
Ein Abschied vom eigenen Geschäft wird für Claudia Essling gleichzeitig zum Beginn einer neuen Aufgabe. Zum Ende des Monats gibt sie ihr Unternehmen „Comtesse“ ab. Das Geschäft selbst wird wie bereits angekündigt weitergeführt. Essling bleibt der Jülicher Geschäftswelt ebenfalls erhalten: Künftig übernimmt sie in Teilzeit die Geschäftsführung der Werbegemeinschaft Jülich.
Bislang gehörte Essling dem Vorstand an und war bereits intensiv in die Arbeit der Gemeinschaft eingebunden. Mit der Aufgabe ihres eigenen Unternehmens endet diese bisherige Konstellation. Für die Werbegemeinschaft ergab sich daraus jedoch eine Chance, wie Ben Lövenich als Vorsitzender der Werbegemeinschaft mit ausgesprochen zufriedener Miene bestätigt: „Statt jemanden von außen für die immer umfangreicher werdenden Aufgaben zu suchen, kann eine Frau übernehmen, die Strukturen, Mitglieder, Veranstaltungen und Partner bereits bestens kennt.“
Mit den zahlreichen Veranstaltungen, Kooperationen und Projekten ist auch der administrative Aufwand gewachsen. Verträge, Angebote, Rechnungen, Buchhaltung und Abstimmungsgespräche gehören ebenso dazu wie Förderanträge, Sponsorensuche und die Kommunikation mit Mitgliedern, Stadt und weiteren Partnern. Gerade diese Aufgaben sind für einen rein ehrenamtlich arbeitenden Vorstand zunehmend schwer neben Beruf und eigenem Unternehmen zu bewältigen. Termine finden während der üblichen Geschäftszeiten statt, Förderanträge lassen sich, unterstreicht Ben Lövenich, schließlich nicht zwischen zwei Kundengesprächen bearbeiten, und auch Sponsoren gewinne man nicht nebenbei.
Mit Esslings neuer Position will die Werbegemeinschaft deshalb einen Schritt hin zu professionelleren Strukturen machen, ohne den ehrenamtlichen Vorstand abzulösen. Die Geschäftsführung soll vielmehr dafür sorgen, dass Ideen und Projekte kontinuierlicher verfolgt und umgesetzt werden können.
Von Frühlingsfest bis Weihnachtsmarkt
Ein wesentlicher Teil der neuen Aufgabe liegt in der Betreuung, Weiterentwicklung und Vermarktung der Veranstaltungen, mit denen die Werbegemeinschaft regelmäßig Menschen in die Jülicher Innenstadt bringen möchte. Das Frühlingsfest bleibt dabei gesetzt. Bleiben werden auch die vier verkaufsoffenen Sonntage – zum Frühlingsfest, Kunsthandwerkerinnen-Markt, Stadtfest und im Advent – sowie der Feierabendmarkt. Einer davon könnte dauerhaft mit dem Frühlingsfest verbunden werden.
Für den Herbst zeichnet sich dagegen möglicherweise ein neuer Rhythmus ab. Das Erntedankfest soll auch künftig seinen Platz im Veranstaltungskalender haben – allerdings könnte es sich im Zweijahres-Rhythmus mit dem Pasqualini-Zeitsprung-Festival abwechseln. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagt Lövenich.
Zum Jahresende folgt schließlich der Weihnachtsmarkt – und gerade an ihm wird deutlich, welcher Aufwand hinter solchen Veranstaltungen steckt. Bei einer Laufzeit von rund fünf Wochen beginnt die Arbeit lange vor dem ersten Glühwein: Vertragsabwicklungen, Angebote, Rechnungen, Überweisungen, Buchhaltung und zahlreiche organisatorische Abstimmungen müssen erledigt werden.
Diese Veranstaltungen nicht nur zu verwalten, sondern weiterzuentwickeln und zu vermarkten, soll zu den zentralen Arbeitsfeldern der neuen Geschäftsführung gehören. Auch Förderanträge und Sponsorensuche sollen stärker gebündelt werden. Gerade Förderverfahren können schnell einen Umfang von vielen Dutzend Seiten erreichen und brauchen Zeit, die im laufenden Geschäftsalltag häufig fehlt.
Daneben soll Essling stärker als Ansprechpartnerin für die Jülicher Geschäftswelt präsent sein. Bei Neueröffnungen kann sie beispielsweise den Kontakt aufnehmen, die Werbegemeinschaft vorstellen und zeigen, welche Möglichkeiten eine Mitgliedschaft bietet. Termine, die tagsüber stattfinden, müssen dann nicht mehr zwangsläufig von einem ehrenamtlichen Vorstandsmitglied zwischen Geschäft und Beruf eingeschoben werden.


















