Start Magazin Geschichte/n Vom Leben und Wirken jüdischer Frauen im Rheinland

Vom Leben und Wirken jüdischer Frauen im Rheinland

Jüdische Frauenvereine: Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratie

34
0
TEILEN
Klara Caro. Foto: Susan Cowles
- Anzeige -

„Man mag sich zur Frauenbewegung stellen wie man will: […] man kann sie beachten oder man kann sie verachten … aber wegleugnen kann man sie nicht.“ Das schrieb 1897 Bertha Pappenheim, zu dem Zeitpunkt noch unter ihrem männlichen Pseudonym P. Berthold, in Frankfurt am Main. Im Sommer 1904 gründete sie den Jüdischen Frauenbund. Bemerkenswerterweise handelte es sich dabei um eine Vereinsgründung ohne Anregung und Mitarbeit durch männliche Vertreter. Anlässlich des internationalen Frauentags, wenn auch nicht am selben Tag, veranstaltet der Landschaftsverband Rheinland (LVR) am 22. März einen Vortrag zu Leben und Wirken von zwei jüdischen Wegbereiterinnen der Demokratie und des fortlaufenden Kampfes um die Gleichberechtigung von Frauen. Interessierte können bei einem Vortrag über und von Bertha Pappenheim und Klara Caro lernen.

Die Referentin Monika Grübel studierte Judaistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und den Universitäten Heidelberg und Köln. Seit 1999 ist sie wissenschaftliche Referentin für rheinisch-jüdische Geschichte beim LVR und Leiterin des LVR-Kulturhauses Landsynagoge Rödingen. Ihre Arbeitsfelder umfassen Filme, Vorträge, Publikationen, Veranstaltungen und Beratungen zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur im Rheinland

- Anzeige -

Die zweite Protagonistin des Vortrags, Klara Caro, kam 1909 nach Köln. Bald wurde sie aktives Mitglied des dortigen traditionsreichen Israelitischen Frauenvereins. Dazu kamen zahlreiche weitere Aktivitäten, so betreute sie seit 1913 die weiblichen jüdischen Gefangenen im Klingelpütz. 1926 gründete sie den Kölner Ortsverein des Jüdischen Frauenbundes. Beide Frauen kämpften auf je eigene Weise für Frauenrechte und Mädchenbildung, für eine Stärkung der jüdischen Identität und das Stimm- und Wahlrecht von Frauen inner- und außerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Im Vortrag werden Leben und Wirken der beiden skizziert und die Bedeutung ihrer Vereinsarbeit für die Stärkung von Demokratie und Frauenrechten beleuchtet. Abschließend geht es um den großen Bruch ab 1933: Wie veränderte sich das Selbstverständnis und das Engagement der beiden Aktivistinnen in der NS-Zeit, unter immer schwierigeren, letztlich lebensbedrohenden Umständen?

Der Vortrag findet am Sonntag, 22. März, um 15 Uhr statt. Der Eintritt kostet 3 Euro und beinhaltet die Möglichkeit das Gebäude zu besichtigen und Zugang zur Dauerausstellung.


§ 1 Der Kommentar entspricht im Printprodukt dem Leserbrief. Erwartet wird, dass die Schreiber von Kommentaren diese mit ihren Klarnamen unterzeichnen.
§ 2 Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.
§ 3 Eine Veröffentlichung wird verweigert, wenn der Schreiber nicht zu identifizieren ist und sich aus der Veröffentlichung des Kommentares aus den §§< 824 BGB (Kreditgefährdung) und 186 StGB (üble Nachrede) ergibt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here