Auch wenn ich mit dem Beginn der Laudatio vielleicht aus der Reihe falle, es ist mir zunächst ein unbedingtes Bedürfnis ein paar persönliche Worte an Euch alle zu richten. Es war und ist mir eine Ehre, dass Ihr mir diese Auszeichnung im vergangenen Jahr habt zuteil werden lassen. Ich hatte bis heute keine adäquate Gelegenheit, Euch das in aller Förmlichkeit aus tiefstem Herzen auszudrücken. Dafür nochmals meine zutiefst empfundene demütige Dankbarkeit und den herzlichsten Dank an Euch Lazarus-Brüder. Ein Dank geht auch an alle, die mich in diesem vergangenen Jahr in irgendeiner Weise unterstützt, angeleitet und vor allem mit mir gefeiert haben. Brauchtum und Tradition lebt davon.
Und damit, mein lieber Jörg, leite ich die Laudatio hoffentlich so ein, wie du sie im nächsten Jahr von Herzen empfindend halten wirst. Als stolzer, geehrter Muttkraat, aber wissend, dass wir alle demselben Mutt entsprungen sind. Zu dem wir auch alle irgendwann wieder zurückkehren. Memento mori.
Aber jetzt genieße die Zeit, die dir geschenkt. Mein lieber Jörg, ich sage es mit den Worten von Fürst Rainier, wie er die Sieger des Monaco Grand Prix beglückwünscht hat: „I‘m happy it’s you“.
Wobei es hier nicht um den Sieg im Rennen um eine Auszeichnung geht, denn dies hier ist die Würdigung deines Engagements und Schaffens, was eher, ich hoffe ihr könnt meine Gedanken nachvollziehen, in einem geringeren Tempo geschehen ist. Kontinuität, Zielstrebig- und auch Geradlinigkeit kann man nicht übers Knie brechen, dies braucht Bedacht. Bei dir bis zu dem Punkt, an dem dir diese Auszeichnung zu Teil wird, satte 60 Lebensjahre.
Geboren am 29.1.1966 in Jülich, ihr könnt ihm also durchaus zur Vollendung seines 6. Jahrzehnts noch gratulieren, als zweitgeborener Sohn von Annemie und Heinz-Gerd „Heino“ Bücher. Seine Eltern beziehungsweise seine Familie sind hier in Jülich wohlbekannt, ich denke es erübrigt sich, näher darauf einzugehen. Vor allem hier unter uns, weil sein Vater als Ordensträger unter uns weilt.
Aufgewachsen in Jülich, mit einem für unsere Verhältnisse ‚normalen‘ Ablauf. Denn uns zwei trennt altersmäßig ja nur ein knappes halbes Jahr.
Du hast den St-Josef-Kindergarten in Jülich besucht, wo du das erste Mal zarte Bande zu deiner heutigen Ehefrau Petra geknüpft hast, ihr ward in derselben Gruppe. Danach führte dich dein Weg zur KGS und hinterher weiter ans Gymnasium Haus Overbach, um deine Schullaufbahn mit der Hochschulreife abzuschließen. Es folgte eine Ausbildung an der Polizeischule Linnich sowie ein Studium in Köln, wobei auch Einsätze mit einer Hundertschaft und Streifendienst zu leisten waren. Mit dem abgeschlossenen Studium folgt dann bald der Wechsel zum LKA, wo du im Bereich der internationalen Rechtshilfe tätig bist.
Im Jahre 2000 wurden die eingangs erwähnten zart geknüpften Bande zu Petra festgezurrt. Ihr habt geheiratet und eure Zweisamkeit wuchs durch einen Sohn und zwei Töchter auf eine Familie an. Mittlerweile seid ihr Großeltern, was mir aus äußerst zuverlässiger Quelle berichtet wurde.
Doch nicht nur in familiären Belangen zeigtest du Interesse: Als ehemaliger Fußballer hast du in der Mittelrheinauswahl die Fußballplätze unsicher gemacht, es wird dir ein großes Talent nachgesagt. Du warst Mitglied beim SC Jülich 1910 und bist als treuer Anhänger der Fohlenelf noch immer dem Fußball verbunden.
Stadtgeschichtliches sowie auch überhaupt die Geschichte sind Sachen, die du mit großer Aufmerksamkeit verfolgst und dir Wissen darüber aneignest. Kein Wunder, dass du dann auch noch Asterix-Fan bist. Und auch der Traditionsgesellschaft St. Antonii und St. Sebastiani-Bruderschaft Jülich angehörst.
Du wirst heute hier ausgezeichnet für dein Engagement für das Brauchtum Karneval, denn als zweiter Vorsitzender des 1997 gegründeten FAJKZ warst du ab dem Jahre 1999, unter anderem mit den beiden Ehrenkappenträgern Adi Hochhausen und Gerd Hintzen, einer der Verantwortlichen, die die Weichen zu dem Kinderkarneval gestellt haben, wie wir ihn heute erleben und feiern dürfen. Du warst von Dezember 1999 bis September 2007 Mitglied des Vorstands, meinen verstorbenen Freund Hein natürlich immer im Nacken. Du warst mit eines der Saatkörner, welche zu dieser Blüte aufgegangen sind. In diesem Jahr zählt der Kengerzoch fast 1500 Teilnehmer.
Du warst einer der Mitstreiter wenn es darum ging, den Jülicher Karneval am Leben zu erhalten. Denn in den Jahren deiner Präsidentschaft haben wir alle so manche Hürde meistern müssen. Du setztest dich für den Erhalt der Stadthalle ein und warst mit dabei, wenn es um die Planung und Durchführung des Behörden- bzw. des Konfettiballs ging. Wir aben unsere Köpfe zusammengesteckt, wenn es um die Erweiterung des Festausschusses durch andere Jülicher Vereine und der unserer Stadteile ging. Ich habe das Gefühl, dass es langsam in den Köpfen der Leute ankommt, dass es nur voran geht, wenn wir an einem Strang ziehen. In dem Jahr, als Hein verstarb, hast du mit David zusammen die Sessionseröffnung moderiert und uns alle damit unterstützt. Der Lazarus lag dir immer am Herzen, wie sollte es auch anders sein, mit zwei Ordensträgern, Vater und Schwiegervater, in deiner Familie.
In deiner Gesellschaft KG Ulk bist du derjenige, der den Wandel und die Entwicklung dieser KG mit vorangetrieben hat. Du warst über viele Jahre Präsident der Gesellschaft, das Amt hattest du 2002 von Matthias Hellmann übernommen, und die Stiefel, in die du hineingestiegen bist, waren dir nicht zu groß. Nein, unter deiner Präsidentschaft ist der Generationswechsel in der Gesellschaft mit Bedacht vollzogen worden. Der Kleine Rat hat sich geöffnet und verjüngt. Eine Vielzahl von Senatoren habt ihr gewinnen können und einen Jugendsenat eingeführt. Dies funktioniert nur, wenn der richtige Mensch an der Spitze der Gesellschaft steht.
Deine KG hat dich, nachdem du Peter 2023 in einer Ulk-Sitzung die Kette und Pritsche weitergereicht hast, zum Ehrenpräsidenten ernannt, ich kann es nachvollziehen. Denn durch dein Handeln wurde der Grundstein für den Fortbestand der KG Ulk neu gelegt. Die Entscheidung, Platz für neue Köpfe machen, zeugt aber nicht nur von Weitsicht. In meinen Augen hebt dich das nochmals besonders hervor, denn es zeugt von einem wahrlich guten Charakter. Du hast das Feuer weitergegeben, nicht die Asche bewahrt. Und fachst ein neues kleines Feuer an, indem du als Heimatredner „Dä Amtmann“ das weiter führst, was dein Vater lange Zeit mit Bravour ausgeübt hat.
Mein lieber Jörg, es war mir eine Freude, diese Laudatio auf dich hier halten zu dürfen. Weil eine Laudatio zu halten über Menschen, die man mag und die Ehrung Taufpate und Ordensträger redlich verdient haben, leicht fällt.
Herzlichen Glückwunsch Jörg, herzlichen Dank für Eure Aufmerksamkeit und Lazarus Joot Preck
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