„Weil Wasserstoff die Zukunft ist“, so die schlichte Erkläung für die Einladung zur Veranstaltung „HyDN – Grüner Wasserstoff aus der Region Düren“. In der Pilotanlage im Brainergy Park soll demnächst besagter grüner Wasserstoff entstehen. „Wir stehen kurz vor der Inbetriebnahme“, berichtete Frank Hopfenbach mit sichtlich zufriedenem Blick auf den für Laienaugen schon ziemlich fertig aussehenden Bau. Der kaufmännische Leiter der Messer Industriegase GmbH ist in Personalunion auch Mitglied der Geschäftsführung von HyDN, einem Joint Venture von MEsser und dem Kreis Düren. Das sei per se schon mal eine eher ungewähnliche Kombination führt Hopfenbach aus. „Eigentlich sucht man sich für neue Produkte immer sogenannte Ankerkunden“, erläutert er weiter, aber in diesem Fall sei die Zusammenarbeit einfach sehr sinnvoll.
Sinnvoll deshalb, weil der in Jülich produzierte Wasserstoff vor Ort quasi auch gleich wieder „verfahren“ wird. Denn die Busse, die durch den Kreis Düren fahren, können gleich nebenan tanken. Demnächst jedenfalls, denn eine eigene Tankstelle gleich nebenan ist in Planung. Dort können Busse mit 350 bar betankt werden. Die Tankstelle werde zqar auch öffentlich zugänglich sein, viele Autos mit Wasserstoff-Antrieb sieht Hopfenbach dort allerdings auch künftig nicht. Diese Technologie sei zugunsten reiner E-Antriebe zumindest zurückgestellt worden, formuliert er bedauernd. Dennoch hatte HyDN einen H2-betriebenen PKW vor der Tür geparkt, schließlich ging es auch darum zu zeigen, was in Bezug auf Mobilität theoretisch möglich ist. Das auch aus dem Grund, weil die Fördermittel für den Bau der Pilotanlage aus dem Verkehrsministerium kommen.
Eine Führung durch den Neubau inklusive Blick ins Allerheiligste, also dem Raum, in dem die Kompressoren stehen, aus denen demnächst 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde in die Rohre strömen werden, gehörte ebenfalls zum Angebot an diesem „Tag der offenen Fabrik“. Betriebsleiter Timo Lücke erläuterte die unterschiedlichen Trailer, Lkw-Aufleger, mit denen der Jülicher Wasserstoff zum Besipiel nach Kerpen transportiert werden wird, genauso wie die einzelnen Produktionsschritte und, besonders wichtig, die Sicherheitsmaßnahmen der Anlage. Ziel sei, aus seiner Sicht, erläuterte Lücke schmunzelnd, dass „dies hier die langweiligste Anlage überhaupt wird“. Auch einen Blick in die Zukunft riskierte Lück bei dieser Gelegenheit: „Auf dem vorhandenen Grundstück könnten zwei weitere Elektrolyseure gebaut werden.“ Das allerdings sei noch reine Theorie. Weniger theoretisch die Information zur geplanten Abwärmenutzung der neuen Anlage: Diese soll über einen Wärmetauscher in die Energieversorgung des Brainergy Parks fließen und so auch noch einen Nutzen erfüllen. Ebenso konkret sind die Planungen für neue Transportmöglichkeiten. Die bisherigen Trailer seien mit Stahlflaschen ausgestattet, erklärt Lücke. Künftig würden die Lkw-Anhänger mit speziellen Kunststoffbehältern befüllt. Diese seien deutlich leichter, was letztlich im Sinne der Umweltfreundlichkeit zu weniger Spritverbrauch führen würde. „Und vielleicht werden die Lkw irgendwann auch mit Wasserstoff betankt“, wagte Timo Lücke eine weitere Prognose.
Die Erfahrung aus dem Bau der Jülicher Pilotanlage fließt nun auch in weiteres Projekt ein: Die Messer GmbH baut aktuell einen weiteren Elektrolyseur im benachbarten Belgien, wie Frank Hopfenbach verriet. Das kleine Nachbarland plane eine vollständige Umstellung des gesamten ÖPNV auf Wasserstoff-Antriebe. Das ist deutschlandweit sicherlich noch Zukunftsmusik, aber zumindest für den Kreis Düren sorgt die HyDN für ein kleines Stück „grüne“ Zukunft. Grün ist der Wasserstoff übrigens nur, wenn der für die Produktion notwendige Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Dieser werde zwar nicht selbst hergestellt, auch wenn der Blick auf das benachbarte Photovoltaikfeld das vermuten ließe, sondern am Strommarkt und per Vertrag eingekauft, so Lücke abschließend.




























