
Die Mitgliedschaft zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum. Sie bringt herausragende Forschende unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um wissenschaftliche und gesellschaftliche Zukunftsfragen zu bearbeiten. Für Pfannerstill ist die Aufnahme eine weitere bedeutende Auszeichnung in einem außergewöhnlich erfolgreichen Jahr.
„Eva Pfannerstill verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit einem klaren Blick auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen. Ihre Forschung hilft uns, die Auswirkungen von Luftverschmutzung und Klimawandel besser zu verstehen und wirksame Lösungen für eine gesündere Umwelt zu entwickeln. Ich freue mich sehr, dass ihr Engagement nun durch die Aufnahme in die Junge Akademie gewürdigt wird – eine Auszeichnung, die ihre hervorragende wissenschaftliche Entwicklung unterstreicht und zugleich wichtige Impulse für ihren weiteren erfolgreichen Karriereweg geben wird“, so Professor Astrid Lambrecht, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrum Jülich.
Am Institute of Climate and Energy Systems – Troposphäre (ICE-3) des Forschungszentrums Jülich und an der Universität zu Köln untersucht Pfannerstill, wie sich Klimawandel und Luftqualität gegenseitig beeinflussen. Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen Spurengase wie Kohlenwasserstoffe, die in der Atmosphäre zu Luftschadstoffen wie Ozon und Feinstaub reagieren. Mithilfe innovativer Messverfahren erfasst sie, wie sich Emissionen unter veränderten klimatischen Bedingungen entwickeln und wie daraus gesundheitsschädliche Schadstoffe entstehen. Dafür kombiniert sie kontrollierte Messungen in Klimakammern mit Messungen unter realen Bedingungen – etwa bei Feldkampagnen am Boden oder aus der Luft, unter anderem mit einem Forschungs-Zeppelin. Eine Messkampagne mit dem Luftschiff ist für August geplant.
Die Ergebnisse liefern wichtige Grundlagen für politische Entscheidungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität. Sie helfen dabei, Luftverschmutzung genauer vorherzusagen, Gesundheitsrisiken besser abzuschätzen und Städte lebenswerter zu gestalten. Ein besonderer Fokus ihrer aktuellen Arbeit liegt darauf, zu untersuchen, wie durch den Klimawandel gestresste Wälder die Luftchemie und damit die Luftqualität beeinflussen.
Für ihre Forschungsarbeiten wurde Pfannerstill in diesem Jahr bereits mehrfach ausgezeichnet. Erst kürzlich erhielt sie den Outstanding Early Career Scientist Award 2026 in Atmospheric Sciences der European Geosciences Union (EGU), eine der wichtigsten europäischen Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in den Geowissenschaften. Die EGU würdigt ihre Beiträge zur Atmosphärenchemie, insbesondere zum Verständnis der Reaktivität von Hydroxylradikalen und der Bildung von Ozon. Hydroxylradikale gelten als „Waschmittel der Atmosphäre“, da sie zahlreiche Schadstoffe abbauen und so die Zusammensetzung der Luft maßgeblich beeinflussen. Bereits Anfang des Jahres wurde sie zudem in die Junge Akademie Mainz aufgenommen.
Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften getragen. Während ihrer fünfjährigen Mitgliedschaft wird Eva Pfannerstill ihre Expertise künftig nicht nur in die Klima- und Atmosphärenforschung, sondern auch in den interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft einbringen. Die Mitgliedschaft eröffnet ihr die Möglichkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse noch stärker in gesellschaftliche Debatten einzubringen und die Forschung aktiv mitzugestalten.


















