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Mehr als nur ein gemeinsames Mahl

Der HERZOG hat sich in in diesem Jahr vorgenommen, das Thema "Fastenzeit" in seinen unterschiedlichen Facetten zu beleuchten. Der erste Beitrag begleitet das gemeinsame Fastenbrechen in der St.-Franz-Sales-Kirche im Nordviertel. Hier setzten Christen und Muslime ein besonderes Zeichen des Miteinanders durch die Tischgemeinschaft in der katholischen Kirche zu der die muslimische Gemeinde eingeladen hat.

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Volle Tische beim gemeinsamen Fastenbrechen in der Sales-Kirche. Foto: Oliver Garitz
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Das Ereignis hat eine besondere Bedeutung für beide Glaubensrichtungen: Die Fastenzeiten beider Religionen verlaufen in diesem Jahr nahezu parallel. „Wir haben am Aschermittwoch angefangen, am Donnerstag hat der Ramadan begonnen – das passt in diesem Jahr besonders gut“, erklärte Pfarrer Hans-Otto von Danwitz. Deshalb sei das Fastenbrechen bewusst als gemeinsame Veranstaltung gestaltet worden.

Der Abend war vielfältig aufgebaut und wurde von Beyza Küçük und Alper Mert moderiert, die souverän durch das Programm führten. Neben Beiträgen von Kindern und Erwachsenen gab es geistliche Impulse aus beiden Religionen – von christlicher und muslimischer Seite. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Murat Cakmaz, der auf einer aus Bambus gefertigten Rohrflöte spielte und so für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre sorgte. Den feierlichen Abschluss bildete ein interreligiöses Friedensgebet. Dabei sprachen sowohl Imam Hussein Eljajieh als auch Pfarrer Hans-Otto von Danwitz ein Gebet.

Festliches Ambiente in der Franz-von-Sales-Kirche. Foto: Oliver Garitz
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Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Preises „Die Kunst des Zusammenlebens“. Ausgezeichnet wurde das Ehepaar Keim aus Jülich für seine vorbildliche 60-jährige Ehe, in der beide Religionen ihren Platz finden und die ein gelungenes Beispiel für gelebtes interreligiöses Miteinander ist. Im Mittelpunkt des Abends stand die Begegnung. „Die Hoffnung ist, mehr voneinander zu verstehen, miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte von Danwitz. Kennenlernen sei die Basis für Respekt und ein gutes Miteinander in der Stadt Jülich. Gerade mit Blick auf weltweite Konflikte und zunehmende gesellschaftliche Spannungen sei ein solches Treffen etwas Besonderes. „Angesichts der Lage in der Welt, in der so viel Abgrenzung und Krieg ist, ist das ein schönes Zeichen von Versöhnung und Frieden“, betonte der Pfarrer. Besonders hob er auch das Engagement der vielen Helfer hervor. Schon seit dem Mittag seien Vorbereitungen im Gange gewesen: Speisen wurden gekocht, Tische herangetragen und der Kirchenraum hergerichtet. „Allein die ganze Arbeit ist schon bewundernswert“, so von Danwitz.

Gemeinsam schmeckt es am besten. Foto: Oliver Garitz

Viele Besucher empfanden den Abend als sehr gelungen. Eine noch größere Beteiligung wäre wünschenswert gewesen, doch insgesamt überwog der Eindruck eines gelungenen Treffensund ein Abend der Gemeinschaft und des gelebten Miteinanders. Organisiert wurde die Veranstaltung federführend vom „Ideal Bildungsverein e.V.“ in Kooperation mit der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der muslimischen Gemeinde. Die Beteiligten sind auch über das Jahr hinweg im christlich-islamischen Gesprächskreis im Austausch und bereiten gemeinsame Projekte vor.

Das gemeinsame Fastenbrechen soll keine einmalige Aktion bleiben. Aus dem christlich-islamischen Gesprächskreis heraus entstand bereits eine weitere Idee: Im Advent wollen die christlichen Gemeinden ihrerseits die muslimische Gemeinde einladen und dabei Advent und Weihnachten in den Mittelpunkt stellen.
So wächst aus dem gemeinsamen Fastenbrechen mehr als nur ein gemeinsames Mahl – es entsteht ein fortlaufender Dialog, getragen von Respekt, Offenheit und dem Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben – in Jülich und weit darüber hinaus.


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