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Jeder Hund zählt

"Jetzt noch schnell melden", riet ein schmunzelnder Bürgermeister Axel Fuchs in der jüngsten Ratssitzung den Hundebesitzern, die sich bislang einer Zahlung der Hundesteuer entziehen.

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Foto: StockSnap | Pixabay
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Corona gibt Hundebesitzern Aufschub, die ihre vierbeinigen Hausgenossen noch nicht bei der Stadt angemeldet haben und ohne „Steuermarke“ unterwegs sind. 2022 wird in Jülich und seinen Stadtteilen eine Hundezählung in Auftrag gegeben. So lautet der Mehrheits-Beschluss in der jüngsten Ratssitzung nach einem Antrag der SPD.

Normalerweise wird alle fünf Jahre „gezählt“. Das Verfahren ist aufwändig: Da heißt es von Tür zu Tür zu gehen, die Listen abzugleichen und auch schon mal nach Augen- und Ohrenschein festzustellen, ob ein Hund im Haushalt lebt, der nicht dokumentiert ist. Die Beauftragten haben ein eigenes Interesse daran, denn, so erläuterte Kämmerer Karl-Josef Kohnen, es gibt eine „Kopf-Prämie“ für „Steuerhinterzieher“.

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Karl-Philipp Gawel (CDU) hinterfragte in der Ratssitzung die Kosten-Nutzen-Rechnung, und erhielt umgehend von Kämmer Kohnen Aufklärung: 1998 wären bei der Zählung 600 unregistrierte Hunde aufgefallen, 2011 waren es noch einmal 400. „Ich denke mir, dass hier noch einiges im Argen liegt“, resümierte er. Wolfgang Steufmehl (FDP) regte an, auch Gebrauchshunde wie Blinden- und Assistenzhunde mit in die Zählung einzubeziehen.

Standort Kirchberg, Fronhofstraße. Foto: tee

Erweiterter Bestandteil des SPD-Antrages war, dass nach dem Vorbild in Kirchberg im gesamten Stadtgebiet Jülich, vor allem aber an durch Hundehalterinnen und Hundehalter hoch frequentierten Wegen, biologisch abbaubare Hundekotbeutel zur Verfügung zu stellen. Viele nutzten zur Zeit zwar eigene Beutel, meist seien dies aber Plastikbeutel. Im Antrag heißt es: „Die Stadt Jülich setzt mit kostenlosen biologisch abbaubaren Hundekotbeuteln ein Zeichen für den Umweltschutz und gegen weiteren Plastikmüll im Stadtgebiet.“ Angeregt wurde,  durch das Projekt „Kommunale Entwicklungspolitik in Jülich“ Fördergelder zu beantragen, die gegebenenfalls 90% der Finanzierung betragen könne.

Erich Gussen (CDU) hat als Landwirt allerdings schon unliebsame Erfahrungen machen müssen: „Biologisch abbaubar“ heiße nicht, dass die Tüten in der Landschaft entsorgt werden könnten. Ohnehin würden viele „Hundekotbeutel“ nicht adäquat entsorgt. Das „Etikett“ abbaubar soll nicht dazu verleiten, die „Schietkram“ nicht in einer „Tonne“ zu entsorgen.Emily Willkomm-Laufs (Bündnis 90/Grüne) bat zusätzlich darum, die Mülleimer regelmäßig zu leeren.

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