Start Magazin Zukunft & Wirtschaft Echte Gefühle in virtuellen Welten

Echte Gefühle in virtuellen Welten

Es gibt unzählige digitale Angebote, mit denen Singles andere Singles finden können. Dann chattet man ein bisschen, und wenn beide Seiten glauben, dass die Chemie stimmt, treffen sie sich im „echten Leben“. Student Jonas Middelkoop hat jetzt im Rahmen seines Studiums im Fach Kommunikationsdesign am FH-Fachbereich Gestaltung ein bisher einzigartiges Blind-Dating-Konzept mitentwickelt: Kennenlernen in der Virtual Reality (VR). Ein erstes Dating-Event im Holocafé Aachen gab es bereits, fünf Frauen und fünf Männer im Alter von 20 bis 30 Jahren haben teilgenommen. „Und es gab sogar ein perfektes Match“, verrät Middelkoop.

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Foto: FH Aachen/ Jacqueline May
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Im Rahmen der FH-Veranstaltung „Kampagnen gestalten“ habe er eine Kampagne nicht nur theoretisch entwickeln, sondern auch praktisch umsetzen wollen: „Deshalb habe ich nach einem kleinen Aachener Unternehmen gesucht, das vielleicht Lust hat, mit mir zu arbeiten.“ Und in der Tat: „Jonas ist einfach hier vorbeigekommen und hat uns vorgeschlagen, gemeinsam eine Marketing-Kampagne durchzuführen“, bestätigt Eduard Reedel, Mitarbeiter des Holocafés Aachen. Das Holocafé Aachen bietet Gästen an, dort gemeinsam oder gegeneinander Virtual-Reality-Games zu spielen. Die Idee für ein Dating-Event in der virtuellen Realität sei schon länger vorhanden gewesen, „und in einem gemeinsamen Brainstorming haben wir sie weiterentwickelt“, sagt Reedel. Die Aufgabe von FH-Student Jonas Middelkoop lag vor allem darin, die Veranstaltung zu bewerben und zu dokumentieren. Entstanden sind Fotostrecken, Interviews, Kurzfilme, auch die Pressearbeit habe er übernommen. Unterstützt wurde der 22-Jährige von seinen Kommilitoninnen Alina Naomi Theis und Jacqueline May. Das entstandene Material könne nicht nur als Nachbericht, sondern auch zur Bewerbung zukünftiger Events dienen.

Konkret lief die etwa vierstündige Veranstaltung wie folgt ab: Frauen und Männer wurden zu getrennten Uhrzeiten ins Holocafé gebeten, damit sie sich vorher nicht begegnen. Sie alle haben dann einen eigenen Avatar, also eine virtuelle Person, erstellt, um gemeinsam in der Virtuellen Realität ein Multiplayer-Game zu spielen. In einem großen virtuellen Aufenthaltsraum sind sich die Singles – in Form ihrer Avatare – das erste Mal begegnet. Von hier aus wurden sie in Zweiterteams losgeschickt, um gegen Monster zu kämpfen. Über Headsets konnten sie sich miteinander unterhalten. Ein Konzept, das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefällt: „Du bekommst einen Eindruck davon, wie die Leute drauf sind und nicht nur – wie das bei einem klassischen Date der Fall ist – wie sie sich zeigen wollen“, sagt Jakob. „Man merkt sehr schnell, ob man auf einer Wellenlänge ist, auch weil die Optik nicht ablenkt“, ergänzt Someia. Am Ende sollten alle von ihnen, die Teilnehmer des anderen Geschlechts nach Sympathie bewerten. Und dann gab es sogar ein perfektes Match: Tim und Someia haben sich gegenseitig auf Platz 1 gewählt. Im „echten Leben“ haben sich die zehn VR-Dating-Pioniere beim anschließenden gemeinsamen Pizzaessen getroffen – sie halten über eine Whatsapp-Gruppe auch weiterhin Kontakt.

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„Die Veranstaltung ist sehr gut angekommen, deswegen planen wir, sie nun regelmäßig anzubieten“, sagt Eduard Reedel. „Die Interviews haben ergeben, dass sich die Leute auch vorstellen können, den Fokus nicht nur auf den Dating-Aspekt zu legen“, ergänzt Jonas Middelkoop, deshalb sei auch eine Überlegung, das Konzept zu erweitern und demnächst Kennenlern-Events zu organisieren – zum Beispiel für Menschen, die neu in Aachen sind.

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