Eine Glocke klingelt. Schnell hat Sabina Lisnikowska, Koordinatorin und Mentorin, aller Aufmerksamkeit sicher. Kurz vor elf Uhr ist von steifer Abschlussveranstaltungsstimmung ohnehin wenig zu spüren. An den Stehtischen stehen Studierende, Lehrende und Tutorierende zusammen, reden und lachen. Nebenan wartet ein kleines Buffet.
Dass Sabina Lisnikowska Freude daran hat, das Publikum zusammenzubringen, merkt man sofort. Sie geht mit dem Mikrofon durch den Raum, verteilt Begrüßungen, macht Witze und holt immer wieder andere mit ins Geschehen. Als jemand die Veranstaltung als „Abschluss“ bezeichnet, kommt prompt ihre Antwort: „Abschluss? Hier ist jetzt der Start.“

Drei Wochen lang haben die internationalen Studierenden den Campus kennengelernt, sich mit Bibliothek, Online-Diensten und Stundenplan beschäftigt, Mentoren getroffen und erste Kontakte geknüpft.
Das Programm begann am 14. September und sollte vor allem eines geben: Orientierung und Halt, bevor das Studium richtig beginnt. Sabina Lisnikowska beschreibt das Programm als gemeinsame Reise: „Wir haben die Studierenden auf eine Reise mitgenommen, um sie auf ihr Studium vorzubereiten.“ Nun ist der erste Teil dieser Reise geschafft.
Dass die Abschlussveranstaltung dabei nicht als klassische Informationsveranstaltung gedacht war, wird schnell deutlich. Statt langer Vorträge gibt es Aufgaben, Gespräche und gemeinsames Arbeiten.
Zum Beispiel arbeitete annähernd das ganze Publikum an der sogenannten „Studierendenpostkarte“. Diese forderte alle dazu auf, sich jeweils mit dem Rückblick oder Hinblick auf die kommende Zeit und den verschiedenen Herkunftsländern zu beschäftigen.
„Alle reden und arbeiten. So findet Begegnung statt“, sagt Sabina Lisnikowska. Sie spricht dabei auch vom „Kuddelmuddel“, „weil kompliziert manchmal aufregender ist“. „Gemeinsam macht besser“, ruft sie zwischendurch ins Publikum. Noch drei Minuten, dann noch eine Minute, und los geht’s. Ein bisschen erinnert sie dabei an eine Trainerin am Spielfeldrand, die ihre Mannschaft noch einmal anfeuert.

Wie gut die drei Wochen tatsächlich funktioniert haben, zeigt sich vor allem in den Gesprächen mit den Studierenden. Mbengi und Marius etwa beschreiben das Programm als ausführlich, interessant und hilfreich. Für sie persönlich hätten die drei Wochen teilweise auch etwas kürzer sein können. Manches sei durchaus viel Information auf einmal gewesen.
Bei Leon und Liam fällt die Bilanz ebenfalls positiv aus. Bei ihnen zeigt sich besonders schön, was auch Ziel des Programms ist: Die beiden haben sich während der Einführungswochen kennengelernt und sind inzwischen Freunde.
Bei all den Informationen, Terminen und Onlinediensten in den drei Wochen ging es auch noch um etwas anderes: ums Ankommen. Professor Daniel Goldbach brachte es bei der Veranstaltung auf den Punkt: „Das Wichtigste sind erst mal die Menschen um Euch herum im Studium, Eure Kommilitonen.“
Dass die Begegnung tatsächlich funktioniert hat, zeigt sich an diesem Vormittag immer wieder. Ein Rückblickvideo mit Fotos und Musik und einigen offenbar nur für die Gruppe verständlichen Insider-Momenten sorgt noch mal für eine mehr als aufgeheiterte Stimmung und viel Gelächter. Dann wird das Buffet eröffnet.
Plötzlich geht es wieder weniger um Online-Dienste, Stundenpläne und die nächsten Programmpunkte. Es wird gegessen, geredet und gelacht. Schließlich passt genau das zu dem Gedanken hinter dem Vormittag: Die drei Wochen Einführungsprogramm mögen vorbei sein, angekommen sind die Studierenden aber gerade erst.



















