Es war ein langer Abend, in den Dezernent Thomas Mülheims (Dezernat IV für Soziales, Bildung und Kultur) führte. Stellvertretend für die Verwaltung nahm er Stellung zu Ergebnissen, Rückschauen und Anfragen. Dazu gehörte etwa, dass – angestoßen durch eine Wortmeldung aus der vorangegangenen Sitzung – sich beim Gymnasium Zitadelle über die dortige WLAN-Qualität informiert worden sei. So habe sich ergeben, dass die so genannten Access Points in den jeweiligen Klassenzimmern immer mal wieder neu gestartet werden müssten, aber bereit an einer Automatisierungsmöglichkeit gearbeitet werde, die zu weniger Ausfällen führen solle. Die Ausleuchtung – also Versorgung – mit WLAN habe sich in den letzten Jahren stark verbessert. Bis auf eine Turnhalle seien alle Räume mit einem Access Point ausgestattet.
Eine weitere Mitteilung befasste sich mit Schwimmmöglichkeiten. Aufgrund des geschlossenen Hallenbades nutzten die Jülicher Schwimmvereine die Schwimmbäder in der Umgebung – Linnich, Titz und Düren – und dies werde von der Stadt finanziell unterstützt. Da die Kosten in Linnich deutlich höher ausfielen als an den anderen Orten, sei angefragt worden, ob die anderen Schwimmhallen weitere Kapazitäten hätten. Dies sei allerdings nicht der Fall. Im Rahmen der Sitzung wurde darum eine Sportstättenkommission einberufen. Diese soll eine Lösung erarbeiten, in welcher Form und Höhe die Schwimmvereine ab 2027 an den von den Stadt übernommenen Nutzungsgebühren beteiligt werden.
Eine genaue Vorstellung des Jahresberichts der Musikschule für 2025 gab es nicht – denn wie betont wurde hatte dies bereits eine Woche zuvor beim „Runden Tisch Musikschule“ stattgefunden. Ein Termin, an dem es offenbar auch eine Führung durch die Räumlichkeiten und Vorstellung verschiedener Projekte gegeben hat. Einstimmig sprachen sich die Fraktionen dafür aus, wie toll die Arbeit der Musikschule sei und wie gut sie sich weiterentwickelt hätte. Nur von Seiten der AfD, deren Bundespartei nach wie vor gegen die Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ klagt, kam die Rückfrage, ob man nicht an irgendeiner Stelle Geld für die Musikschule kürzen könne.
Weiter ging es mit den Schülerzahlen und Neuanmeldungen. Mülheims führte aus, dass in Jülich aktuell 2754 Kinder und Jugendliche zur Schule gingen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 20 Schülerinnen und Schülern darstelle. Diese verteilten sich auf alle Schulen, bis auf die GGS Nord, bei der es sieben Schülerinnen und Schüler weniger als zuvor seien sowie die GGS West mit 19 Kindern Minus.
Aus dem Bericht über die Durchführung der Beschlüsse ging unter anderem hervor, dass im Raum 13 des Neues Rathauses ein Stillraum eingerichtet werden soll und dies gerade im Entstehen sei. Aus der Fraktion der SPD kam später die Rückfrage, warum im Bericht steht, dass es dort auch eine Besprechungsmöglichkeit mit maximal fünf Plätzen gebe und wie dies gleichzeitig funktioniere. Thomas Mülheims führte aus, dass es sich um eine Doppelnutzung handele und man notfalls bei einer Überschneidung schaue, dass man die Besprechung verlege. Aber es sei nicht möglich, Räume komplett freizuhalten, für den vermutlich nicht ständig auftretenden Fall, dass jemand stillen möchte. Richard Schumacher, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Dezernent für Recht und Ordnung, Personal und Bürgerservice, ergänzte, dass auch auf andere Räume ausgewichen werden könne, wenn der Stillraum durch eine Besprechung belegt sei.
Einen Sachstandsbericht zur aktuellen Lage in Hinsicht auf Geflüchtete trug Mülheims als nächstes vor. Aktuell seien etwa 800 Geflüchtete in Jülich. Diese Zahl werde sich aber demnächst ändern, da sich die Erhebung der Zahlen durch das Land ändere. Dadurch würden mehr Menschen als zuvor dazugezählt werden. Die Zuweisungen zögen generell aktuell wieder an. Konkret benannte der Dezernent für die kommende Zeit eine jeweils einstellige Anzahl Neuankömmlinge aus Syrien, der Ukraine und dem Irak. Neuigkeiten zur Zentralen Unterkunftseinrichtung (ZUE), die am Stadtrand entstehen soll, gab es nicht. Nur die Information: Nach aktuellem Stand soll sie gebaut werden. In einem kurzen Überblick erklärte er außerdem, dass die Aufstockungen der Container in Mersch und Güsten gerade im Gange sei. Mit Vollendung könnten dort jeweils 64 statt wie bisher 32 Menschen untergebracht werden.
Kurz gehalten war die Rückschau zur Jugenddisco an Weiberfastnacht, die dieses Jahr statt im Zelt auf dem Schlossplatz im Saal des Kulturbahnhofs stattgefunden hat. Auch hier gab es Zuspruch aus den Reihen der Abgeordneten für die Veranstaltung und Organisation. Mülheims gab zu Protokoll, dass es Wunsch der Verwaltung sei, die Veranstaltung wieder im KuBa stattfinden zu lassen.
Florian Hallensleben, Amtsleiter für Kinder, Jugend, Schule und Sport, ergänzte unter „Verschiedenes“ um einen Sachstand zu den Umbauprojekten an den Schulen, der aufgrund der Tagesaktualität vor der Sitzung keinen Eingang mehr in die Tagesordnung gefunden hatte: Am Tag der Sitzung habe die Einweisung des Personals in die Küche der Promenadenschule stattfinden können. Nach einer Endreinigung und kleineren Nachbesserungen sei der erste Bauabschnitt dann umgesetzt, der zweite – eine Traktaufstockung – käme wahrscheinlich nach den Sommerferien. Im Anbau der GGS West in Koslar würden gerade die Fenster eingesetzt. Dach mit Photovoltaik sowie der Rohbau stünden bereits. Der Innenbau schließe sich als nächstes an. Damit werde der Ausbau voraussichtlich wie geplant Ende des Jahres fertig.



















