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Warme Schlacht ums heiße Buffet

Die SPD-Fraktion forderte im letzten Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport (JuFISSS), einen Fragebogen zum Thema Schulessen in der Offenen Ganztagsschule zu erstellen. Grund sei nicht schmeckendes Mittagessen. Ein Antrag, der irritierte Diskussion anstieß.

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Foto: Pixabay
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Die Verwaltung der Stadt Jülich, vertreten durch Dezernenten Thomas Mülheims (Dezernat IV für Soziales, Bildung und Kultur), zeigte sich überrascht: In einem Antrag vom 17. April benannte die SPD, dass den Kindern in der Offenen Ganztagsschule (OGS) das Mittagessen größtenteils nicht schmecken würde und das Essen so am Ende weggeworfen werden müsse. Das ergäbe eine Rückmeldung von Schulkindern, Eltern und des Schulpersonals. Der Vorschlag, der im Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport (JuFISSS) vorgestellt wurde, war nun, einen Fragebogen zur Qualitätsüberprüfung zu entwerfen, mit dem diese drei Gruppen befragt werden sollten. Mülheims entgegnete der mündlichen Begründung, dass es ihn erschrecke, wenn das Essen größtenteils nicht schmecke. Dieses gehöre eigentlich zu den Themen, die sofort geklärt werden sollten, indem das direkte Gespräch mit dem Amt gesucht würde. Man sei bemüht, Probleme frühzeitig, bestenfalls bevor sie anstehen, zu lösen.

Vor der Sitzung habe man daher auch bei den Schulen nachgefragt und die OGS-Leitungen hätten die Aussage, dass das Essen größtenteils nicht schmecke, nicht bestätigen können. Einzig die so genannten „Suppen-Montage“, an denen es größtenteils Eintöpfe gebe, kämen bei den Kindern nicht besonders gut an und manches sei wenig gewürzt, was aber den Richtlinien für Schulessen entspräche. Mülheims berichtete von zwei Mittagessen, an denen er selbst teilgenommen habe, das letzte am Tag der Sitzung. Beide Mahlzeiten seien grundsätzlich genießbar und nett angerichtet gewesen. Sicher bleibe es dabei immer Kantinen-Qualität. Den Sinn dahinter, die Meinung der Kinder einzubeziehen, hinterfragte er zudem aus seiner eigenen Erfahrung heraus: Sie hätten selbst eine nicht repräsentative Umfrage gemacht, nach dem ein Kind sich Restaurant-Steak wünschte, ein anderes, das eigentlich das Mittagessen als gut bezeichnet hatte, daraufhin auch zu diesem Wunsch umschwenkte. Andere Kinder hätten sich für unterschiedliches Fast Food ausgesprochen. Eltern wünschten sich hingegen mehr Gemüse, wobei die Erfahrung auch des OGS-Personals sei, dass das Beilagengemüse oft wieder zurückgehe. Dieses Kinderverhalten und entsprechende mutmaßliche Umfrageergebnis wurde auch von Wortmeldungen anderer Fraktionen vermutet und bestätigt. Große Mengen würden nach Informationen der Verwaltung nicht entsorgt.

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Jennifer Lopez Barrilao (SPD) verteidigte den Antrag, indem sie etwa mehr Rohkost fordere, die die Kinder äßen, zwei Mittagessen gegen ein ganzes Jahr Schulessen aufwog sowie eine konkrete Rückmeldung teilte, dass Kartoffeln komisch schmeckten. Dezernent Mülheims antwortete, dass sie an der Rohkostbereitstellung arbeiteten und dass er den Essensplan hätte und beim nächsten Mal Kartoffeln probiere. Der aktuelle Caterer, MIN Food aus Aachen, habe grundsätzlich gute Rückmeldungen und mache von sich aus repräsentative Umfragen. Die Ergebnisse sei er bereit zu teilen. Es seien der Verwaltung auch keine Rückmeldungen der Schulen bekannt, nach denen das Essen generell nicht schmecke. Die einzige Schule, die nicht von diesem Caterer betreut werde, sei die Grundschule in Welldorf.

Insgesamt wurde sich von den anderen Fraktionen dafür ausgesprochen, Gutes für die Kinder, aber ohne stichhaltige Hinweise keine alle Schulen umfassende Maßnahme veranlassen zu wollen. Der Antrag wurde schließlich abgelehnt. Ausschussvorsitzende Nicole Bataille schloss mit der Aussage, dass es wichtig sei, miteinander im Gespräch zu bleiben.


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