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Fontänenfeld für den Schlossplatz?

"Ich bau 'ne Stadt für Dich" - der Song von Adel Tawil ist inzwischen so etwas wie die Erkennungsmusik des Jülicher InHK. Dabei trifft es das gar nicht genau, wie Bürgermeister Axel Fuchs immer wieder betont. Gemeinsam mit den Jülichern soll die Idee und die Umsetzung der "neuen Stadt" gelingen. Das Integrierte Handlungskonzept ist vor rund einem Jahr auf den Weg gebracht worden. Die Erkenntnisse der Bewohner der Stadt, der Studenten auf dem Campus Jülich, Schüler und Mitarbeiter der Stadtverwaltung hat die mwm-planungsgruppe aus Aachen als projektbegleitendes Büro zusammengetragen und stellte sie im jüngsten Bürgerforum auf zahlreichen Schautafeln vor. Damit fiel der Startschuss für die Zielgerade zur “Antragstellung für Förderungen”, die noch im kommenden September erfolgen soll.

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Vom abstrakten Prozess zu konkreten Projekten zu kommen ist das Ziel der kommenden Monate. Rund 100 Besucher zeigten sich interessiert, folgten der Präsentation durh Bernd Niedermeier von der mwm-planungsgruppe und nutzten eifrig die Möglichkeit, vor Ort schon ein Votum für Projekte abzugeben. So genannte „Lupenräume“ sind benannt und betrachtet worden: Der „westliche Stadteingang“ etwa, im Klartext das Areal der derzeitigen Feuerwehr über das derzeitige Stadtwerke-Gelände bis zur Rur. Hier spielt wieder das Thema „Der Fluss gehört zur Stadt“ eine Rolle. Rücksicht genommen werden soll auf „Identitätspunkte“ wie die alte Wache.

Ein Blick aufs Ganze erfordert die Marktplatzsituation. Hier stellten Bäume, Bänke und Papierkörbe eher eine Barriere dar und verhindere eine multifunktionale Nutzung sowie eine alternative Marktbeschicker-Aufstellung. Hinzu kommt der Kirchplatz, der derzeit „ohne Aufenthaltsqualität“ sei.

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Die „Baustelle“ Schlossplatz wurde ebenfalls betrachtet. Von einem Pflanzkonzept war die Rede und auch von „Wasser als Attraktivitätsfaktor“. Vorstellbar wäre nach Überlegungen der Planer etwa ein ebenerdiges Fontänenfeld, das dann abschnittsweise oder vollständig zu Veranstaltungszwecken „überbaut“ werden könne. Ein neu gedachtes Wegenetz, das auch die „Trampelpfade“ berücksichtigt, wurde vorgestellt und wie Laufwege gegebenenfalls auch durch kluge Wegeinfassungen, die auch als Sitzgelegenheit dienen können, kanalisierbar wären.

Bewegung in der Stadt gehört zu den zentralen Themen. Überschrieben wir es oft mit dem Stichwort „Zukunft der Mobilität“, die einerseits im Blick hat welche Fortbewegungsmöglichkeiten und -Alternativen genutzt werden können, andererseits Straßenverbindungen betrachtet – Stichwort „Lückenschluss“. Sie gelten für Fußgänger ebenso wie Radfahrer und Autofahrer. Bei der Großen Rurstraße etwa müsse eine Entscheidung fallen, wieviel und welchen Verkehr man auf dieser Straße unterbringen wolle. Derzeit habe sie vor allem den Charakter einer Umgehungsstraße. Baulücken könnten geschlossen werden und mit einer Attraktivierung auch eine „Adressbildung“, wie Niedermeier es nannte, erreicht werden. Dazu gehörten dann beispielsweise auch Bäume am Straßenrand, die zusätzlich gut fürs Stadtklima wären.

Darüber hinaus geht es um flankierende Maßnahmen. Darunter fällt einerseits etwa ein Lichtkonzept. Unterschieden wird zwischen Funktionsbeleuchtung und „Spots“, die besondere Sehenswürdigkeiten in den Blick rücken würden.

Ganz deutlich wurde, dass diese Punkte nicht alle von der Stadt selbst verändert werden können: Es gelte sowohl den Landesbetrieb NRW einzubinden als auch private Immobilienbesitzer. Sie sollen begeistert und motiviert werden, sich auf das große Gesamtkonzept einzulassen. Dafür bräuchte es gegebenenfalls ein „City-Management“, sagte Bernd Niedermeier von der mwm-planungsgruppe.

Geduld ist etwas, das hier ebenfalls gefordert ist. Die Antragstellung im Herbst wird einen Prozess anstoßen, der bis zu zehn Jahre in der Umsetzung dauern kann.

Eine Online-Beteiligung, die erbringen soll, welche Projekte von den Jülichern unterstützt würden, sowie Anregungen aufnehmen, ist auf der Website www.zukunftsstadt-juelich.de bis Anfang April möglich.


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