Start Politik B90/Die Grünen Im Sommer kühle Köpfe bewahren

Im Sommer kühle Köpfe bewahren

Ein heißer Dürresommer liegt hinter Deutschland. Für die Jülicher Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen guter Grund, Bilanz zu ziehen. In einem aktuellen Antrag im Ausschuss für Kultur, Dorf- und Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung (KDSW) ging es um Hitzeschutzmaßnahmen.

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Auch bei großer Hitze soll Jülich Aufenthaltsqualität behalten. Foto: Peyesces | Pixabay
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Was macht man, wenn die nächste Hitzewelle da ist? Ein Thema, das insbesondere im vergangenen Sommer die Gemüter umgetrieben hat. Wie man vorplant und Aufenthaltsqualität schaffen könnte, hat die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in einem Antrag vorgeschlagen und sich für einen Hitzeaktionsplan eingesetzt.

Es ging der Fraktion darum, Maßnahmen zu entwickeln, mit denen die Jülicher Bevölkerung vor extremer Hitze geschützt wird – gerade auch vulnerable Gruppen. Aus diesem Grund solle der Hitzeaktionsplan auch mit dem Seniorenbeirat erarbeitet werden.

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Letzten Endes sollen die Maßnahmen auch eine Ergänzung der Innenstadtumgestaltung des Integrierten Handlungskonzepts (InHK) sein. Schließlich solle die Aufenthaltsqualität auch im Sommer – eben auf den Klimawandel angepasst – eine Rolle spielen können.

Genannte Beispiele für Hitzeschutzveränderungen waren Trinkwasserspender oder -brunnen zusätzlich zu dem bereits auf dem Schlossplatz geplanten sowie schattige Sitz- und Spielplätze, mehr Aufmerksamkeit für bestehende Angebote und auch öffentlich zugängliche „Kälteräume“ sowie Entsiegelungen.

Wichtig sei auch, sogenannte Frischluftschneisen freizuhalten. Dabei handele es sich um freie Flächen, auf denen unter anderem „Kaltluftbahnen“ stattfinden – natürliche Luftströme, die besonders nachts kühlere Luft in die Stadt bringen.

Baudezernent Robert Helgers befand den Antrag zunächst als grundsätzlich gut, nachvollziehbar und sinnig. Bei Annahme des Antrags würde man die Vorschläge sukzessive abarbeiten.

Dabei betonte er noch einmal, dass der verlegte „Klimastein“ auf dem Schlossplatz schon eine gute Maßnahme sei und mittlerweile auch schon in mehreren Kommunen etwa auf Schulhöfen liege. Regenwasser versickere und komme bei Sonne wieder an die Oberfläche der Steine. Ebenso sei man dank baulicher Vertiefungen am Schlossplatz auch auf Klimawandelphänomen wie Starkregen vorbereitet.

Auch von Hannah Lüsgen, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik und Nachhaltigkeit, gab es einen kurzen Abriss der bisherigen Maßnahmen und Planungen: Letztes Jahr sei von Klimamanagerin Eva Strehl bereits eine „Refill-Aktion“ gestartet worden, bei der Orte mit blauen Tropfen markiert wurden, an denen kostenlos Trinkwasser aufgefüllt werden kann. Prüfbar sei, ob neben Schlossplatz und Grünstraße weitere Trinkwasserspender möglich sind.

In diesem Zusammenhang betonte sie auch, dass eine Stärkung der Refill-Aktion ebenfalls zu mehr Trinkmöglichkeiten führen könne. Im Blick sei auch das neue Hitzeportal des Kreises Düren. Dort seien bereits Schwimmbad und die Refill-Stationen eingetragen.

Für das nächste Jahr stünden kühle Aufenthaltsräume für Hitzewellen auf dem Plan. Dafür habe man bereits Ideen, die noch Absprachen bedürften. Es laufe außerdem bereits ein Antrag auf die Errichtung von „Klima-Oasen“.

Sie sei zuversichtlich, dass im Rahmen des Strukturwandels im nächsten Jahr Maßnahmen und Förderfenster stattfinden, die sich auf Flächenentsiegelung und Entschattung beziehen. Ihr Fazit: Man fange nicht bei Null an und nehme sich des Themas gerne an.

Von der Politik folgten grundsätzlich positive Reaktionen. Christian Klems (UWG JÜL) freute sich, dass die Stadt bereits auf dem Weg ist und schlug für seine Fraktion vor, den Antrag anzunehmen und zu überprüfen, was umsetzbar ist.

Lediglich die potenziellen Kosten wurden von Seiten der CDU angemahnt: Hans-Günter Engels schloss sich seinem Vorredner an, aber bat die Verwaltung, Vorschläge zur Umsetzbarkeit und zum Kostenrahmen der einzelnen Maßnahmen zu machen. Die Anschaffung fiele schließlich insbesondere bei den Trinkwasserbrunnen weniger ins Gewicht als die Unterhaltung.

Auch Fraktionskollege Norbert Hempsch fand wichtig, den Hitzeschutz im Blick zu behalten, auch wenn er bei der Wasserversorgung den jeweiligen einzelnen Menschen in der Verantwortung sah. Es sei wichtig, sich nicht zu bedeutenden Zukunftskosten zu verpflichten.

Beschwichtigend fiel die Entgegnung Lüsgens aus: Die bisherigen Maßnahmen seien sehr niederschwellig und hätten nichts gekostet, so auch die Eintragung in die Kreis-Karte „Kühle Orte“. Es würde ohnehin eher darauf hinauslaufen, im nächsten Jahr Fördermittel zu akquirieren. Was die Kosten für die Trinkwasserspender angeht, werde man auf die Politik zukommen, falls eine Fläche gefunden würde, an denen solch ein Spender nötig ist.

Der Antrag wurde bei zwei Enthaltungen angenommen.


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