Start Magazin Geschichte/n „Gestern ist geschehen, morgen kommt noch“

„Gestern ist geschehen, morgen kommt noch“

Die Schülerschaft der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich startet zu einer mehrtägigen Bildungsreise das Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und die Stadt Krakau. Sowohl die Initiatoren der Reise als auch die Schülervertretung stellen heraus, welchen Einfluss dies für Werte wie Frieden und Toleranz sowie der historischen Verantwortung innehat.

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Lehrer und Schüler der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich begeben sich auf eine mehrtägige Bildungsreise zur Stadt Krakau und dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Foto: Gesamtschule Aldenhoven-Linnich
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Unterwegs sein im Sinne der Demokratieförderung und Extremismusprävention, das ist das Ziel der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich, die Anfang Juli mit 54 Schülerinnen und Schüler sowie den Begleitpersonen Maren Stockamp, Felicitas Back und Georg Blaudow zum ersten Mal zu einer Bildungsfahrt nach Polen aufbricht. Die Reise umfasst den Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und der Stadt Krakau, einschließlich des ehemaligen Ghettos, des jüdischen Viertels und einer Synagoge. Aus dem Pilotprojekt soll künftig eine feste Einrichtung werden. Die Bildungsreise soll künftig jährlich Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen sowie der Einführungsphase und Qualifikationsphase 1 (Q1) der Oberstufe angeboten werden.

„Die ersten Ideen und Planungen für diese Fahrt gab es bereits, jedoch standen verschiedene Hindernisse im Weg.“, erläutert Georg Blaudow, Initiator und Hauptverantwortliche der Gedenkstättenfahrt. Der Aufbau der Schule und die Coronakrise hatten die Planungen verzögert. Jetzt konnte mit Unterstützung durch Landesmittel NRW und einer großzügigen Zuwendung der Sanddorf Stiftung der Plan umgesetzt werden. Der Sanddorf Stiftung, einer junge gemeinnützige Initiative, hat die Pflege der deutsch-polnischen Beziehungen und die interkulturelle Verständigung als einen Schwerpunkt.

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„Als Schülervertreterin ist es mir besonders wichtig, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des Holocaust lebendig zu halten.“, betont Diana Mergel, Schülervertreterin und Teilnehmerin an der Gedenkstättenfahrt in der Einführungsphase der Oberstufe, die Bedeutung der Fahrt. „Durch die Teilnahme möchte ich nicht nur mein Wissen vertiefen, sondern auch ein Zeichen setzen für Toleranz und Frieden. Es ist unsere Verantwortung, aus der Geschichte zu lernen und sicherzustellen, dass solche Tragödien nie wieder geschehen. Durch das Erleben der historischen Orte kann ich ein tieferes Verständnis und eine stärkere emotionale Verbindung zu den Ereignissen entwickeln. Dies ermöglicht es mir, eine wichtige Rolle bei der Förderung von Toleranz, Respekt und historischer Verantwortung innerhalb unserer Schulgemeinschaft zu spielen.“ Auch Amelie Syben, Teilnehmerin aus der Klasse 8a, hebt hervor: „Gestern ist geschehen, morgen kommt noch. Du hast heute, um dich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit sie die Zukunft nicht bestimmen kann.“

„Die Bereitschaft unserer Schülerinnen und Schüler, sich mit der erschütternden Realität des Holocaust auseinanderzusetzen, verdient höchste Anerkennung“, betont Blaudow. „Diese Erfahrung wird nicht nur lange in ihrem Gedächtnis bleiben, sondern sie auch gegen Extremismus sensibilisieren und dazu beitragen, den Wert unserer Demokratie zu erkennen, zu schätzen und zu verteidigen. Nur durch das Bewusstsein und die Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit können wir eine bessere Zukunft gestalten.“

Im Anschluss an die Fahrt wird es ein Nachtreffen geben, bei dem die Erlebnisse und Eindrücke gemeinsam reflektiert und aufgearbeitet werden. „Es ist uns wichtig, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen zu teilen und zu verarbeiten“, erklärt Blaudow. „Während und nach der Fahrt stehen wir jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um die Teilnehmer emotional zu unterstützen.“ Diese wichtige Bildungsreise wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur lange im Gedächtnis bleiben, sondern sie auch dazu befähigen, den Wert unserer Demokratie zu erkennen, zu schätzen und zu verteidigen.


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