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Klang der Geschichte

Wie hört sich eigentlich Geschichte an? Diese Frage beantwortet das Theaterstück “Ich wand’re durch Theresienstadt”. Es ist eine Zusammenarbeit des Schauspielers Roman Knižka und des Bläserquintetts OPUS 45. Sie führten das ergreifende Stück über das Leben der Häftlinge im Konzentrationslager Theresienstadt am Dienstag, den 2. Juni an der Sekundarschule Jülich auf. Das Stück bestand aus Originaltexten der Inhaftierten und untermalender Musik. Auch einige der Musikstücke wurden von inhaftierten Komponisten in Theresienstadt geschrieben.

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Das Ensemble Opus 45 war zum zweiten Mal zum Schulkonzert in der Sekundarschule. Foto: Dorothée Schenk
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Fesselnd, berührend und eine Achterbahn der Gefühle: Das war “Ich wand’re durch Theresienstadt”. Zusammen haben Roman Knižka und das Bläserquintett Opus 45 dieses Stück in der Sekundarschule Jülich aufgeführt. Die Geschichte sollte den Schülern das Leben im Konzentrationslager (KZ) Theresienstadt greifbar machen. Dazu wurden Originaltexte von Häftlingen in Theresienstadt zu verschiedenen Erlebnissen wie der Ankunft, dem Kulturleben und den dabei verspürten Emotionen vorgetragen. Die Texte wurden jedoch nicht nur einfach vorgelesen – Roman Knižka trug sie mit einer Leidenschaft vor, als wäre er selbst dabei gewesen. Obwohl er als Schauspieler allein auf der Bühne stand und auch mit der Technik nicht alles glatt lief, schaffte er es mit seinem Ausdruck den gesamten Raum einzunehmen.

Zusätzlich untermalte Opus 45 die Erzählungen mit passender, zeitgenössischer Musik, was das Stück noch fesselnder machte. Auch einige der Musikstücke stammen von inhaftierten Komponisten aus dem KZ, wie zum Beispiel Pavel Haas, Viktor Ullmann und Hans Krása. Den Musikern war ihre Hingabe zum Spielen und zum musikalischen Erzählen der Geschichte sichtlich anzumerken. Sie bewegten sich rhythmisch mit und legten sich richtig in die Klänge ihrer Instrumente hinein.

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Das Zusammenspiel aus Musik und Text war perfekt aufeinander abgestimmt. Eine Stelle die besonders in Erinnerung blieb, handelte von einer Gruppe von polnischen Kindern, die neu in Theresienstadt waren. Sie hatten panische Angst davor “unter die Brause” zu müssen, denn ihre Eltern hatten sie gewarnt: “Baden bedeutet den Tod!”. Aus den Brausen kam nämlich Gift, welches die Nationalsozialisten in den KZs dazu verwendeten, die Häftlinge gesammelt in Gruppen qualvoll hinzurichten. Diese Kinder wurden in Theresienstadt noch davor verschont, doch nach sechs Wochen wurden sie nach Ausschwitz deportiert “und dort, direkt nach ihrer Ankunft …”. Knižka beendete den Satz mit einer langen bedeutungsschweren Pause. Was passierte blieb unausgesprochen, doch die Stimmung war gedrückt, denn jeder wusste was den Kindern angetan wurde. Passend zur Atmosphäre setzte das Quintett mit trauriger, ergreifender Musik ein.

Auch der HERZOG durfte ein Teil der Aufführung sein. Ariane Schenk, Redakteurin der HERZOG_Redaktion, erklärte sich am Vortag spontan dazu bereit den Einleitungstext vorzutragen, welcher auch eine Erinnerung einer Inhaftierten in Theresienstadt war. Dass sie den Text einen Tag vorher zum ersten Mal gesehen hat, konnte man ihr kein Stück anmerken. Sie machte es dem Publikum möglich sich in die Situation der Deportation einzufühlen und die Emotionen von Angst und Ungewissheit nachzuempfinden.

Gesponstert wurde die Veranstaltung von der Hans Lamers Stiftung. Durch sie erhielten die circa 350 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Sekundarschule Jülich, des Gymnasiums Zitadelle und des Mädchengymnasiums Jülich, die Möglichkeit dieses faszinierende Stück zu sehen.

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