Betrug am Hörer: Wie die Polizei Düren berichtet, erhielt eine Seniorin aus der Binsfelder Straße in Düren am vergangenen Ostermontag gegen 12.35 Uhr einen Anruf über ihr Festnetztelefon. Die anrufende weibliche Person, die überwiegend auf Russisch sprach, gab sich als Polizistin aus. Im weiteren Gespräch wurde der Seniorin mitgeteilt, ihre Tochter habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mädchen verletzt worden sei. Um eine angeblich notwendige Operation zu bezahlen und eine Inhaftierung der Tochter zu verhindern, sei eine hohe Geldsumme erforderlich. Dabei wurde der Frau kurz eine weitere weibliche Stimme vorgespielt, die sich als ihre Tochter ausgab und die Geldforderung bestätigte. Zudem wurde suggeriert, ihr Ehemann befinde sich bereits auf einer Polizeiwache und sei nicht erreichbar. Die Seniorin sammelte daraufhin ihr gesamtes Erspartes in Höhe von etwa 37.000 Euro und verpackte dieses, wie verlangt, in einen Karton. Kurze Zeit später erschien ein bislang unbekannter Mann an ihrer Wohnanschrift, nahm das Geld entgegen und entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung.
Nach Polizeiangaben wird der Abholer als männlich, etwa 170 cm groß und von kräftiger Statur beschrieben. Er habe kurze, schwarze Haare und einen schwarzem Bart gehabt und soll eine schwarze Jacke mit hellem Shirt und schwarzer Hose getragen haben. Der Mann sprach wohl während der Übergabe nicht.
Erst nach der Tat kam der Ehemann der Geschädigten nach Hause. Als er das Gespräch mit der angeblichen Polizistin übernahm und ankündigte, die Polizei zu verständigen, wurde ihm zunächst eine Rückgabe des Geldes in Aussicht gestellt. Dazu kam es jedoch nicht. Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zu dem beschriebenen Mann oder verdächtigen Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat geben können, sich unter der Rufnummer 02421 949-0 zu melden.
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass sie am Telefon niemals Bargeld oder Wertgegenstände fordert. Betrüger setzen ihre Opfer häufig unter Druck und schildern angebliche Notlagen von Angehörigen. In solchen Situationen sollten Betroffene misstrauisch sein, das Gespräch beenden und selbst Kontakt zu Angehörigen oder der Polizei aufnehmen. Geld oder Wertsachen sollten grundsätzlich nicht an unbekannte Personen übergeben werden.



















