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Alle Freiheiten „zwischen den Zeilen“

"Zwischen den Zeilen" treffen sieben Menschen aufeinander, bringen ihre Geschichten, Ideen und ihre Kreativität mit. Anfang Juli wird die Gruppe ihr gemeinsames Projekt auf die Bühne bringen.

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Fließende Bewegungen können herausfordernd sein. Foto: Britta Sylvester
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Das Pädagogische Zentrum im Gymnasium Zitadelle: ein großer, freier Raum, wenige Möbel und viel Platz. An diesem Samstagmittag herrschte eine ruhige, arbeitsame Atmosphäre. Am einzigen langen Tisch im Raum stecken sieben Menschen die Köpfe zusammen, Sätze wie „der Körper ist dein Instrument“, aber auch kurze Erfahrungsberichte vom eigenen Hochwassererlebnis oder gar Gewalterfahrung werden ausgetauscht. „Das wird mir hier gerade zu negativ“, wirft Birgit Beyß ein und besteht darauf, auch die positiven Aspekte des Menschseins einzubringen.

Die sieben Menschen, die hier zusammensitzen, sind Teil des generationenübergreifenden Projektes „Zwischen den Zeilen“, dass Hannah Vierthaler vom Kulturbüro der Stadt ins Leben gerufen hat. Gemeinsam erarbeiten die fünf Frauen und zwei Männer – die in Generationen betrachtet eher nahe beieinander zu liegen scheinen – eine Präsentation aus Text und Tanz. Der Gedanke dahinter: Im „Wechselspiel von Körper und Kunst“ kreativ zu werden, die eigenen Gedanken auszudrücken und Erfahrungen zu teilen. Vorgaben, so Initiatorin Hannah Vierthaler, gibt es keine.
„Wir haben alle Freiheiten“, gibt sie denn auch den Teilnehmenden mit auf den Weg und ermutigt sie, sich nicht zu sehr auf einen Aspekt des gewählten Themas Natur festzulegen. Und weiter: „Es ist nicht der Anspruch am Ende, eine schlüssige Geschichten zu erzählen.“ Vielmehr soll sich jeder mit seinen Ideen und Vorstellungen wiederfinden. In einem sehr offenen, persönlichen, durchaus auch konträren Austausch kreist die kleine Gruppe ihr Thema an diesem Intensivtag immer mehr ein. Der weitgefasste Begriff Natur wird zum Leitmotiv. Verschiedenste szenische Umsetzungsmöglichkeiten werden angesprochen, überlegt wie Gedanken durch Bewegungen dargestellt werden. Immer neue Aspekte kommen hinzu. Anh-Thu bremst die Gruppe schließlich ein wenig und fordert „mehr Struktur“, gleichsam eine Art Grundgerüst.

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Begleitet wird die Projektgruppe vom Tänzer und Choreographen Miguel-Angel Zermeño. Von ihm kommt der Vorschlag „zur Auflockerung“ erst einmal einen ersten Versuch der tänzerischen Umsetzung zu starten. Lachend greifen alle nach den bunten Tüchern, versuchen sie mehr oder weniger synchron in Bewegung zu setzen und dabei auch noch unfallfrei die Plätze zu wechseln. Fließende Bewegungen „wie Wasser“ sollen entstehen, geduldig erklärt Profi Zermeño, was er sich vorstellt. Auch der Vorschlag, „Bodypercussion“ einzubauen, fällt. Teilnehmer Gerd setzt die Anregung spontan um: „Meinst du so?“

Es soll künstlerisch sein, Gedankenanstöße liefern und „für uns eine kleine logische Geschichte ergeben“, ergänzt Miguel-Angel Zermeño .Bei „Zwischen den Zeilen“ treffen viele Ideen aufeinander, gibt es keine Vorgaben, kein richtig oder falsch. Tanz, Bewegung und Sprache sollen zusammenfinden und ein irgendwie geartetes Ganzes ergeben. Das ist es, was Birgit Beyß dazu gebracht hat, ein Teil davon werden zu wollen. „Das hat genau meine Elemente angesprochen. Es ist mein Körper, mit dem ich arbeite. Und meine Stimme war schon immer wichtig für mich“, erläutert sie ihre Beweggründe. Eigens aus Erkelenz kommt Brigitte Böckels, die durch puren Zufall über das Jülicher Projekt gestolpert ist. „Eigentlich wollte ich mich für den Kunsthandwerkerinnenmarkt bewerben“, lacht sie rückblickend. Der Markt erwies sich dann doch als nicht ganz das Richtige für ihre Idee, aber beim Lesen der Projektbeschreibung habe sie sofort gedacht: „Wie toll ist das denn?“ Gedacht, getan und angemeldet. Sonst sei sie eher Einzelkämpferin, aber hier könne sie „richtig was machen“ und das zudem „mal in Gemeinschaft“.

Acht Mal trifft sich die Gruppe, am 5. Juli wird es „ernst“, denn dann wird das PZ zur Bühne und „Zwischen den Zeilen“ kommt zur Aufführung. Wer erleben möchte, wie aus dem Austausch und den vielen Ideen ein gemeinsames Ganzes geworden ist, das „Gedankenanstöße liefert“, kann über das Kulturbüro per Email an Projektleiterin Hannah Vierthaler hvierthaler@juelich.de Karten reservieren.


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