Aus alt mach neu: Die Unterkunft für Geflüchtete vor den Toren von Selgersdorf soll erneuert werden. Bereits im Juni 2023 wurde die neue Errichtung im Stadtrat beschlossen.
Im vergangenen Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss wurde die aktuelle Planung vorgestellt. Ziel war, mit einer Abstimmung Abriss und Neubau nach dieser Planung final zu beschließen.
Architekt Mario Albrecht begründete die Notwendigkeit noch einmal damit, dass das Gebäude aus den 80er Jahren „ziemlich heruntergekommen“ sei. Das Obergeschoss habe wegen einer Brandschau, also einer Behördenauflage, gesperrt werden müssen.
Seinen Ausführungen zufolge war gewünscht, dass der neue Bau vor allem auch äußerlich ähnliche Dimensionen wie der bisherige hat. Nach wie vor soll es zweigeschossig werden mit einem Flachdach.
Laut Vorlage handelt es sich bei der Neuplanung um insgesamt acht Wohneinheiten von je 77,6 Quadratmetern, die je mit maximal sechs Personen bewohnt werden können. Die Kosten für den Neubau inklusive Abriss werden derzeit auf 2,4 Millionen Euro brutto geschätzt, heißt es weiter.
Albrecht führte aus, dass es der Stadt zufolge ausdrücklich Wohnungen sein sollten, die an „normale“ Wohnungen erinnern und in denen auch größere Familien untergebracht werden können. Die Wohnungen umfassten einen Wohnflur, in dem Wohnen, Kochen und Essen stattfinden können, von dem drei Schlafräume mit jeweils zwei Betten sowie ein kleines Bad und ein zusätzliches WC abgehen.
Das gesamte Gebäude sei barrierefrei geplant. Außerdem war später zu hören, dass auch Räume für die Allgemeinheit wie ein Trockenraum und ein Anschlussraum für Technik vorgesehen sind.
Julia Gruben (CDU) fragte mit Hintergrund neuer Zahlen zugewiesener Geflüchteter aus dem Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport (JuFISSS), was der aktuelle Stand der Zentralen Unterbringungseinrichtung sei. Diese soll zwischen Jülich und Mersch entstehen und liegt im Aufgabenbereich der Bezirksregierung Köln [Anm. d. Red.].
Hierauf erläuterte Bürgermeister Axel Fuchs, dass sich die Situation deutlich verschärfe und jede Woche neue Zuweisungen erfolgten. Die Bezirksregierung habe sich außerdem am selbigen Tag gemeldet und wolle mit der Stadt über die Einrichtung reden.
Eine weitere Rückfrage von Andreas Wilden (CDU) befasste sich mit den Fluchtwegen. Hier führte der Architekt aus, dass im Vorfeld viel Absprache mit der entsprechenden Behörde stattgefunden habe.
Vormals geplante äußere Fluchttreppen seien dieser Abstimmung zufolge nicht nötig, ebenso eine Feuerwehraufstellfläche, da das Gebäude nicht „heimartig“ bewohnt sein solle. Vielmehr sei der Plan, dass die Menschen, die dort wohnen, längere Zeit im Gebäude bleiben und nicht ständig wechseln. Somit würden sie sich mit den Begebenheiten auskennen.
Der Beschluss wurde einstimmig angenommen.

















