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Vater der Jazznacht

Kaum vorstellbar: Reinhold Wagner ohne Blasinstrument und den Jazz auf den Lippen. Der Wahl-Jülicher – oder besser Koslarer – feiert am heutigen Pfingstsamstag, 23. Mai, Geburtstag. 80 Jahre alt wird er an diesem Tag. Das ist mindestens einen Tusch wert.

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Reinhold Wagner. Foto: Dorothée Schenk
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Reinhold Wagner war sein Berufsleben lang im Forschungszentrum Jülich beheimatet. Seine private Leidenschaft galt – und gilt – neben seiner Familie inklusive vierbeinigem Gefährten vor allem der Musik. Am 2. März 1995 war er einer von 30 Jazzbegeisterten, die sich im damaligen Brauhaus Victoria in der Grünstraße trafen, um einen örtlichen Verein aus der Taufe zu heben. „Wir wollten Jazz in all seiner Vielfältigkeit erlebbar machen“, erinnerte sich Reinhold Wagner anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Jazzclubs Jülich. Und weil Vereine auch Köpfe brauchen, ließ sich Reinhold Wagner zum Gründungsvorsitzenden wählen; nicht ahnend, dass er das Amt mit vierjähriger Unterbrechung 22 Jahre lang besetzen sollte.

Unter seiner Ägide wurde nicht nur eine Vielzahl von Konzerten organisiert. Er gilt als Vater der Jazznacht in der Zitadelle. Über ein Jahrzehnt gehörte diese Veranstaltung zu den Höhepunkten im gesellschaftlichen Leben in Jülich, und das „Aus“ des Formats wurde vielfach bedauert. Allerdings war von Anfang an fraglich, ob das Unternehmen „Jazznacht“ erfolgreich sein würde. Mit lokalen Unterstützern gelang viele Male das Kunststück, renommierte musikalische Gäste für das kleine Festival in den historischen Mauern zu gewinnen: Paul Kuhn, Klaus Doldinger, Hazy Osterwald und Barbara Dennerlein waren auf Jülichs Bühnen zu sehen. Für diese Visitenkarten, die der Jazzclub für Jülich abgegeben hat und die weit über die Stadtgrenzen hinaus reichten, konnte Reinhold Wagner für den Jazzclub den StadtmarketingPreis 2021 entgegennehmen.

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Inzwischen hat Reinhold Wagner den Staffelstab im Jazzclub weitergereicht, ist aber Posaune und Altsaxophon als Musiker treu geblieben und lässt sich jetzt selbst gerne von „seinem Club“ engagieren. Mit den Dom Town Seven, der Redhouse Jazzband oder Jazz4u frönt er seiner Jazzleidenschaft. Die Luft bleibt dem 80-Jährigen dabei nicht weg. Überhaupt ist 80 für einen Musiker eine runde Zahl; vor allem, wenn sie in ihre Bestandteile zerlegt wird: Die „8“ steht im Jazz oft für Struktur, Phrasierung und musikalische Organisation. Die Null für Pause und Stille. Wann die kommt, entscheidet der Jubilar noch.


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