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Gesellschaft zwischen Fontane und Moderne

Die Evangelische Erwachsenenbildung bietet online ein dreiteiliges Onlineseminar. Thema sind die Grundfragen des Zwischenmenschlichen.

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Foto: pixabay
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„Die Gesellschaft ist souverän. Was sie gelten lässt, gilt, was sie verwirft, ist verwerflich,“ erkannte Theodor Fontane. In diesem Seminarsollen an ausgewählten Beispielen Grundfragen des Zwischenmenschlichen thematisiert werden. Wie verhalten sich Menschen zueinander und was sind die Triebfedern dieses Verhaltens? Das gilt vor allem im engen zwischenmenschlichen Beziehungsgeflecht, das eingebettet ist in Konventionen, Prägung, weltanschauliche Grundsätze, aber auch eigene, ganz subjektive Wesenszüge.

Beispielhaft wird das in einem Roman Fontanes gezeigt, dem Schach von Wuthenow. Er gehört sicher zu den weniger bekannten Werken. Die Konstellation um den Rittmeister Schach, der bei einem preußischen Eliteregiment in Berlin dient, eröffnet den Blick auf eine Zeit des Umbruchs, den Untergang des friderizianischen Preußentums, dem sich Schach verhaftet fühlt. Gleichzeitig ist er ein sehr gemischter Charakter, seinen Prinzipien verpflichtet und in seiner Eitelkeit einem Schönheitsideal zugetan. In dieser Situation trifft er auf die junge Victoire von Carayon, deren außergewöhnliche Schönheit durch die Blattern zerstört wurde. Es kommt zur intimen Begegnung und der Kodex der Zeit verlangt die Eheschließung. Schach sieht nach der Trauung für sich nur den Ausweg in den Suizid.

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Hinter dieser etwas reißerisch klingenden äußeren Handlung, die aber nur wenig Handlungsspielraum erhält, stehen vielmehr die Gedanken, Ansichten, auch Urteile über Personen und gesellschaftliche Normen. Damit gewinnt dieser Roman etwas Überzeitliches. Zum Vergleich soll ein Werk der modernen Literatur in Auszügen herangezogen werden, Die Liebhaberinnen von Elfriede Jelinek. Als Struktur könnte man die oben genannten Aspekte auch hier heranziehen, auch wenn diesmal der Fokus auf der Perspektive der Frau liegt, die für ihren gesellschaftlichen Aufstieg und das Erlangen des Ehestatus ihren Körper einsetzt. Im Sinne der Themenstellung lassen sich verschiedene Schwerpunkte setzen, mit denen existenzielle Fragen
zwischenmenschlicher Beziehungen gestellt werden.

Das Seminar findet jeweils donnerstags zwischen 17 und 19:15 Uhr am 28. April und am 5. sowie 12. Mai statt. Es referiert die Germanistin Birgit Fluhr-Leithoff. Es gibt keine Teilnahmegebühr, um eine Spende wird gebeten. Anmeldung unter [email protected] und unter der Telefonnummer 02461 99660.


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