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Sound of KuBa

Im KuBa gab es an diesem Abend geballte Punkpower: Die Band Lowknox, die eigens aus Rheinland-Pfalz – genauer gesagt aus Kaiserslautern – angereist war, teilte sich die Bühne mit Vynter.

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Foto: Oliver Garitz
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Lowknox wurde im Jahr 2009 gegründet. Über mehr als zehn Jahre hinweg spielte die Band in derselben Besetzung, ehe es aus privaten und beruflichen Gründen immer wieder zu Wechseln an der Gitarre kam. An diesem Abend stand die Band erstmals mit ihrem neuen Gitarristen Sergey auf der Bühne. Musikalisch bewegt sich Lowknox im Hardcore-Punk, beschreibt den eigenen Stil jedoch als Punkrock zum Nachdenken. Inhaltlich setzen sich die Songs intensiv mit dem eigenen Selbstverständnis, persönlichen Entwicklungen und vor allem mit Gesellschaftskritik auseinander. Frontsänger Ruben erklärte dazu: „Heutzutage ist es wichtig, dagegenzuhalten. Es ist uns ein großes Anliegen, keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen zu geben.“

Band Lenox. Foto: Oliver Garitz
In ihrer 17-jährigen Bandgeschichte war dieser Abend zugleich der erste Auftritt von Lowknox im KuBa. Anders sah es bei der zweiten Band des Abends aus: Vynter – ausgesprochen wie die vierte Jahreszeit – standen bereits früher, wenn auch unabhängig voneinander, auf der KuBa-Bühne. „Vynter kommt von diesem Planeten“, wie die Band selbst sagt – eine Anspielung darauf, dass die Mitglieder mittlerweile an unterschiedlichen Orten wie Aachen, Köln oder Essen leben. Frontsänger Christian Garcia erläuterte dazu: „Für uns ist es eigentlich gar nicht so relevant, wo man herkommt.“ Musikalisch bewegt sich Vynter ebenfalls im deutschsprachigen Punk-Bereich, driftet dabei jedoch immer wieder in psychedelische Richtungen ab. Schlagzeuger Stefan Engels beschreibt den kreativen Ansatz der Band so: „Wir gehen mit offenen Augen, Ohren und Herzen durch die Welt und verarbeiten das alles irgendwie laut in unseren Songs.“
Band Vynter. Foto: Oliver Garitz

Klanglich offenbarte der Abend im KuBa einige Schwächen. Der Sound war stark überladen: Das Schlagzeug war mehr von der Bühne als aus der PA (Beschallungsanlage) zu hören, ein deutliches Rauschen im Kopf blieb nicht aus. Lautstärke gehört zu Punkkonzerten dazu – doch es gibt einen Unterschied zwischen druckvoll und ermüdend. Verschärft wurde das Problem durch den spärlichen Publikumsandrang von schätzungsweise 20 bis 30 Personen. Gerade im engen Raum vor der kleinen Bühne fehlt dann die Masse, die den Sound aufnimmt und ausbalanciert, wodurch sich alles noch undeutlich und chaotischer vermischt. Das ist schade – nicht nur für die auftretenden Bands und das KuBa selbst, sondern auch für die Jülicher Musikszene insgesamt. Mit seinen zwei Bühnen bietet das KuBa eigentlich viel Potenzial und Raum für Subkultur. Woran der geringe Zuspruch lag – ob an der Jahreszeit, mangelnder Werbung oder einem veränderten Zeitgeist – bleibt offen. Klar ist jedoch: Es wäre ein großer Verlust, wenn solche Konzertabende und das kontinuierliche Engagement des KuBa in Zukunft weniger würden.

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