Für das Programm stehen rund 90 Millionen Euro aus dem sogenannten „Just Transition Fund“ der Europäischen Union zur Verfügung, die auf insgesamt neun Projekte zur Förderung industrieller Innovationen im Rheinischen Revier und im nördlichen Ruhrgebiet verteilt werden. Die Treibstoffanlage von Synhelion gehört zu den neun marktreifen Projekten für nachhaltige Schlüsseltechnologien, die in der vierten Runde von Produktives.NRW ausgewählt wurden. Die Auswahl für die Förderung unterstützt Synhelion beim nächsten Skalierungsschritt. Aufbauend auf dem erfolgreichen Betrieb seiner ersten Anlage DAWN plant das Unternehmen den Bau einer kommerziellen Demonstrationsanlage in Jülich. DAWN habe die Technologie im industriellen Massstab validiert und somit das technologische Risiko reduziert, heißt es seitens Synhelion.
Die neue Jülicher Anlage soll nun den kommerziellen Betrieb demonstrieren und den Weg für die Finanzierung weiterer Anlagen ebnen. Besonders erfreulich aus Sicht des Unternehmens: Der Großteil der Produktionskapazität sei bereits durch verbindliche langfristige Abnahmeverträge mit namhaften Kunden gesichert. „Die Auswahl im Rahmen des Förderprogramms Produktives.NRW bestätigt die Relevanz unserer Technologie und unserer Kommerzialisierungsstrategie. Wir danken dem Bundesland Nordrhein-Westfalen für die Unterstützung unseres Projekts. Mit dem Bau unserer nächsten Anlage in Jülich stärken wir Deutschland als Industriestandort für erneuerbare synthetische Treibstoffe und leisten einen Beitrag zu einer resilienteren, diversifizierteren Energieversorgung, die weniger von Importen abhängig ist“, drückt Philipp Furler, Co-CEO und Mitgründer von Synhelion, seine Freude über die Förderzusage aus.
Synhelion produziert erneuerbare synthetische Treibstoffe, die fossile Treibstoffe direkt ersetzen können, ohne dass bestehende Motoren oder die Treibstoffinfrastruktur angepasst werden müssen. Dazu gehören synthetisches Kerosin (SAF), synthetischer Diesel und synthetisches Benzin. Die
Treibstoffe reduzieren die Netto-CO2-Emissionen im Vergleich zu fossilen Treibstoffen um bis zu 100 Prozent und eignen sich besonders für schwer elektrifizierbare Verkehrssektoren wie die Luftfahrt und den Langstreckentransport. Die geplante kommerzielle Demonstrationsanlage in Jülich markiert den nächsten Schritt auf dem Weg von der industriellen Demonstration zur kommerziellen Produktion.
Mit dem Programm Produktives.NRW setzt Nordrhein-Westfalen die EU-Plattform für strategische Technologien für Europa (STEP) um. Ziel ist es, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren, in Europa entwickelte Schlüsseltechnologien voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Resilienz der Industrie zu stärken. Produktives.NRW ist Teil des EFRE-/JTF-NRW-Programms 2021–2027 und unterstützt strategische Projekte zur Förderung von Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und einer nachhaltigeren Wirtschaft. Es wird gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Mit der Auswahl von Synhelions Projekt unterstreiche Nordrhein-Westfalen das Potenzial lokal produzierter synthetischer Treibstoffe für die Defossilisierung des Verkehrs und die Stärkung der Energieversorgungssicherheit.



















