Die Eröffnung des Superrechners Jupiter, die bundesweit und über die Grenzen hinaus Jülich ins Gespräch brachte, und die Wiederwahl als Bürgermeister gehören zu den Höhepunkten 2025, die Bürgermeister Axel Fuchs benennt. Aber auch die Innenstadtentwicklung stellt er heraus und hier vor allem die Eröffnung des Marktplatzes und der Pasqualini-Statue. Mit über 1.000 Besuchern habe man ein großartiges Fest bei bestem Wetter gefeiert. Zur Innenstadtentwicklung gehörten auch der Kirchplatz und die Kölnstraße. „Da rechnen wir auch in den nächsten Wochen mit der endgültigen Fertigstellung bis zum Kreisverkehr.“ Herausragend sei natürlich auch das dreitägige Pasqualini-Zeitsprung-Festival gewesen. „Die Reaktionen, die wir bekommen haben auf dieses einzigartige Festival, waren großartig. Und deswegen werden wir es auch fortführen.“
Nach dem Fest ist vor dem Fest: Die Planungen für das nächste Pasqualini-Zeitsprung-Festival 2027 haben also bereits begonnen, und an einem namhaften Headliner wird ebenfalls schon „gegraben“, verriet der Bürgermeister. Und noch ein Blick in die Zukunft und zur Innenstadtentwicklung: „Es wird wieder ein Weinfest geben. Es wird auf dem Schlossplatz stattfinden, der dann auch einem Facelifting unterzogen wurde.“ Das heißt: Bis Mitte Juli 2026 soll der Schlossplatz fertig sein.
Und das, obwohl die Zeiten schwieriger werden. Ja, räumt Axel Fuchs ein: „Der Haushalt wird eine große Herausforderung – nicht nur für die Verwaltung und insbesondere für den Kämmerer, sondern auch für die Kommunalpolitik.“ Alleine 60 Millionen Euro seien in diesem Jahr an den Kreis Düren abzuführen. Die Summe beinhaltet die allgemeine Umlage, die Jugendamtsumlage und höchstwahrscheinlich die neue ÖPNV-Umlage. Die finanzielle Schieflage sei kein spezifisches Jülich-Problem. Das dürfte für die Leserschaft keine Überraschung sein, ist es doch alljährlich in ähnlicher Form in den Haushaltsreden zu hören. Auch das Thema Einwohnerveredelung bringe hier keine besseren Perspektiven. „Aber irgendwas muss passieren. Und ich bin ja auch im engen Austausch mit meinen Kollegen und meiner Kollegin hier im Kreis Düren. Wir haben alle das gleiche Problem. Und die Lasten sind enorm. Es wird eine spannende Zeit, auch haushaltstechnisch und haushaltsrechtlich.“

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Und da soll die gemeinschaftliche Bürgerschaft noch positiv ins Jahr gehen? „Ich bin guter Dinge, dass wir das hinbekommen“, sagt Bürgermeister Fuchs. Die Frage „Was kann sich die Stadt noch leisten? Was leistet sich die Stadt noch?“ beantwortet er ganz klar: Die Innenstadtentwicklung wird durch die leeren Kassen nicht angetastet. „Die Förderbescheide sind ja in der Welt. Den Eigenanteil haben wir ja schon längst nachgewiesen über den fortgeführten Haushalt.“ Darüber hinaus würden die Einschränkungen – konkret geht es um das Haushaltssicherungskonzept – nicht für den investiven Bereich gelten. Anderes gilt für die Personalkosten, bei denen Fuchs kein Sparpotenzial sieht. Wer im Tarifbereich arbeite, und das gelte für rund 90 Prozent der Verwaltungsbeschäftigten, habe „auch ein Anrecht darauf, vernünftig bezahlt zu werden“.
Auch bei den freiwilligen Leistungen, die im Gesamthaushalt ungefähr zweieinhalb Prozent ausmachten, sieht er keine Einsparmöglichkeiten. Der Gewinn für Jülich, der aus Einrichtungen wie Stadtbücherei, Musikschule und der Unterstützung für Vereine hervorginge, sei ungleich höher. „Sie sorgen unter anderem dafür, dass wir hier in Frieden und vor allen Dingen auch zufrieden leben können.“ Und für Zuzug. Die Zielmarke 40.000 Einwohner steht, auch wenn das mit strukturellen Veränderungen einhergeht – etwa der Einrichtung einer Berufsfeuerwehr.

Und neue Wohngebiete oder Neubauten? Auch hier nickt der Bürgermeister: Die Schneidersstraße wird 2026 fertig, Gut Nierstein hatte Startschwierigkeiten (LINK), und jetzt ist auch die Tiny-Haus-Siedlung an der Lindenstraße erschlossen, eine zweite wird auf dem Nordpolder entstehen, so der Beschluss kurz vor Weihnachten 2025. „Und wenn der Förderbescheid dann vorliegt, werden in der Schneidersstraße noch einmal 117 Wohneinheiten entstehen, davon 100 im Bereich des sozial geförderten Wohnungsbaus. Und davon ein Block, das ist ein ganz besonderes Projekt: Ein Block wird vorgehalten für Alleinerziehende“, verrät Axel Fuchs. Genau wie im Modellprojekt Alte Ziegelei, das 2025 als erstes Bauprojekt zum inklusiven Wohnen in Jülich bekannt wurde, wird es in der Schneidersstraße eine Wohneinheit geben, in der Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam wohnen können. „Im Bereich des Wohnungsbaus sind wir in Jülich wirklich auf einem sehr, sehr guten Weg, sowohl was den frei finanzierten Wohnungsbau anbelangt als insbesondere aber auch den sozial geförderten Wohnungsbau.“
Apropos Bauen: Bis Ende 2030 – so lange gilt die Förderung aus der Fluthilfe 2021 – soll ein riesiges Sport- und Kulturzentrum links der Rur entstehen. Dazu gehört auch die „Ertüchtigung“ des Karl-Knipprath-Stadions. Bis dahin werden wohl auch erste Veränderungen bezüglich des Hallenbades angegangen. Es hängt in diesen Fällen wie stets an den Förderkulissen und auch den baurechtlichen Vorgaben. Inzwischen wird auch für alle sichtbar, was in aller Munde ist: Das Rathaus hat dringenden Sanierungsbedarf. Zwischen den Jahren ist auf der Empore im Foyer des Rathauses nach einem Wassereinbruch ein Stück Decke heruntergekommen. Derzeit wird die marode Stelle mit Pfeilern abgestützt. Klar ist inzwischen, dass im Brainergy Park ein Bürokomplex gebaut wird, der auch als Rathaus genutzt werden wird. Bürgernahe Bereiche wie das Bürgerbüro, die Annahmestelle, „also die Poststelle, wie wir sagen“, sowie das Standesamt werden innerstädtisch bleiben. „Der Arbeitskreis (aus Politik und Verwaltung, Anm. d. Red.) wird sich mit der Frage beschäftigen müssen, was insgesamt am jetzigen Standort Große-Uhr-Straße 17 passiert.“ Er selbst sei ergebnisoffen und wolle dem Gremium nicht vorgreifen. Da auch diese Pläne den Investitionshaushalt betreffen, hat das Haushaltssicherungskonzept nur bedingt Einfluss auf diese Maßnahme.
Intensivpflege braucht auch der Patient Krankenhaus. Vor dem Jahreswechsel hat die Politik sich entschieden, noch einmal zwei Millionen Euro zuzuschießen. Die Krankenhauslandschaft insgesamt sei ein schwieriges Kapitel, bestätigt Bürgermeister Fuchs. Immer mehr gäben auf oder wären insolvent. „Wir haben es bisher geschafft, das Krankenhaus am Leben zu erhalten“, betont Fuchs und richtet seinen Dank hierfür sowohl an „einen ganz hervorragenden Geschäftsführer“, Stefan Kück, als auch an die Landtagsabgeordnete Patricia Peil, „die uns da wirklich toll unterstützt“. Für eine weitere Sicherung müsste das Leistungsspektrum des Krankenhauses angepasst werden. „Nach unserer Planung könnte es darauf hinauslaufen, dass wir vielleicht so eine Art Geriatriezentrum hier im Raum Jülich und im Kreis Düren werden – ohne die Grundversorgung aus dem Auge zu verlieren.“
Außerdem seit wenigstens zwei Jahren im Fokus: der Walramplatz. Hier habe, so der Bürgermeister, der Investor noch einmal um Aufschub gebeten. „Wir gehen davon aus, dass spätestens in zwölf Monaten mit dem Bau begonnen wird.“ Im Netz zu lesen war folgende Melden zu lesen „Bis Mitte 2028 soll am Brückenkopf-Park in Jülich ein neues Dorint-Hotel mit 120 Zimmern entstehen. Parallel dazu liegt für das geplante Schwanenquartier an der Bahnhofstraße ein konkreter Zeitplan vor. Wie die Aachener Zeitung berichtet, soll der neue Lebensmittelmarkt Ende 2027 eröffnen. Der Baubeginn ist für Februar vorgesehen, vorausgesetzt, der Landesbetrieb Straßenbau erteilt die abschließende Zustimmung.“ Woher diese Nachricht stammt, ist Axel Fuchs nicht klar. „Da habe ich keinen neuen Stand, ob der Notarvertrag schon unterzeichnet worden ist. Also der Veräußerungsvertrag. Aber nach meinem Kenntnisstand ist der Investor nach wie vor guter Dinge, dort ein Hotel inklusive Lebensmittelmarkt und Pflegeeinrichtung zu bauen.“
Wenn man den Bürgermeister fragt, warum die Menschen in und um Jülich zuversichtlich in das Jahr 2026 gucken sollen, kommt die Antwort spontan: „Unsere Stadt. Ich glaube, wir müssen uns alle gegenseitig vergegenwärtigen, dass es uns eigentlich trotz der ganzen Probleme, die man hat, auch bei den Kommunalfinanzen insgesamt ganz gut geht. Und wenn wir das verinnerlichen, dann glaube ich, können wir insgesamt auch positiv in die Zukunft gucken.“





















