Das Sonntagsfahrverbot für Lkw auszusetzen, könnte eine Übergangslösung sein, um auf die Folgen des anhaltenden Niedrigwassers zu reagieren. Das zeigt eine Blitzumfrage der IHK Aachen, an der sich vom 7. bis 12. August 124 Unternehmen aus der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg beteiligten.
Mehr als 80 Prozent der Befragten sprechen sich zumindest eingeschränkt für eine entsprechende Ausnahmeregelung aus. Sie sehen darin eine pragmatische Möglichkeit, Engpässe bei den Transportkapazitäten zu vermeiden und die Versorgung von Unternehmen und Kunden sicherzustellen. Für 78 Prozent der befragten Unternehmen habe die Niedrigwasserlage bislang keine spürbaren betrieblichen Folgen gehabt oder gar zu Lieferausfällen geführt.
Einzelne Betriebe berichten jedoch bereits von steigenden Kosten, zusätzlichem logistischem Aufwand sowie längeren und komplizierteren Transportwegen. Besonders Unternehmen mit überregionalen Lieferketten spüren die Auswirkungen oder bereiten sich auf mögliche Beeinträchtigungen vor, so die IHK.
„Unsere Umfrage zeigt, dass die Unternehmen in der Region Aachen flexibel und pragmatisch auf die aktuelle Situation reagieren. Die bislang begrenzten Auswirkungen dürfen jedoch nicht zu falscher Sicherheit führen“, betont Michael F. Bayer, IHK-Hauptgeschäftsführer.
Die IHK Aachen unterstützt daher den Vorschlag einer nationalen Niedrigwasser-Taskforce. „Wir brauchen eine verbindliche Koordination über Nordrhein-Westfalen hinaus und ein belastbares Gesamtsystem aus Schienen-, Brücken-, Straßen- und Wasserstraßenprojekten, das schnell und dauerhaft umgesetzt wird“, sagt Bayer.
„Niedrigwasser ist kein Ausnahmefall, auf den wir jedes Mal mit kurzfristigen Maßnahmen reagieren sollten. Wir müssen uns dauerhaft auf solche Belastungen einstellen und unsere Infrastruktur entsprechend krisenfester aufstellen, um Lieferketten und Industriestandorte auch bei solchen extremen Herausforderungen zu sichern. Die Mittel des Sondervermögens sollten daher zügig und verlässlich in konkrete Infrastrukturprojekte fließen“, fordert Bayer.



















