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Selbst-Vermarktung

Vielseitig, wandelbar und mutig, das sind Adjektive, die gut zu Ute Werner passen. Die 55-jährige ist vor zehn Jahren nach Jülich gekommen, übernahm das Traditions-Strumpf-Geschäft am Markt und ist heute Vorsitzende der Werbegemeinschaft Jülich. Geplant war nichts davon. Es hat sich mehr „gefügt“. Ein Porträt zum Weltfrauentag.

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Ute Werner, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Jülich. Foto: Dorothée SChenk
Ute Werner, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Jülich. Foto: Dorothée SChenk
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Die überzeugte Herzenskölnerin mit einer Leidenschaft für den 1. FC hat ihre berufliche Laufbahn als Bibliothekarin für wissenschaftliche Bibliotheken in Köln begonnen. Dabei passte sie schon damals nicht in das Klischee „grauer Faltenrock und steifem Blüschen“, sondern spielte gerne mit den modischen Accessoires. Ein Faible, der 20 Jahre später – nach Ehe und Mutterglück, gebautem Haus und späterer Trennung, missglückten Erfahrungen als umgeschulte Versicherungsfachfrau und Mitarbeiterin in einer Werbeagentur – zur Lebensgrundlage werden sollte.

„Mit Mitte 40 hat der Arbeitsmarkt beschlossen, dass ich in nichts mehr reinpasse: Zu alt, zu überqualifiziert, nicht richtig qualifiziert… Da hab ich mir gedacht: Wenn sie Dir keine Stelle geben, musst Du Dir selbst eine bauen.“ Der Start in die Selbständigkeit.

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Direkt eintauchen konnte Ute Werner, die einen eingesessenen Familienbetrieb. Neben den Stammkunden, die sie gerne bedient, ist es ihr gelungen, einen „neuen Spirit“ sichtbar zu machen: Inzwischen gehören zu den Strümpfen auch Hüte, Accessoires und eine Männerkollektion. In der Werbegemeinschaft hat die Vorsitzende nach eigener Aussage übrigens das kleinste Geschäft. Daher wollte sie sich ursprünglich nicht auf den Führungsposten einlassen.

Mit „anderthalb Stellen“ bleibt wenig Luft für Ehrenamt. Es sei denn, man hat ein gutes Vorstands-Team und ist kreativ: In Arbeitskreisen werden die Aktivitäten vorbereitet und über Whattsapp-Gruppen kommuniziert – so ist Ute Werner informiert, aber nicht in alles involviert. Allerdings gibt die Frau mit Woman-Power die Richtung vor: „Ich glaube nicht, dass wir unser Heil ausschließlich in den Stadtfesten finden sollten.“ Innenstadtbelebung ist das Ziel. Ihr schwebt da als ein Beispiel nach Mainzer Vorbild ein Wochenmarkt-Frühstück am Samstag vor.

Und wie findet Ute Werner den privaten Ausgleich, wenn sich ihr Leben nicht um „den Laden“ dreht, sie für die Werbegemeinschaft aktiv ist oder im Team Zukunftsstadt 2013+ sitzt? Lesen ist der Bibliothekarin wichtig, auch „reden finde ich entspannend“ sagt sie schmunzelnd; gerne in einer Runde mit guten Freunden und einer Flasche Rotwein. Kein Wunder, dass „The Voice of Germany“ ebenfalls zum bevorzugten Abend-Programm gehört. Dann allerdings, legt sie am Ende des langen Tages schweigend die Füße hoch – zu denen es sich Hund Ivo bequem macht.


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