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Margret Odenthal

Eine Frau, ein Fahrrad und viel Engagement: Maggy Odenthal ist ständig unterwegs und in der Turnhalle Zuhause.

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Margret Odenthal. Foto: La Mechky Plus
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Margret „Maggie“ Odenthal ist ständig unterwegs. Meistens mit dem Fahrrad. In Güsten und Welldorf kennt man sie so: Irgendwo zwischen Turnhalle, Vereinsleben, Ehrenamt und dem nächsten Menschen, den sie gerade ermutigt oder mit anderen zusammenbringt.

Ihr Heim ist mit grün-weißen Vereinsfahnen und Bildern geschmückt. Der Lieblingsort der 75-Jährigen bleibt bis heute die Turnhalle in Welldorf. Seit dem 6. Februar 1976 ist Margret Odenthal Übungsleiterin im Breiten- und Freizeitsport für den SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten und engagiert sich somit seit Jahren in der Turnhalle. Acht Gruppen betreut sie. Dazu kommen zahlreiche weitere ehrenamtliche Aufgaben.

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Doch wer mit ihr spricht, merkt schnell: Zahlen und Jubiläen sind für sie nicht das Wichtigste. Viel häufiger spricht sie von „Geschenken“: Begegnungen, kleine Zufälle und Erlebnisse bezeichnet sie immer wieder so.

Sie sagt: „Das Glas ist immer halb voll.“ Vielleicht kommt diese Haltung aus ihrer Kindheit. Schon damals bewegte sie sich gerne, lieferte sich Wettrennen mit ihrem Bruder und entwickelte Ehrgeiz. Ihr großer Traum war es eigentlich, Volksschullehrerin zu werden. Doch der Weg aufs Gymnasium war damals für Mädchen nicht selbstverständlich. Zudem fehlte das Geld. Erst als ihr Lehrer ihren Vater im Gespräch überzeugte, er dürfe sich an „Margretchen nicht versündigen“, durfte sie schließlich eine Handelsschule besuchen.

Ihr Beruf führte sie später ans Amtsgericht in Jülich. Ihren eigentlichen Kindheitstraum erfüllte sie sich aber auf einem anderen Weg: in der Turnhalle. Dass sie einmal zu den ersten Fußballtrainerinnen in Deutschland gehören würde, war eigentlich nie geplant. Durch ein Missverständnis landete Odenthal zunächst in dieser Ausbildung, obwohl sie ursprünglich den Lehrgang für Freizeit- und Breitensport belegen wollte.

Zuerst sei sie darüber gar nicht begeistert gewesen, aber für ihren weiteren Weg stellte es sich später dennoch als gut dar. Eigentlich wollte Maggie Odenthal in Duisburg abends von Disco zu Disco ziehen. Dazu kam es aber nie, erzählte sie schmunzelnd. Nach den Ausbildungstagen war sie immer zu erschöpft gewesen. Verlassen durfte Margret Odenthal die Ausbildung auf Drängen des Trainers nicht, da die Teilnehmerinnen-Mindestanzahl sonst nicht gedeckt gewesen wäre.

Wirklich Fußball trainiert hat sie später jedoch nie. Stattdessen absolvierte sie weitere Lehrgänge, um genau das machen zu können, was sie immer wollte: Menschen durch Spiel, Spaß und Bewegung zusammenzubringen, zu lehren, Kinder und Gemeinschaft zu stärken. Und genau das zieht sich durch Maggie Odenthals Leben. Über 40 Jahre engagiert sie sich auch in der Flüchtlingsarbeit, half bei St.-Martins-Aktionen und in der Jugend- und Seniorenarbeit der Pfarre.

Aus einem spontanen Erlebnis am Arbeitsplatz entstand sogar eine jahrzehntelange Nikolausaktion. Nachdem sie Kolleginnen von ihren Verkleidungen als Nikolaus und Hans Muff erzählt hatte, brachte sie die Kostüme kurzerhand mit ins Amtsgericht. Statt Ärger gab es Begeisterung, und schließlich zogen die Kolleginnen über viele Jahre hinweg selbst verkleidet durch Einrichtungen im Kreis.

Wie sehr Margret Odenthal für andere mitfiebert, zeigt auch eine Geschichte über ihr Enkelkind. Als dieses an den Fußball-Kreismeisterschaften teilnehmen durfte, wollte sie unbedingt zum Anfeuern mitfahren. Obwohl Absagen kamen und zunächst kein Platz im Bus frei war, gab sie nicht auf. In Grün-Weiß gekleidet, mit Fahnen und Pralinen ausgestattet stand sie schließlich trotzdem am Bus. „Es gibt immer eine Lösung“, ist sie überzeugt.

Vielleicht ist genau das der Eindruck, den viele Menschen aus Welldorf-Güsten von Maggie Odenthal haben: immer in Bewegung, rundum sozial engagiert und voller Energie. Bereits zur Zeit des 25. Jubiläums des Kinderturnens war sie 5500 Mal nach eigenen Rechnungen mit dem Fahrrad zur Turnhalle hin- und zurückgefahren. Dort möchte sie bis heute vor allem eines: Kinder stärken, Gemeinschaft schaffen und Menschen ermutigen. Oder wie sie selbst sagt: „Ich möchte jeden dahin bringen, wo er oder sie hin möchte.“ Für sie ist die Turnhalle ein Ort, an dem Menschen abschalten, Stress abbauen und gemeinsam wachsen können.

Odenthals Engagement und ihre Zuverlässigkeit für das Turnen zeigen sich auch darin, dass in 50 Jahren noch nie eine Turnstunde ihretwegen ausgefallen ist, wie sie selbst sagt, da sie stets für Ersatz gesorgt hat. Ein Dankeschön für die engagierte Unterstützung ist ihr an dieser Stelle sehr wichtig. Besonders schön sei es für sie, wenn ehemalige „Turnkinder“ später mit ihren eigenen Kindern zurück in die Halle kommen. Dann werde sichtbar, wie lange Gemeinschaften tragen können.

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Geschichten, Menschen und neue Perspektiven genau das, was unseren Blick auf die Welt erweitert, begeistert mich. Zwischen Kamera, Notizbuch und Fernweh entdecke ich die Welt am liebsten schreibend und mit offenem Blick für gesellschaftliche Themen, Nachhaltigkeit und alles, was zum Nachdenken anregt. Die kleinen Geschichten hinter dem großen Ganzen. Im Journalismus kann ich meine Leidenschaft fürs Schreiben, Entdecken und Erzählen verbinden.

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