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Erste Kandidaten für die Landtagswahl nominiert

Die ersten Kandidaten für die Landtagswahl am 17. April 2027 stehen fest: Der SPD-Kreisverband Düren/Jülich hat gewählt. Ins Rennen um Landtagsmandate schicken sie den Jülicher Mo Khomassi und den Dürener Andreas Isecke.

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Mo Khomassi am Rednerpult
Mo Khomassi bewirbt sich um das Landtagsmandat 2027. Foto: Dorothée Schenk
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Neue Gesichter für eine Neuausrichtung, die nach vorne schauen will. Zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten ist wieder ein Kandidat aus Jülich für die Landtagswahl nominiert. Mit Mo Khomassi, dem Spitzenkandidaten der Kommunalwahl 2025 in Jülich, Kreistagsabgeordneten und stellvertretenden Parteivorsitzenden des Ortsvereins, hat der SPD-Kreisverband einen politischen Newcomer mit einer deutlichen Mehrheit von fast 93 Prozent nominiert. Der überzeugte Wahl-Jülicher mit libanesischen Wurzeln überzeugte mit seiner Vorstellung, die er eng an seine Kandidatur knüpfte. Seine Lebensgeschichte, die – so sein Selbstverständnis – das sei, wofür die SPD immer gestanden habe: eine Aufstiegsgeschichte von „ganz unten“.

Viele Kompetenzen aus persönlichem Erleben benannte er in seiner Rede. Etwa beim Thema Migration: Mit seinen Eltern aus dem Libanon geflohen, erlebte die Familie jahrelange Ankunftsschwierigkeiten, da die Ausbildung der Eltern nicht anerkannt wurde. Hier will Khomassi ansetzen. Schnellere Anerkennung von Qualifikationen ist ein Ziel. Er selbst habe nach seiner Ausbildung im Schichtdienst gearbeitet, kenne also die Schwierigkeiten, „nach einer Nachtschicht nach Hause zu kommen, wenn die Kinder gerade zur Schule gehen, und wieder zur Arbeit zu gehen, während sie schlafen.“ Das sei eine große Belastung für den Arbeitenden wie die Familie.

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Apropos Familie: Inklusion ist ein weiteres Fokusthema. Das mittlere seiner drei Kinder lebt mit einer Behinderung. Seine Frau, von Beruf Lehrerin, habe ihre Arbeit aufgegeben, damit er arbeiten konnte. Seine Erkenntnis aus persönlicher Erfahrung: Es mangelt nicht an dem Willen zur Unterstützung. Schwierig sei es, weil „Informationen fehlen, Strukturen zu kompliziert sind und vieles nicht zusammenpasst“. Erfahren habe er in dieser Zeit auch, „wie schwer unser System für Familien sein kann“. Verlässlichkeit sei wichtig – das gelte auch für die KiTa. Auch hier fußten die Aussagen auf persönlichem Erleben, da sein jüngstes Kind derzeit noch in den Kindergarten geht.

Khomassi wirft in die Waagschale, dass er die Lebenslagen hautnah kennt, von denen er spricht. Er wisse, welche Probleme es gebe und dass sie oft vor Ort anfangen. Hier versprach er, anzupacken. Mo Khomassi spricht sechs Sprachen. Ein Potenzial, das er seit elf Jahren bei der Stadt Jülich im Sozialamt einbringt. Sein Einsatzbereich ist bei den Geflüchteten und Asylbewerbern. Eine Arbeit, durch die er feststellte: „Wenn Menschen eine Chance bekommen, dann nutzen sie diese auch. Diese Einstellung ist für mich SPD pur.“ Einsetzen will er sich für „Malocher und Macher“ und band in seiner Rede Berufsbeispiele über alle Wahlkreis-Kommunen hinweg ein. Es komme auf alle an, betonte er.

Ehe es zur Kandidatenvorstellung kam, schwor Jochen Ott, SPD-Bewerber für den Ministerpräsidentenposten, die Sozialdemokraten auf den Wahlkampf ein. Die Energie, mit der Ott seine Rede vortrug, sprach für den ausdrücklichen Willen, Hendrik Wüst als Landesvater ersetzen zu wollen. Werkzeug dafür sollen neue Ansätze im Wahlkampfverhalten seiner Partei werden. Ott sprach sich dafür aus, als Sozialdemokraten weiter an eine gute Welt zu glauben und als SPD „eine große Geschichte“ zu erzählen. Überhaupt sei es wichtig, mit Geschichten, „Herz und Emotionen“ die Menschen da abzuholen, wo sie seien, statt politische Schlagworte zu verwenden. „Die Menschen wollen, dass wir kämpferischer sind“, formulierte er und rief seine Parteigenossen ebendazu auf. Dazu formulierte er auch das Ergebnis einer Zielgruppenbefragung der SPD: Die Wählerinnen und Wähler seien künftig nicht mehr als „Arbeiter“, sondern als „berufstätige Familien“ zu verstehen – wobei das Wort „Familie“ dabei weit gefasst sei. Es gehe generell um „Menschen, die nicht nur für sich selber leben“. Daher müsse das neue Selbstverständnis „Family First“ sein. Um diese und die Anforderungen unserer Zeit zu erfüllen, sei es gut, so Ott, dass die beiden Kandidaten der Dürener Wahlkreise „Jungs aus dem Lävve“ seien.

Andreas Isecke hatte sich für den Wahlkreis Düren II vorgestellt. Er selbst ist seines Zeichens stellvertretender Bürgermeister in Düren. Er berichtete von positiven Einblicken in die Region, aber auch von Bereichen, in denen er konkreten Handlungsbedarf sehe.

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HERZOGin mit Leib und Seele. Mein HERZ schlägt Muttkrat, Redakteurin gelernt bei der Westdeutschen Zeitung in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Magistra Artium der Kunstgeschichte mit Abschluss in Würzburg. Versehen mit sauerländer Dickkopf und rheinischem Frohsinn.

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