Bald beginnt im Rheinland die diesjährige Getreideernte. Traditionell macht die Wintergerste den Anfang, da sie bereits im Herbst des vergangenen Jahres als erste Getreidekultur ausgesät wurde. Die Aussaat im Herbst verlief für die wichtigsten Kulturen wie Weizen, Gerste und Raps unter guten Bedingungen. Auch Winter und Frühjahr brachten ausreichend Niederschläge. Lediglich die Sonnenscheindauer blieb etwas hinter den Erwartungen zurück, wie die Pressemitteilung verrät.
„Wie die Ernte letztlich ausfallen wird, hängt maßgeblich von der Witterung der kommenden Wochen ab“, erklärt Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren. Besonders der Winterweizen sei derzeit in der „Kornfüllungsphase“. In diesem Entwicklungsstadium werden Stärke und Eiweiß in die Körner eingelagert – ein entscheidender Prozess für Ertrag und Qualität. Dafür sind moderate Temperaturen sowie eine ausreichende Wasser- und Nährstoffversorgung wichtig. Die sommerlich hohen Temperaturen könnten sich beim Weizen nachteilig auswirken. Hitze und Trockenstress können die Kornfüllung beeinträchtigen und damit Ertrag und Qualität mindern. Die Wintergerste hingegen profitiert von der warmen Witterung und kann dadurch zügig abreifen.
Insgesamt erwarten die rheinischen Landwirtinnen und Landwirte derzeit eine durchschnittliche bis gute Getreideernte. Nach Abschluss der Gerstenernte wird voraussichtlich Anfang Juli die Winterweizenernte beginnen. Den Abschluss der Erntesaison bildet anschließend das Einbringen des Raps.
Trotz der positiven Ernteaussichten bleibt die wirtschaftliche Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe herausfordernd, konstatiert die Kreisbauernschaft. Hohe Produktionskosten treffen weiterhin auf vergleichsweise niedrige Erlöse für Getreide. Zusätzliche Belastungen ergeben sich durch die jüngsten geopolitischen Konflikte. Vor allem die Preise für Diesel und Düngemittel sind zuletzt gestiegen, während die Getreidepreise auf den internationalen Märkten weiterhin auf niedrigem Niveau verharren.
Die Landwirtschaft hofft daher auf eine Entspannung bei den Betriebsmittelkosten. „Sinkende Rohölpreise könnten dazu beitragen, die Ausgaben für Energie und Dünger wieder zu senken und damit die wirtschaftliche Lage der Betriebe zu verbessern. Darauf hoffen wir“, so Gussen.



















