Bereits im Sommer 1996 hatten die fünf Britinnen mit ihrer ersten Single „Wannabe“ weltweit für Aufsehen gesorgt. Auch in Deutschland feierte der Song einen riesigen Erfolg: Von Mitte September bis Mitte Oktober 1996 stand „Wannabe“ an der Spitze der offiziellen deutschen Single-Charts, die damals noch von Media Control ermittelt wurden.
Mit ihrem Debütalbum legten die Spice Girls schließlich den Grundstein für eine außergewöhnliche internationale Karriere. Songs wie „Wannabe“ machten Geri Halliwell (Ginger Spice), Mel B (Scary Spice), Melanie C (Sporty Spice), Emma Bunton (Baby Spice) und Victoria Beckham (Posh Spice) innerhalb kürzester Zeit zu Weltstars.
Ein wichtiger Teil des Erfolgsrezepts waren dabei die unterschiedlichen Persönlichkeiten der fünf Mitglieder. Jede der Spice Girls verkörperte einen eigenen unverwechselbaren Charakter und Look. Dadurch konnten sich Fans mit mindestens einer der fünf Frauen identifizieren. Die Gruppe sprach damit unterschiedliche Zielgruppen an und machte ihre individuellen Persönlichkeiten zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Marke.
Doch „Spice“ ist keineswegs das typische Girl-Pop-Album, das man vielleicht erwartet, wenn man nur „Wannabe“ kennt. Natürlich ist es kein komplexes Konzeptalbum à la Pink Floyd – das möchte es aber auch gar nicht sein. Es ist ein reines Popalbum, das genau das sein will: eingängig, abwechslungsreich und unterhaltsam. Und genau das ist den Spice Girls hervorragend gelungen.
Zu den stärksten Songs des Albums gehören eindeutig die Stücke, die vom Produzentenduo Absolute produziert wurden. Dazu zählen unter anderem „Last Time Lover“, „Something Kinda Funny“ und „Say You’ll Be There“. Letzterer sorgte nach seiner Veröffentlichung allerdings auch für Streit mit dem Sänger und Produzenten Jon B., da Teile des Songs auf Material aus dem von ihm produzierten Titel „What U R 2 Me“ der Gruppe After 7 zurückgingen. Solche Geschichten zeigen, dass hinter dem scheinbar mühelosen Pop-Erfolg der Spice Girls eine ganze Reihe von Songwritern und Produzenten stand, die maßgeblich am Sound der Gruppe beteiligt waren. „Spice“ funktioniert deshalb nicht nur aufgrund der fünf charismatischen Sängerinnen, sondern auch als ausgesprochen gut produziertes Popalbum.
30 Jahre später gilt das Debütalbum als Meilenstein der Popgeschichte und als Startpunkt für den Siegeszug einer der erfolgreichsten Girlgroups aller Zeiten.



















