Wenn Jonah Jumpertz über Tischtennis spricht, merkt man schnell: Der 14-Jährige liebt seinen Sport. Ruhig, konzentriert und erstaunlich reflektiert erzählt der Jülicher von Turnieren, Rückschlägen und davon, warum mentale Stärke im Sport so wichtig ist. Dass er überhaupt auf diesem Niveau spielt, ist allerdings alles andere als selbstverständlich.
Jonah lebt mit einer sogenannten Hemiparese – einer Halbseitenlähmung auf der rechten Körperseite. Diese betrifft Arm und Bein; hinzu kommen Spastiken, also unkontrollierte Muskelanspannungen beziehungsweise -zuckungen. Trotz dieser Einschränkungen spielt Jonah heute erfolgreich Tischtennis und gehört inzwischen zu den stärksten Nachwuchs-Para-Spielern in Nordrhein-Westfalen.
Im Januar gewann der 14-Jährige überraschend die Para-Landesmeisterschaft der Erwachsenen in seiner Wettkampfklasse. Wenige Monate später folgte der nächste Erfolg: Bei den Deutschen Meisterschaften der Para-Jugend in Sindelfingen holte Jonah Silber im Doppel und Bronze im Einzel. Angefangen hat alles eher zufällig. „Wir waren bei Freunden eingeladen. Die hatten unten eine Tischtennisplatte“, erzählt Jonah. „Das hat direkt richtig Spaß gemacht.“ Kurz darauf fragte er seine Mutter, ob es irgendwo einen Verein gebe, in dem er spielen könne. So kam er 2019 zum TTC indeland Jülich.

„In einer normalen Gruppe wäre er am Anfang vermutlich untergegangen“, sagt Küven. „So konnte er sich in Ruhe entwickeln.“ Für Mutter Christina Jumpertz war diese Zeit nicht immer einfach. „Wenn du erfährst, dass dein Kind eine Behinderung hat, bricht erst mal eine Welt zusammen“, erzählt sie. Dass Jonah heute dort steht, wo er steht, habe deshalb auch viel mit dem Verein zu tun. „Der TTC ist ein ganz großer Pfeiler in unserem Leben geworden“, sagt sie. Mittlerweile trainiert Jonah zusätzlich regelmäßig im Deutschen Tischtenniszentrum in Düsseldorf mit anderen Para-Spielern aus dem Landeskader. Dazu kommen Lehrgänge und Turniere in ganz Deutschland. Trotz seiner Erfolge wirkt der 14-Jährige dabei erstaunlich bodenständig. Auf die Frage, wie er sich auf Spiele vorbereitet, antwortet er fast nüchtern: „Man muss konzentriert bleiben und ruhig bleiben, auch wenn man hinten liegt.“
Beim TTC indeland Jülich ist man auf die Entwicklung des 14-Jährigen inzwischen ziemlich stolz. Der Verein baut sein Engagement im Bereich Inklusion seit Jahren weiter aus und hat inzwischen sogar eine eigene Para-Mannschaft gegründet. Für Mike Küven zeigt Jonahs Geschichte vor allem eines: „Man muss den Menschen einfach eine Chance geben.“
















