätern“ des Rettungsdienstes im Altkreis Jülich. Dieser wurde unter seiner Mitwirkung aufgebaut. Selbstverständlich war er hier nicht nur als Planer am Schreibtisch, sondern auch als Bereitschaftsarzt im Einsatz. Zur selben Zeit trat er im Jülicher Krankenhaus seine Stelle als Assistenzarzt an, und in der logischen Folge wurde er am selben Haus Facharzt für Chirurgie und Oberarzt. Den Chefsessel besetzte Dr. Dieter Scheidt ab 1979. Die letzten Berufsjahre von 1991 bis Anfang der 2000er-Jahre verbrachte er in einer Gemeinschaftspraxis mit seinem Kollegen Horst Kommnick im Ärztehaus an der Rur.
Obschon man meinen könnte, dass das Berufsleben Dr. Dieter Scheidt bereits sehr auslastete, brachte sich der Arzt aus Überzeugung auch ehrenamtlich mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten ein. Ein wichtiger Baustein hierfür war seine christliche Überzeugung und Verankerung im katholischen Glauben. So war er mehrfach Begleiter und Mitorganisator von Pilgertouren nach Rom und Lourdes für Menschen mit Behinderungen und stellte die medizinische Betreuung von Pilgern in Međugorje, Bosnien-Herzegowina. Nach dem Ende der Diktatur Ceaușescus in Rumänien 1989 organisierte er über Weihnachten eine Blutspendeaktion und veranlasste die Lieferung der Blutkonserven in das Land am schwarzen Meer. In den Folgejahren gingen auf seine Initiative hin über den Malteser Hilfsdienst auch viele Hilfstransporte dorthin.
Soziales Engagement lebte Dieter Scheidt ebenso zunächst als Mitglied des Dürener Rotary Clubs aus, 2013 war er Mitbegründer des Rotary Clubs Herzogtum Jülich. Nach seiner Pensionierung weitete er hier seine Aktivitäten aus und organisierte unter anderem mehrfach die Weihnachtsbaumaktion und das Projekt „Ein Licht für Jülich“ des Clubs in Kooperation mit dem Verein Kleine Hände mit. Aktives Mitglied war Dieter Scheidt auch bei den St.-Antonii- und St.-Sebastiani-Armbrustschützen. Hier konnte er seinen Glauben mit Engagement verbinden. Für sein vielfältiges Engagement ehrte die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus Dieter Scheidt 2009 mit dem Hexenturmorden.
Dieter Scheidt war ein Sonntagskind. Besondere Unterstützung seines beruflichen Erfolgs erfuhr er durch seine Familie, allen voran Ehefrau Gudrun. Das Paar hätte in diesem Jahr seinen 60. Hochzeitstag gefeiert. Zwei Töchter und ein Sohn sowie vier Enkelkinder vervollständigen die Familie.
Krankheitsbedingt hatte sich Dr. Dieter Scheidt 2021 aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen. Rege und diskussionsfreudig nahm er bis zuletzt Anteil am gesellschaftlichen und politischen Geschehen.
Die Exequien werden am kommenden Mittwoch, 25. März, um 11.30 Uhr in der Propsteikirche begangen. Wie der Anzeige zu entnehmen ist, wird es keine Beisetzung geben. Als überzeugter Mediziner hat Dr. Dieter Scheidt seinen Körper der Wissenschaft gespendet.



















