Nach der Erstveröffentlichung im vergangenen Jahr präsentiert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) nun die zweite Ausgabe des „Schwarzbuchs der Denkmalpflege – Ein Verzeichnis verlorener Geschichte“. Die Publikation dokumentiert auf 324 Seiten verlorene und akut gefährdete Denkmale in Deutschland rückblickend für die Jahre 2024 und 2025.
Über 1000 Denkmale seien in diesem Zeitraum verloren gegangen, konstatiert die Stiftung. Dabei erhebt die Veröffentlichung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr stehen die dargestellten Fälle exemplarisch für besorgniserregende Entwicklungen, die vielerorts zu beobachten sind. Dazu zählen allgemeine Vernachlässigung historischer Bausubstanz, wirtschaftliche oder lokale Drücke, fachliche Fehlentscheidungen, politische Versäumnisse oder unzureichende Durchsetzung bestehender Schutzinstrumente.
Eines der Beispiele, das die Stiftung für Nordrhein-Westfalen ausgewählt hat, ist die vieldiskutierte Villa Buth in Kirchberg. Aus Sicht der DSD seien die Entwicklungen rund um die 1893 erbaute Fabrikantenvilla „besorgniserregend“. Sie fasst zusammen, dass die Untere Denkmalschutzbehörde Anfang des Jahres eine Abrissgenehmigung erteilt habe.
Nachdem das Landesdenkmalamt der Genehmigung widersprach, wird aktuell im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung geprüft, ob der Bau erhalten werden muss oder abgerissen werden darf. Auch weil zwischenzeitlich die sogenannte Denkmalwertbegründung aufgrund seiner Vergangenheit als „Judenhaus“ um den historischen Aspekt erweitert worden ist, betont die Stiftung: „Ein solches Zeitzeugnis darf gerade aktuell nicht vernichtet werden.“
Zur Chronologie der Ereignisse rund um die Villa Buth.



















