Der September nahm ein zuckersüßes Ende. Anfang der Woche startete die Zuckerfabrik Jülich von Pfeifer & Langen in die Zuckerrübenkampagne 2026. Bereits Mitte Dezember soll die Verarbeitung der diesjährigen Ernte abgeschlossen sein – deutlich früher als in den vergangenen Jahren.
Doch für die Anbauerinnen und Anbauer im Rheinland war es ein herausfordernder Sommer: Über Wochen fehlten ausreichende Niederschläge. Gleichzeitig belasteten hohe Temperaturen die Bestände. Entsprechend rechnet der Zuckerhersteller mit deutlich unterdurchschnittlichen Rübenerträgen. Zusammen mit der reduzierten Anbaufläche steht in diesem Jahr somit eine deutlich geringere Rübenmenge zur Verfügung.
Regen bringt Entlastung, Ertragsverluste bleiben
Das Rübenjahr startete unter guten Bedingungen. Die Aussaat erfolgte im üblichen Zeitfenster, und bis Ende Juni entwickelten sich die Bestände gut. Danach bremsten hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge das weitere Wachstum.
Niederschläge und kühlere Temperaturen haben die Situation seit Mitte August im Rheinland entspannt und weiteres Wachstum ermöglicht. Doch die zuvor entstandenen Ertragsverluste lassen sich nicht mehr aufholen. Für das Anbaugebiet rund um Jülich erwartet Pfeifer & Langen daher deutlich schwächere Rübenerträge bei leicht unterdurchschnittlichen Zuckergehalten.
Investitionen in effiziente und klimafreundliche Zuckerproduktion
Pfeifer & Langen investiert kontinuierlich in die Zukunftsfähigkeit des Standorts Jülich. Das Werk modernisiert seine elektrische Infrastruktur und schafft so die Voraussetzungen für weitere Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs und zur Energietransformation der Produktion.
Bis spätestens 2040 will Pfeifer & Langen an seinen Standorten klimaneutral produzieren (Scope 1 und 2). Zugleich trägt das Unternehmen der wachsenden Nachfrage von Industrie und Handel nach klimafreundlich produziertem Zucker Rechnung.
Zuckermarkt unter hohem wirtschaftlichem Druck
Die deutlich schwächere Ernte trifft auf einen insgesamt angespannten Zuckermarkt. Hohe Produktionskosten und niedrige Zuckerpreise der vergangenen Jahre setzen Hersteller und Landwirtschaft wirtschaftlich unter Druck. Vor diesem Hintergrund wurde die Rübenanbaufläche gemeinsam mit der Landwirtschaft an die aktuelle Marktsituation angepasst und für 2026 reduziert.
Eine zusätzliche Belastung für die heimische Zuckerwirtschaft stellt die geplante Zuckersteuer auf zuckergesüßte Getränke dar. Pfeifer & Langen stehe für einen bewussten und maßvollen Umgang mit Zucker, bezweifle jedoch, dass eine solche Steuer angesichts der vielfältigen Ursachen von Übergewicht das geeignete Instrument sei.



















