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Bistum Aachen: Jahresbericht zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs

Die Stabsabteilung Prävention Intervention Ansprechpersonen (PIA) im Bistum Aachen veröffentlicht Überblick über Status der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt.

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Bischof Helmut Dieser. Foto: Andreas Steindl / Bistum Aachen
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„Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ist eine Frage der Haltung und Verantwortung, sich mit der Geschichte der vergangenen Jahrzehnte im Bistum Aachen auseinanderzusetzen“, heißt es einleitend in der Pressemitteilung des Bistums Aachen. Die Stabsabteilung PIA (Prävention – Intervention – Ansprechpersonen), die zum Jahresstart 2023 mit eigenständiger Leitung und größerem Stellenumfang versehen wurde, informiert in ihrem 50-Seiten-starken Jahresbericht 2023 über die Maßnahmen und Schritte des Bistums Aachen zu Prävention, Intervention und nachhaltiger Aufarbeitung sexualisierter Gewalt.

Unter anderem hätten Anträge Betroffener sexualisierter Gewalt auf Anerkennung des Leids im Mittelpunkt gestanden. Insbesondere seien die Anträge auf Plausibilität geprüft worden. 2023 hätte die Interventionsstelle 23 Erstanträge aus dem Bistum Aachen an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) in Bonn weitergeleitet.

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Die Ansprechpersonen hätten mehr als 62 Anträge auf Anerkennung des Leids begleitet. „Bei der Aufarbeitung und der Weiterentwicklung von Konzepten zur Prävention und Intervention stützt sich das Bistum Aachen auf ein Governance-System von Beratung und Begleitung“ heißt es weiter aus der Bistumspressestelle. Dazu gehören Betroffenenrat, Unabhängige Aufarbeitungskommission. Der Ständige Beraterstab des Bistums Aachen und des Diözesancaritasverbandes hätten nach Abschluss der Gründungsphase 2021/2022 im Berichtsjahr vollständig ihre Arbeit aufgenommen. Die Stabsabteilung PIA schaffe die Rahmenbedingungen für die Arbeit der drei Gremien, das Bischöfliche Generalvikariat stelle die dafür benötigten die finanziellen Mittel zur Verfügung. Betroffenenrat und Unabhängige Aufarbeitungskommission berichten separat, außerhalb des PIA-Jahresberichts, über ihre Tätigkeit.

Der Aufruf durch Bischof Helmut Dieser an Betroffene Bischof Dr. Helmut Dieser an, dass das Bistum Aachen einen weiteren Schritt bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige und Schutzbefohlene gehen und die Namen von Tätern und mutmaßlichen Tätern veröffentlichen werde. „Wir möchten Betroffenen Mut machen, sich mitzuteilen“, so Bischof Dr. Dieser. Der Jahresbericht informiert über die Beweggründe, die der Veröffentlichung zugrunde lagen, über die Kriterien, die begleitende Unterstützung für Gemeinden und GdGen sowie das Rückmeldesystem, das neue Betroffene möglichst schnell in den Beratungs- und Gesprächsprozess mit den Ansprechpersonen leitete.

Die Rückmeldungen werden in einer ersten Annäherung qualitativ und quantitativ ausgewertet. 66 Personen – etwq 30 Prozent – gaben im Laufe der Gespräche an, in ihrer Kindheit oder Jugend beziehungsweise als Schutzbefohlene von sexualisierter Gewalt betroffen gewesen zu sein. Davon äußerten 43 Personen den Wunsch, mit einer Ansprechperson zu sprechen und entweder zum AdL-Verfahren beraten zu werden oder einen AdL-Antrag zu stellen. Aktuelle Fälle, die eine Intervention von Seiten der PIA verlangt hätten, befanden sich nicht darunter.


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