Von tanzbaren Ska-Rhythmen über energiegeladenen Punkrock bis hin zu umgedichteten Schlagerklassikern spannte sich der musikalische Bogen des Abends. Dabei wurde deutlich, dass gesellschaftliche und politische Themen unabhängig vom Genre auf die Bühne gebracht werden können.
Den Auftakt des Abends machte die aus Aachen stammende Band Wegbier. Die Musiker überzeugten mit einer abwechslungsreichen Mischung. „Ich glaube, dass unsere Musik auch so ein wilder Mix ist. Also da ist immer ein bisschen Ska oder Reggae drin oder auch mal was Jazziges“, so Lasse, der Posaunist der Band. Frontsänger Matt fasste es noch etwas knapper zusammen: „Ich glaube, wir sind eine Big-Punk-Band.“ Besonders die Posaune prägte den Sound der Gruppe und verlieh den Songs eine unverwechselbare Note. Eigentlich gehört auch ein Trompeter zur Besetzung, dieser musste seinen Auftritt jedoch krankheitsbedingt absagen. Mal schnell und druckvoll, dann wieder nachdenklicher und melancholischer – Wegbier zeigte die ganze Bandbreite ihres Könnens. Gleichzeitig war die gute Stimmung innerhalb der Band jederzeit spürbar und übertrug sich schnell auf das Publikum. Mit zunehmender Spieldauer wurde vor der Bühne immer mehr getanzt. Immer wieder suchten die Musiker den Kontakt zu den Gästen und animierten sie zum gemeinsamen Feiern. Dass Veranstaltungen wie diese wichtig seien, betonte die Band auch im Gespräch: „Wir finden so etwas hier unterstützenswert. In den letzten Jahren hat das alles noch einmal eine ganz andere Relevanz bekommen. Wer heute kurz darüber nachdenkt, weiß, dass wir solche Konzerte brauchen.“ Damit unterstrichen die Musiker die Bedeutung von Kulturveranstaltungen und gemeinschaftlichem Miteinander.
Dass Punk auch mit einer gehörigen Portion Humor funktionieren kann, zeigten Kommando Butterfahrt aus Köln. Ihr Konzept ist ebenso einfach wie ungewöhnlich: Bekannte Schlagerklassiker werden in energiegeladene Punk-Versionen verwandelt. „Wir holen uns die ganzen alten Kamellen aus den 50er- bis 80er-Jahren und machen das alles dann ein bisschen punkig und mit Rock-’n’-Roll-Einflüssen drin“, erklärte Gitarrist Hannes. Passend zum Konzept standen die Musiker in silbernen Outfits und mit Krawatten auf der Bühne. Lediglich Frontmann Sascha verzichtete auf den einheitlichen Look.
Zum Programm gehörten unter anderem Songs wie „Über den Wolken“, „Griechischer Wein“ und „Sternenhimmel“, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Sänger Sascha scherzte dabei immer wieder mit den Besuchern im KuBa. „Wir waren noch nie hier. Es ist echt toll, dass ihr da seid und die Texte kennt“, sagte er lachend. Anschließend fügte er scherzhaft hinzu, die Besucher sollten sich trotzdem ein wenig schämen, dass sie die alten Schlagertexte kennen. Dabei geht es der Band nicht nur darum, altes musikalisch neu zu interpretieren. Auch problematische oder heute überholt wirkende Textpassagen werden überarbeitet. „Wir versuchen, das schon immer anzupassen“, erklärte Bassist Marco. So werden etwa sexistische oder diskriminierende Inhalte aus den Originalen bewusst verändert und in einen zeitgemäßen Kontext gesetzt.
Auch wenn ihre Musik oft mit einem Augenzwinkern daherkommt, engagiert sich die Band seit Jahren gegen rechte Tendenzen und Diskriminierung. „Wir sind eine der Protestsound-Bands und engagieren uns bei Kein Bock auf Nazis e. V. Das heißt, wir sammeln bei jedem Konzert Spenden und haben auch in den letzten Jahren immer ein Soli-Konzert diesbezüglich veranstaltet“, erklärte Gitarrist Timo. Hinter dem humorvollen Konzept steckt somit auch ein ernsthaftes gesellschaftliches Anliegen.
Den Schlusspunkt des Abends setzte die aus Italien stammende Ska-Punk-Band The Snouters, die derzeit auf Europatournee unterwegs ist. Mit ihrer energiegeladenen Show sorgte die Gruppe für die ausgelassenste Stimmung des Abends. Vor der Bühne wurde getanzt und gesprungen. Die Musiker verstanden es, das Publikum von der ersten Minute an mitzureißen, und bewies eindrucksvoll, dass Musik Menschen über Sprach- und Ländergrenzen hinweg verbinden kann. Kaum zu glauben, dass The Snouters erst seit drei Jahren gemeinsam auf der Bühne stehen. Mit ihrer Spielfreude und ihrer Bühnenpräsenz wirkten sie wie eine längst eingespielte Formation. Zwischen den Songs bezog die Band zudem immer wieder Position gegen Faschismus und griff damit das zentrale Anliegen der Konzertreihe auf.
Die Idee hinter „Klare Kante“ ist einfach: Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen möchten die Veranstalter des KuBas gemeinsam mit den auftretenden Bands ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Demokratie setzen. Die Konzertreihe soll Menschen zusammenbringen, die sich für ein offenes und respektvolles Miteinander einsetzen. Die dritte Ausgabe von ‚Klare Kante‘ zeigte einmal mehr, wie Musik und gesellschaftliches Engagement zusammenfinden können – und dass das Publikum dieses Angebot annimmt. Dass es eine vierte Ausgabe geben wird, steht für die Veranstalter bereits fest. Zwar findet „Klare Kante 4“ erst im kommenden Jahr statt, die Planungen laufen jedoch bereits auf Hochtouren.
Wer wissen möchte, welche Veranstaltungen demnächst im KuBa anstehen, findet weitere Informationen auf der Veranstaltungsseite.
Fotos: Oliver Garitz & Ariane Schenk






























































