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Auszeichnung für die „Möglichmacher vom Dienst“

Im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses verlieh Bürgermeister Axel Fuchs zum vierten Mal den Heimatpreis des Landes Nordrhein Westfalen. Der erste Platz ging dieses Mal an den Angelsportverein Jülich 1923. e.V..

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David Wirtz erhielt den Heimatpreis von Bürgermeister Axel Fuchs. Foto: Sonja Neukirchen
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Zur Verleihung des diesjährigen Heimatpreises eröffnete Bürgermeister Fuchs die Ehrung mit ein paar Überlegungen zu der Frage: „Was bedeutet Heimat?“ Am Ende blieb es wohl eher eine rhetorische Frage, denn in Jülich laute der Slogan schließlich „miteinander, füreinander“. Zwei Worte, die das Wesentliche auf den Punkt bringen.

Geradezu nahtlos an diese Definition von Jülichs Heimatverortung schloss sich der zentrale Satz des Erstplatzierten-Vertreters David Wirtz an: „Jülich is eh Gefühl und ich bin froh ein Jülicher zu sein.“ Wirtz nahm als erster Vorsitzender für den Angelsportverein Jülich 1923 e.V. gerührt die Trophäe des Heimatpreises entgegen. Der ASV feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Wie rauschend dieses Jubiläums-Fest im Vereinsheim in Kirchberg gefeiert worden war, daran konnte sich auch Fuchs noch lebendig erinnern: Es sei ein Fest für jeden gewesen.

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Seine lobenden Worte für die Aktivitäten des Vereins lasen sich wie ein Programm für den Naturschutz und die Erhaltung von Fischen und Schutz von Gewässern, der insbesondere der Jugend nahe gebracht werden solle. So lautet auch das Selbstverständnis des ASV, der sehr zahlreiche junge Mitglieder hat und auch weniger betuchten Kindern und Jugendlichen den Angelsport ermöglicht, um dadurch ein Verständnis für den Naturschutz zu wecken.

Wie wichtig die etwa 600 Vereine und auch die Ehrenamtlichen insgesamt dafür seien, dass „unser Gemeinwesen“ funktioniere, machte Fuchs an mehreren Beispielen deutlich. Besonders hob er dabei an diesem Tag natürlich die Leistungen der Preisträger hervor, deren Auswahl aus insgesamt sechs nominierten Vereinen besonders schwergefallen sei: „Eigentlich haben alle den Heimatpreis verdient. Wir machen uns das nicht einfach“, kommentierte Fuchs die Arbeit der Jury, die aus den Jülicher Fraktionsspitzen der Parteien bestand.

Der zweite Platz ging ebenfalls an einen Jubilar, nämlich an den Geschichtsverein Jülich 1923 e.V. und seine Arbeitsgruppe Mundartfreunde. Diese pflegen sei 1968 das Jülicher Platt und halten so die Heimatsprache lebendig. Das Jülicher Platt solle als eine spezifische Form regionaler Mundart auch für folgende Generationen erhalten werden, erklärte Fuchs das Ziel der Arbeitsgruppe. Dieser sei jedoch unter anderem auch in Altenheimen unterwegs und mache dort den Menschen eine Freude. Den Preis nahmen der Jülicher Historiker und Vereinsvorsitzende Guido von Büren sowie Gunda Greve entgegen.

Der dritte Platz ging an die Mitglieder der Bürgerinitiative aus Broich, die sich für den Erhalt ihres Heimatdorfes sehr erfolgreich eingesetzt hatten, wie Axel Fuchs an zwei Beispielen deutlich machte. Darunter der Einsatz für das über Jülich hinaus bekannten Bodendenkmal „Sternschanze“, ein Feldkreuz, um das sich 14 Kreuzwegstationen gruppieren. Die BI mache dieses – im Rahmen eines Leaderprojektes – wieder zu einem zentralen Ort des Miteinanders für die Menschen im Dorf, so Fuchs, der gleichzeitig das Projekt als Leader-Vorsitzender lobte.

Heimat wachse von unten, machte Fuchs in seiner Ansprache klar, in der er hervorhob, wie wichtig – ja wie unverzichtbar sogar – die Leistung der Ehrenamtler sei. Sie seien die „Möglichmacher vom Dienst“, Heiler, Problemlöser, Mutmacher, Kümmerer, die wir für uns und für die Gesellschaft so dringend brauchen, betonte er.

Natürlich seien auch die anderen nominierten Vereine und Einzelpersonen genauso daran beteiligt. „Sie sind alle preiswürdig“, erklärte Fuchs. Als Anerkennungspreis erhielten diese ein Preisgeld von je 250 Euro, währen die platzierten Preisträger 2500 Euro, 1500 Euro beziehungsweise 1000 Euro für die jeweilige Vereinskasse erhalten.

Wofür das Geld im ASV verwendet wird? „Damit können wir unser nächstes Jugendcamp finanzieren“, erklärte Wirtz erfreut. Auch für die Pläne, das Sportheim mit einer Photovoltaik-Anlage auszustatten, sei die Finanzspritze sehr willkommen.

Zum festlichen Auftakt und Ausklang des Abends spielte ein Ensemble der Jülicher Musikschule. Ein Buffet der Arbeitsgemeinschaft Schirmerschule sorgte gemeinsam mit einem Glas Sekt dafür, dass der große Sitzungssaal des Neuen Rathauses sich noch lange nicht leerte. Es gab wieder einen Anlass zum regen Austausch von Jülichern unter Jülichern.


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