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Antrieb mit Jülicher Sonne und Wasserstoff

Das ist landesweit einzigartig: Der Kreis Düren wird bald eigenen grünen Wasserstoff herstellen. „Wir werden im Brainergy-Park eine große Solaranlage errichten und einen Elektrolyseur, in dem Wasserstoff produziert werden kann“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn bei der Vorstellung des Projekts vor zahlreichen Vertretern aus Wissenschaft, Forschung, Verwaltung und Politik.

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Um Jülicher Potentiale ging es unter anderem bei der Veranstaltung “Wir im Kreis Düren mit Wasserstoff in Richtung Zukunft”. Foto: Dorothée Schenk
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Zweieinhalb Stunden lang bekamen die rund 130 gelandenen Gäste hochkarätige Wortbeiträge rund das Thema Energie der Zukunft: Die Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff und Solarenergie sowie E-Mobilität wurden anschaulich ausgebreitet und dabei klar: Im Kreis Düren und im Jülicher Brainergy Park sind diese Möglichkeiten bereits vorgezeichnet.

Der Kreis ist dabei, den Öffentlichen Nahverkehr auf Elektromobilität umzustellen und dabei auch auf Wasserstoffantriebe zu setzen. Erst in der vergangen Woche nahm der Landrat von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst eine 1,3 Millionen Euro schwere Förderung für die ersten fünf Wasserstoffbusse im Kreis Düren entgegen. „Dieser Weg ergibt aber nur Sinn, wenn wir auch auf grünen Wasserstoff setzen“, betonte der Landrat. Deshalb wird im Brainergy Park ein großer Solarpark gebaut, in dem der Strom produziert wird, der zur Herstellung von Wasserstoff benötigt wird. Damit trage der Kreis zu einem nachhaltigen Umweltschutz bei. Landrat Wolfgang Spelthahn erinnerte an das große Klimaschutzprogramm, das weit mehr als 100 Maßnahmen umfasst und einstimmig vom Kreistag beschlossen wurde. Bis 2035 soll der Kreis Düren klimaneutral sein, die Kreisverwaltung bis 2025.

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Baubeginn für die Solaranlage mit rund 18.000 Modulen und den Elektrolyseur, der in etwa so groß ist wie zwei längere Container, ist im kommenden Jahr. Investiert werden zirka 16 Millionen Euro. Bis Ende 2022 soll alles stehen. Mit der PV-Anlage kann der Kreis Düren seinen eigenen Bedarf für die Wasserstoffbusse und die zunächst geplanten vier Wasserstoffzüge decken (9 Megawatt). Grundsätzlich ist die Anlage erweiterbar, so dass noch größere Mengen grüner Wasserstoff hergestellt werden können. Immer wieder werde er gefragt, wo Wasserstofffahrzeuge betankt werden können, sagte der Landrat. Im Gewerbegebiet „Im großen Tal“ in Düren wird die erste Wasserstoff-Tankstelle im Kreis Düren entstehen, vier weitere seien geplant, sagte der Landrat.

Die Wertschätzung für die strategischen Lösungen zeigte Michael Theben vom NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie durch sein Kommen und seine lobenden Worte: Der Leiter der Abteilung Klimaschutz bescheinigte dem Kreis Düren, „als Wasserstoff-Region schon sehr weit zu sein“ und rückte es damit in die landesweite Perspektive, „das Wasserstoff-Land“ NRW.

Prof. Bernhard Hoffschmidt, Technischer Geschäftsführer Brainergy Park und Direktor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt am Institut für Solarforschung, stellte das zukunftsweisende Konzept des Brainergy Parks vor. „Wir haben Rückenwind durch den Strukturwandel“, sagte Hoffschmidt. Mehr als 70 Prozent der Flächen des Brainergy-Parks seien bereits reserviert beziehungsweise angefragt.

Georg Schmiedel, Geschäftsführer der F&S Solar, die die Solaranlagen errichten wird, informierte über die lokale Wasserstoff-Produktion und den PV-Park, der „drei Mal so groß wird wie der Park in Inden“. Die Energiewende werde aus dem Kreis Düren und Deutschland in die Welt getragen. Thomas Gaksch (Linde AG) und Andreas Schmuderer (Siemens AG) beschäftigte sich ebenfalls mit der Vor-Ort-Produktion von grünem Wasserstoff. Beide Unternehmen zeigen Interesse, den Elektrolyseur zu bauen. Rainer vor dem Esche, Geschäftsführer des Jülicher Unternehmens NPROXX kündigte an, dass sein Unternehmen, das Wasserstofftanks herstellt, in Zukunft stark investieren und Arbeitsplätze schaffen wolle. „Wir schaffen gemeinsam die Wasserstoffwende“, sagte der Manager.

„Wir haben brillante Köpfe und gute Ideen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn zum Schluss. Beides gelte es weiter zu nutzen – getreu dem Motto der Veranstaltung: „Mit Wasserstoff Richtung Zukunft.“


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