Start Magazin Geschichte/n „Der ersehnte Fürst ist da!“

„Der ersehnte Fürst ist da!“

Eine musikalische Reise auf den Spuren des Erbprinzen Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg

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Abb. Bildarchiv Museum Zitadelle Jülich
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Ein besonderes Schlosskonzert erwartet die Gäste im April: Musikalisch wird an das Leben des Erbprinzen Karl Friedrich von Jülich-Kleve-Berg (1555–1575) erinnert. Der Tod des Prinzen in Rom mit knapp 20 Jahren hat die Geschichte des Rheinlandes tiefgreifend beeinflusst. Er löste letztlich den Jülich-Klevischen Erbfolgestreit aus, der zum Ausgreifen Brandenburg-Preußens in den Westen führte. Hätte dieser Krieg nicht stattgefunden, wäre die heutige Landkarte Europas vielleicht anders geworden.

Das Schlosskonzerte-Publikum reist zunächst in die Zeit der frühen Jahre Karl Friedrichs im Rheinland. Dafür stehen Werke von Martin Peudargent, Lautenspiel von Jean de Castro (c. 1540/1545-c.1600) sowie Heinrich Isaac (1450-1517). Weiter geht es mit dem Erbprinzen auf die Reise nach Rom. Passend zum Besuch der Höfe in Süddeutschland und Wien werden unter anderem Werke von Cesare Negri (um 1536-1602), Roland de Lassus (1532-1594), Ludwig Senfl (um 1490-1543), Giorgio Mainerio (um 1535-1582), Alessandro Striggio (um 1540-1592) und Jacobus Vaet (1529-1567) zu Gehör gebracht. Es war eine lange Reiseunterbrechung: Mehrere Jahre blieb Karl Friedrich am Hof von Kaiser Maximilian II. in Wien. Nach seinem Tod schrieb sein Lehrer Stephanus Winandus Pighius eine Hommage an ihn, Hercules Prodicius, deren Titel sich auf die Allegorie „Die Wahl des Herkules“ des Sophisten Prodicus von Keos bezieht. Indem er eine Analogie zwischen dem Helden und Karl Friedrich zieht, beschreibt Pighius den intellektuellen Weg des Prinzen als entschlossen, fröhlich und hochintelligent.

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Karl Friedrich wurde in Rom von Papst Gregor XIII. mit großen Ehren empfangen und feierte das Heilige Jahr 1575 im Petersdom wenige Wochen vor seinem Tod. Musikalisch wird der Lebensabschnitt im Schlosskonzert begleitet von Martin Peudargent, Johannes de Cleve (um 1529-1582), der eine Motette auf den Tod von Karl Friedrich geschrieben hat, und Diego Ortiz (um 1510-1570).

Die Geschichte von Karl Friedrichs Leben nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch kontrastreiche Klangstile: von der franko-flämischen Musik des späten Mittelalters bis zu den italienischen Tänzen der Renaissance über die Madrigale von Maddalena Casulana bis zu den großen Messen. Es folgt Karl Friedrichs Reise durch Europa, aber auch auf dem initiatorischen Weg, den ein junger Prinz zu dieser Zeit eingeschlagen haben könnte: Der Text Vitam quae faciunt beatiorem listet zum Beispiel die Dinge auf, die Menschen nach moralischen Grundsätzen glücklich machen. Ein klangvolles Instrumentalensemble aus Renaissance-Violine und -Gitarre, Laute, Harfe und Gambe mischt sich mit den fünf Sängern in dieses farbige Programm.

Die Musiker
Ad Mosam verbindet als spezialisierte Ensemblesänger, Solisten und Instrumentalisten ihre Liebe zur Alten Musik. „Wir wollen, dass jeder Auftritt ein Erlebnis ist, das die Menschen inspiriert, mitreißt und begeistert.“
Musische Varie begann in seiner Stammbesetzung mit Zinken, Posaunen und Basso continuo vor über 30 Jahren zusammenzuarbeiten und hat sich ausschließlich auf die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts spezialisiert. Das Ensemble wurde inzwischen um Streichinstrumente und Sänger erweitert und ermöglicht so die Aufführung des gesamten frühbarocken Repertoires in der originalen Besetzung.
Rubens Rosa ist ein junges Ensemble für mittelalterliche Musik aus Basel, benannt nach einem Marienlied aus dem Utrechter Gesangbuch (Ende 15. Jahrhundert). Ihr Repertoire reicht von der Musik des 13. Jahrhunderts bis zur vokalen und instrumentalen Polyphonie des Spätmittelalters und der Renaissance.

Schlosskonzert SO 26|04
Schlosskonzerte e.V. | Schlosskapelle Zitadelle | Beginn 18 Uhr | Ticket-Reservierung unter tickets@schlosskonzerte-juelich.de | AK 25 Euro

Info: Möglich wurde das außergewöhnliche Vorhaben in Kooperation mit dem Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V. durch Förderungen seitens der Kunststiftung NRW, der Victor Rolff Stiftung und der Hans Lamers Stiftung sowie einer Reihe weiterer Sponsoren (RWE, Lions Club Jülich Juliacum, Sparkasse Leverkusen).


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