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Hildegard Burggräf sagt: „Erkenne deinen Wert und glaube an dich!“

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Hildegard Burggraef. Foto: privat
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Aus eigener Erfahrung weiß Künstlerin Hildegard Burggraef, wie wichtig Wertschätzung ist. Egal ob als Frau im Berufsleben oder als Kunstschaffendein einem freien Markt. Mit ihren jahrelangen Kenntnissen aus der Modebranche hat sie im Jahr 2000 den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.

Die Kirchberger Künstlerin ist aber nicht nur selbst Kunstschaffende, sondern inspiriert mit ihren sprudelnden Ideen und Projekten auch andere Menschen, die sie in ihrer Kreativität unterstützt und künstlerisch anleitet. Besonders wichtig sind ihr dabei Anerkennung, Toleranz und Respekt – auch der Umwelt gegenüber: Die Themen Recycling und Upcycling treiben sie in ihrer Mode-Kunst Fusion zu neuen, kreativen Ideen. Denn auch Respekt vor der Natur ist ein zentrales Thema für sie. Ihr neustes Projekt: „Waldfeen“ – eine fast lebensgroße Bilder-Reihe auf Leinwand in Großformat –sei ihrem innersten Bedürfnis entsprungen. Die Idee habe sie schon lange in sich getragen und während der Corona Pause dann umgesetzt. In dem Bilderzyklus von vier bezaubernden Feen bringt Burggraef die Themen Mensch, Mode und Natur miteinander in Einklang.

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Die ausgebildete Modedesignerin treibt damit ein wichtiges Thema unsere Zeit voran: Neues schaffen aus bereits vorhandenen (Roh)Stoffen. „Bei der Entstehung der Mode – auf den großen Messen – spielten seit jeher auch die großen Weltthemen eine Rolle, die dann in Stoffen und Design umgesetzt würden. Das gebe es schon lange. Gerade findet aber laut der Künstlerin ein Umdenken statt, wo unter anderem das Entwickeln neuer Materialien eine Rolle spielt. „Das findet man auch thematisch in meinen Bildern, dass man zum Beispiel Leder aus Ananas herstellt“, erklärt sie.

„Die Mode ist längst nicht mehr gefordert, sich einem Wettkampf mit rasanten Wechseln von Kollektionen zuliefern“, erklärt Burggraef. Der Übergang sei geschaffen hin zu einem „Slow Movement“. Eine so genannte „Slow Fashion-Bewegung“ habe Einzug gehalten. Es gebe viele Tauschbörsen und junge Firmen legten den Fokus auf Nachhaltigkeit, erklärt sie den Wechsel in einer ganzen Branche. Wie setzt Burggraef das in ihrer Arbeit um? „Ich helfe Menschen, individuelle Kleidung zu entwickeln, getreu dem Motto: „Aus Alt mach Neu. Das ist für mich Wertschätzung – weg vom Konsum, hin zu Kreativität mit eigenen Schnittmustern: In meiner Arbeit mit den Schülern zerschneiden wir eine alte Jeans oder eine Tischdecke und kreieren daraus ein Kostüm oder eine Bluse, eine Jacke“, erklärt sie ihr Konzept des Upcyclings. Dieses gebe unermesslich großen Spielraum für neue Ideen und schöpferische Prozesse – auch im Sinne der Nachhaltigkeit.“ In ihrer eigenen kreativen Nische führt Künstlerin Schnitterstellung und textiles Gestalten zusammen, kombiniert mit Malen und Zeichnen. „Es ist mir sehr wichtig, die Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen“, erklärt sie.

Kommt man in ihr Haus, fühlt man sich wie in einer bunten, inspirierenden Galerie und möchte gleich selbst zum Pinsel greifen. Dass hierbei auch etwas Schönes und persönlich Wertvolles entsteht, dafür sorgt die Künstlerin mit sehr viel Herz und Einfühlsamkeit. Es entstehen Bilder, die von ihren Schülerinnen und Schülern stolz an die Wand gehängt werden. Viele ihrer Kursteilnehmer kommen schon seit Jahren zu ihr und sind gute Bekannte geworden. „Ich möchte Menschen darin unterstützen, einen positiven Weg zu gehen“, so Burggraef. Kunst und Kreativität seien etwas Kraftvolles und Energetisches.

„Die Waldfeen in meinen Bildern beziehen ihre Energien aus der Erde“, erklärt sie ihren Ansatz bei ihrem jüngsten, eigenen Projekt. So zeigt Kleid der „Wickenfee“ schnitttechnische Elemente aus der Pflanzenwelt, der Rock besteht aus vielen gemalten Stoffteilen und spiegelt so die Idee des Upcyclings wieder. Zu dieser Idee entstand das Design für eine Kollektion mit Details aus Poligonen (geometrische Figur) aus Nessel, welches sie gerade entwickelt. Das Bild „die Baumfrau“ symbolisiert die tiefe Verbundenheit mit der Erde und der Natur. Ein auf dem Bild sehr plastisch gestaltetes Wurzelwerk entstand durch aufgeklebte Stoffe. Die „Hüterin des Waldes“ trägt ein Kleid aus changierender Seide, die aus dem Wurzelwerk der Erde zu entspringen scheint. Die „Fee der Nachhaltigkeit“ trägt in ihren Händen Baumwollblüten und Ananas, aus der man Ersatzmaterial für Leder herstellen kann. Diese konstituierenden Bildelemente zeigen die enge Verflechtung der drei Themen Mensch, Mode und Nachhaltigkeit im Sinne des Upcycling-Konzepts von Burggraef. Nachlesen kann man das noch genauer in ihrem eigenen Blog unter burggraef-design.de/blog/.

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Sonja Neukirchen
M.A. Politikwiss./Soziologie (Uni Bonn 1998), Mitglied im Deutschen Fachjournalistenverband DFJV. Geborene Jülicherin, bekennende Rheinländerin. Versucht das Leben deshalb nicht zu ernst zu nehmen. Schreibt gerne von Menschen, Macht und Mäusen.

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