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Lokal bleibt lokal

Ganz kurz formuliert: Das Bauernhofcafé am Markt 8 bleibt. Neue Herren im Haus werden Ross und Paddy Lynch, den meisten Jülicherinnen und Jülichern seit 25 Jahren als gastronomisches Erfolgsduo aus dem Nordviertel bekannt. „Ein Abenteuer“ nennt es Henrik Heinen, der als Mitgesellschchafter in das neu gegründete Unternehmen eingestiegen ist. Einige Hürden, sind allerdings noch zu nehmen. Vor allem vertragliche. Hier steht – trotz allem Bemühen, wie Henrik Heinen unterstreicht – ist der Mietvertrag noch nicht unterzeichnet.

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Die Brüder Lynch und Henrik Heinen wollen das Bauernhofcafé weiterführen. Foto-Montage: HZGM
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Die Brüder Lynch stehen für verrückte und vielseitige Ideen, die den Lokalbesuch zum Erlebnis machen, für die Lust an der Gastronomie und die Freude an Gästen, mit denen sie auch gerne feiern. Ross Lynch stellt aber klar: „Wir machen keinen Irish Pub 2“. Der Grund, das Bauernhofcafé zu übernehmen, sei vielmehr gewesen, dass sie und Henrik Heinen von Max Lenzenhubers Konzept überzeugt gewesen seien. „Wir wollen im Sinne von Max Lenzenhuber weitermachen, aber das Konzept weiter ausbauen“, erläutert Heinen. Dankbar ist das Trio, dass ihnen der Vorgänger viel logistische Schützenhilfe und Unterstützung zukommen lässt.

Im Klartext heißt das für die Gäste: Der Name bleibt erhalten und die bunte Kuh als Markenzeichen vor dem Café auch, von der Ross Lynch grinsend meint, dass sie sehr Instagram-tauglich sei als Fotopunkt und Identifikationsfigur. Vor allem aber werde weiterhin lokal eingekauft und Regionales angeboten. Wofür Ross und Paddy Lynch nämlich bekanntermaßen auch stehen, ist die Verbundenheit zu Jülich. Als irische Mutterkrate haben sie sich ein großes Netzwerk aufgebaut, auf das sie bauen können. Sie kennen die Stärken des kulinarischen Angebots der Stadt von ortsansässigen Metzgereien, Tortenbäckern, Brotsommeliers, dem Geflügelhof bis zum Eventcaterer mit seinen Eigenkreationen. All das wollen sie für ihre Speisen nutzen, aber auch zum Kauf anbieten. Und das ist neu: Das Thema „Bauernhof“ soll stärker betont werden. Damit setzen sie nicht nur einen eigenen Akzent, sie leben auch eine Familientradition weiter: Großvater Lynch, so erzählt Ross, habe bereits in Irland einen kleinen Hofladen betrieben, in dem es frische Eier und von der Großmutter eigenhändig hergestellte Blutwurst gegeben hätte. Ein Vorbild, wie die Brüder finden. Markenriesen wird man im Verkaufsangebot vergeblich suchen.

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Einsatz mit dem richtigen „Spirit“
Los geht es mit einem „Soft Opening“ am Sonntag, 1. Februar. Die vollständige Übernahme erfolgt laut Vertrag ab 1. März. Bis dahin ist noch viel zu tun. Gespräche mit Lieferanten sind zu führen, aber vor allem sind Personalfragen zu klären. Den „Spirit“, der die Mannschaft im Irish Pub im Nordviertel prägt, möchte das Trio des Bauernhofcafés auf das Team am Standort Markt 8 übertragen. „Im Pub ist das Personal zu einer gewissen Selbstständigkeit erzogen“, erklärt Henrik Heinen. „Sie fühlen sich alle als Teil des Teams und setzen sich für den Pub ein.“ Das soll künftig auch am zweiten Standort so sein. Dafür kommt Pub-Personal im kommenden Monat am Markt zum Einsatz. Das Team soll zusammenwachsen. Das braucht Zeit, ist den Gastronomen klar. „Die Location und das Konzept stehen. Worum es jetzt geht, sind aber die Menschen und die Produkte“, sagt Paddy Lynch.

Das „Werden“ ist das große Thema des Trios Bauernhofcafé: „On the fly“ – also im laufenden Betrieb, so heißt es – wird viel entschieden werden müssen. Das bedeutet Vorfreude, aber auch eine Menge (An-)Spannung. Ziel ist es, dass sich das angestammte Frühstücks- sowie Kaffee-und-Kuchen-Publikum wiederfindet, aber auch Gesellige für den After-Work-Drink im Bauernhofcafé einen interessanten Anlaufpunkt finden. Für sie sollen auf der Speisekarte neben Bewährtem auch Tarts und Quiche sowie eventuell die Flammkuchen aus dem Pub – natürlich dem Ort angemessen „gepimpt“ – stehen. Das bedeutet auch: Die Öffnungszeiten des Bauernhofcafés, das aktuell von 9 bis 17 Uhr Gäste empfängt, sollen nach hinten verlängert werden. Wann es dazu kommt, ist noch nicht festgelegt.

Spaß im Glas und kulinarische Kreationen
Während Ross weiterhin im Pub die Verantwortung trägt, hat Bruder Paddy Lynch jetzt die Federführung im Café. So hat der leidenschaftliche Koch Ross – instagrambekannt als Kitchen Horst – die Hände frei für interessante kulinarische Kreationen. Erprobt, für gut befunden sind im Pub die Aktionstage. Sie soll es künftig auch am Markt 8 geben. Freuen dürfen sich Gäste auch auf eine neue Getränkekarte. Sie wird wiederum regional geprägt sein. Ins Glas kommen neben Lynch’s Ale, Amelner Tröpfchen – statt des bekannten Kräuterlikörs mit dem Geweih – und Lömmelömm, die Limonade aus Köln, die außerdem noch vegan ist. Da entstehen natürlich Synergien mit dem Pub. Regelmäßige Gäste im Nordviertel wissen, dass Paddy außerdem eine Leidenschaft für Cocktails hat. Künftig sollen sie aber nicht nur vor Ort genossen werden können, sondern auch im Set für zu Hause gebucht werden können. „Aber die Rezepte bleiben geheim“, betont er grinsend.

Mehr hierzu in: Der „Schwan“ schließt


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