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Bourheim bleibt länger „Nadelöhr“

Baustelle am Kreisverkehr B56 / L136 sorgt für erheblichen Zusatzverkehr in Bourheim – Ortsvorsteher Dietmar Müller hat mit seinen Forderungen nach Nachbesserung zumindest einen Teilerfolg

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An der „Kirchberger Kreuzung“ ist wegen der Baumaßnahme am Kreisverkehr B56 / L136 für Nicht-Anlieger Endstation. Es sei denn, man ist Anlieger. Foto: Dorothée Schenk
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Eigentlich soll eine Umleitung genau das bewirken: Verkehr dorthin zu führen, wo er möglichst sicher und mit möglichst geringen Belastungen fließen kann. In Bourheim erleben die Menschen derzeit jedoch etwas anderes. Seit Beginn der Bauarbeiten am Kreisverkehr B56 / L136 verirren sich zahlreiche Fahrzeuge in den Ort – mit Folgen für Anwohner, Nebenstraßen und Verkehrssicherheit.

Schon eine halbe Stunde, nachdem die Schilder aufgestellt waren, gab es die ersten Beschwerden bei Bourheims Ortsvorsteher Dietmar Müller. Der kümmerte sich umgehend. Nachdem er sich selbst ein Bild von der Situation gemacht hatte, wandte er sich an Polizei, Stadt und Straßen.NRW. Sein Vorwurf: Nicht die geplante Umleitungsstrecke an sich sei das Problem, sondern deren Beschilderung.

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Aus Richtung Düren weist hinter der Ampel an der „Kirchberger Kreuzung“ eigentlich ein Schild darauf hin, dass die Durchfahrt nur für Anlieger gestattet ist. Allerdings – soweit ergab es ein Selbstversuch – ist das Schild nicht wirklich in gut sichtbarer Größe für den fließenden Verkehr. Die Barke auf dem Seitenstreifen signalisiert auch nicht deutlich, dass hier die Durchfahrt verhindert werden soll.

Daher, so Müllers Beobachtung, werde das Durchfahrtsverbot an der Kirchberger Straße von zahlreichen Verkehrsteilnehmern nicht oder erst zu spät wahrgenommen. Hinzu kommt, dass die Umleitung über die Kirchberger Straße in Richtung Aachen eben auch ein Umweg ist.

Wer einmal nicht richtig abgebogen ist und bis unmittelbar vor die Baustelle fährt, hat dort kaum noch Möglichkeiten: wenden oder nach Bourheim abbiegen. Bereits an dieser Stelle sieht der Ortsvorsteher ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Damit verlagert sich das Problem ins Dorf. Zum einen sorgt die Geschwindigkeit für Probleme. Im Ort gilt Tempo 30 und „rechts vor links“ – gefahren wird meist Tempo 50 und mehr.

Müller berichtet von einer Beinahe-Kollision an der Kreuzung Adenauerstraße / Pützberg. Hinzu kommt Schwerlastverkehr: Lastwagen sollen trotz Verbots über die Sankt-Mauri-Straße ausweichen. Eine Strecke, die nach Darstellung des Ortsvorstehers für diese Belastung nicht geeignet ist.

Besonders betroffen sind die Menschen entlang der Adenauerstraße. Was für einen Autofahrer vielleicht nur eine ungeplante Abkürzung von wenigen Minuten ist, bedeutet für die Anwohner über Tage hinweg zusätzlichen Verkehr vor der Haustür. Gerade während der Ferienzeit wächst damit auch die Sorge um Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad im Ort unterwegs sind.

Müller machte deshalb gegenüber den zuständigen Stellen deutlich, dass seine ungewöhnlich scharf formulierte Kritik nicht einzelnen Mitarbeitern gelte. Vielmehr wolle er damit den Frust und die Verunsicherung widerspiegeln, die ihm aus der Bevölkerung entgegengebracht würden.

Seine Forderung: Die Umleitung müsse so früh und eindeutig ausgeschildert sein, dass Verkehrsteilnehmer gar nicht erst bis zur gesperrten Strecke fahren und anschließend Bourheim als Ausweichroute nutzen. Ergänzend bat er die Polizei um verstärkte Kontrollen, solange sich an der Situation nichts geändert habe.

Müller beließ es nicht bei einer ersten Beschwerde. Nachdem zunächst keine für ihn erkennbare Reaktion von Straßen.NRW erfolgte, wandte er sich erneut an den Landesbetrieb – diesmal bis hin zur Leitungsebene. Dabei gilt die Kritik nicht der offiziellen Verkehrsführung, sondern deren Umsetzung und insbesondere der Wahrnehmbarkeit der Beschilderung.

Fünf Tage später gab es eine Reaktion von Straßen.NRW – die allerdings fiel anders aus als erwartet. Pressesprecher Torsten Gaber verwies bezüglich der Verkehrsverstöße auf die Zuständigkeit der Polizei. Die Hinweise zur Umleitungsbeschilderung habe man vor Ort überprüft. Nach Angaben von Straßen.NRW entsprach die vorhandene Beschilderung den geltenden Regelwerken und war mit Polizei und Stadt Jülich abgestimmt.

Ganz folgenlos blieb Müllers Initiative dennoch nicht. Der Landesbetrieb nahm seine Verbesserungsvorschläge zum Anlass, die Situation erneut zu betrachten – und besserte nach. Ein Teilerfolg für die Bemühungen des Ortsvorstehers.

Das Ende des „Bourheimer Nadelöhrs“ wird sich auf Nachfrage bei Straßen.NRW etwas verzögern. Das voraussichtliche Ende war für den 13. August angekündigt, verschiebt sich aber wohl auf den 26. August. Grund dafür sind zusätzliche Arbeiten in beiden Teilbauabschnitten an den Bordsteinen und im Randbereich des Kreisverkehres.

In einer Aktualisierung wird der Fortgang des Vorhabens mitgeteilt. Denn hier handelt es sich um eine „Wanderbaustelle“: Weiter gehen die Bauarbeiten auf der B56. Dann werden auch die Kirchberger Kreuzung und das Heckfeld betroffen sein.

Mit Straßen.NRW und deren Baustellenorganisation haben die Jülicherinnen und Jülicher inzwischen so ihre Erfahrungen. 2022 war bereits aus Ratskreisen kritisch eine fehlende Beschilderung anlässlich der Baustelle Rurbrücke angemerkt worden, um ein Beispiel zu nennen.


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