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Kampagne „Luisa ist hier!“

Gemeinschaftliches Projekt von Gleichstellungsbüro, Malteser Hilfsdienst und Marktwesen zur Dürener Annakirmes

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Foto: Michael Gaida auf Pixabay
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Eine wichtige Frage: „Ist Luisa hier?“ Wer unvermutet so angesprochen wird, muss wissen, dass es sich hierbei um einen Code handelt. Er besagt: „Ich bin in Not und bitte um Hilfe.“ Die Angesprochenen können davon ausgehen, dass Frauen sich belästigt, bedrängt oder bedroht fühlen und Unterstützung benötigen. Zur diesjährigen Annakirmes, die vom 30. Juli bis 5. August dauert, wird erstmals die Kampagne „Luisa ist hier!“ in Düren eingeführt werden. Das Personal ist informiert und kann so jederzeit angesprochen werden. Die Umsetzung der Kampagne auf der Dürener Annakirmes erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst. Initiatorin Katja Muhl, Leiterin des Gleichstellungsbüros der Stadt und der Platzmeister für die Annakirmes, Achim Greiff, haben sich ganz bewusst diesen Partner gewählt.

„Die Annakirmes soll ein sicherer Ort für alle sein. Daher ist es wichtig, ein niederschwelliges Angebot zu haben. Der Malteser Hilfsdienst ist neben der Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr permanent mit seinen Kräften auf dem Platz unterwegs und dort auch gut erkennbar“, erklärt Katja Muhl. „Es geht uns mit dieser Kooperation auch darum, Hemmungen abzubauen und sich Hilfe zu suchen.“

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Der Malteser Hilfsdienst (MHD) sieht sich für die Maßnahme gut vorbereitet, wie Sören Petry erklärt: „Sollten sich Hilfesuchende an einen Malteser-Helfer oder eine Malteser-Helferin mit der Frage „Ist Luisa hier?“, wenden, so nehmen diese sich der betroffenen Person an und bringen sie in eine sichere Umgebung, beispielsweise ins Malteser Lagezentrum.

Dort wird bei Bedarf ein Taxi gerufen oder es werden die Familie oder Freunde kontaktiert, damit die Hilfesuchende sicher nach Hause kommt.“ Betroffene müssen dabei nicht erzählen, was passiert ist. Die Frage „Ist Luisa hier?“ gilt als Schlüsselfrage für die Hilfskräfte, die dann entsprechend ihrer Schulung Unterstützung leisten. „Unser Erstversorgungstrupp ist dabei mit GPS ausgestattet, damit wir sehen können, wie oft es an welchen Stellen zu Vorfällen kommt“, ergänzt Sören Petry.

Für Platzmeister Achim Greiff passt sich die neue Kampagne gut in die Reihe von Sicherheitsmaßnahmen für Besucherinnen und Besucher der Annakirmes ein. „Insofern war es auch keine Frage, als Katja Muhl auf uns zukam und nachfragte, ob wir das gemeinsam mit ihr umsetzen möchten“, so Greiff. Inwieweit zukünftig auch die Schaustellerinnen und Schausteller der Annakirmes in die Kampagne einbezogen werden, wird sich zeigen. Bei der Notwendigkeit, das Personal entsprechend zu schulen und der aktuellen Personallage sowie der hohen Fluktuation in den kurzfristigen Ab- oder Zusagen für die Annakirmes wurde in diesem Jahr davon abgesehen, so Katja Muhl. Platzmeister Achim Greiff gab außerdem zu bedenken, „dass die Schausteller mit dem Betrieb ihres Geschäfts sowieso schon einer hohen Belastung ausgesetzt sind“. Nichtsdestotrotz könne bei Bedarf auch den Schaustellern Bescheid gegeben werden, die dann den Malteser Hilfsdienst kontaktieren.

Zum Start der Kampagne „Luisa ist hier!“ und zwecks Aufklärung werden Plakate auf dem Annakirmesgelände angebracht und Flyer ausgelegt. Katja Muhl: „Viele Städte in Deutschland haben mit der Luisa-Kampagne guten Erfahrungen gemacht. Ich bin davon überzeugt, dass dies auch in Düren sein wird.“

Die Aktion der Beratungsstelle Frauen-Notruf Münster e.V. startete 2016 im Rahmen der bundesweiten Präventionskampagne „Sicher feiern“ und wird mittlerweile in zahlreichen deutschen Bundesländern sowie in Österreich und der Schweiz umgesetzt.

Weitere Informationen unter www.luisa-ist-hier.de


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