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Sanierung liegt im Kostenvergleich vorn

Sanieren, neu bauen oder die Fassade erhalten? Die Verwaltung hat für das Westgebäude des Gymnasiums Zitadelle drei Varianten durchgerechnet. Die Sanierung ist demnach die günstigste Lösung. Eine Entscheidung steht noch aus.

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Baujahr 1873: Das Schulgebäude an der Düsseldorfer Straße. Foto: Dorothée Schenk
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Hochbauamts-Leiterin Jacqueline Aust wollte den Mitgliedern des Jülicher Ausschusses für Planung, Umwelt und Bau in der jüngsten Sitzung „nicht nur drei Zahlen an die Hand geben“. Sie erläuterte deshalb neben den Kosten, die auf Antrag der SPD ermittelt wurden, auch die baulichen Herausforderungen am Westgebäude an der Düsseldorfer Straße.

Der Sanierungsbedarf reiche vom Brandschutz über Fenster, Straßenfassade und Dach bis zu Heizung, Sanitär- und Elektroanlagen. Hinzu kämen die energetische Ertüchtigung, ein Aufzug sowie Arbeiten an Böden, Wänden und Decken. Besonders aufwendig sei die Entfernung asbesthaltiger Spachtelmassen an Wand- und Deckenflächen.

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Die Sanierung ist mit rund 9,12 Millionen Euro veranschlagt. Eine zusätzliche Lüftungsanlage für den sommerlichen Wärmeschutz würde 700.000 Euro kosten und die Summe auf rund 9,82 Millionen Euro erhöhen. Die 2023 ermittelten Ansätze wurden laut Verwaltung mit einem Preisindex von acht Prozent auf 2026 fortgeschrieben. Enthalten sind 1,08 Millionen Euro für Unterrichtscontainer als Ausweichräume für mindestens zwei Jahre.

Dem gegenüber stehen die Kosten für den Abriss und Neubau. Sie wurden mit rund 11,41 Millionen Euro beziffert. Mangels konkreter Planung wurde ein Gebäude in der Größe des Bestands zugrunde gelegt. Die Kalkulation enthält Lüftung und Baunebenkosten, für die Ausstattung ist jedoch kein zusätzlicher Betrag angesetzt. Vor dem Abriss müssten die Schadstoffe entfernt werden: Dafür sind rund 868.000 Euro vorgesehen, für den Rückbau weitere 450.000 Euro.

Die Variante 3 der Betrachtung sieht vor, die Fassade zu erhalten und den dahinterliegenden Bau neu zu errichten. Die Schätzung beläuft sich auf rund 11,61 Millionen Euro. Die Außenwand müsste gesichert, andere Bauteile müssten händisch von ihr getrennt werden. Offen ist auch der Umgang mit dem Keller. Auf Nachfrage von Julia Gruben (CDU) erklärte Aust, dass eine Kellerverfüllung noch nicht eingerechnet sei. Dafür müsse zunächst feststehen, ob der Keller erhalten oder verfüllt werde.

Für die Sanierung weist die Präsentation rund 7,76 Millionen Euro als grundsätzlich förderfähig über den NRW-Infrastrukturansatz aus. Weitere 1,36 Millionen Euro fallen zunächst nicht darunter; andere Fördermöglichkeiten sollen bei Bedarf geprüft werden. Für einen Neubau seien ihr bislang keine Fördermöglichkeiten bekannt, erklärte Aust auf Nachfrage von Felix Brandt (CDU).

Angesichts der günstigeren Sanierung und der Förderperspektive sah Felix Brandt wenig Anlass für einen weiteren Austausch: Damit sei „für mich die Diskussion zu Ende“. Bürgermeister Axel Fuchs hielt dagegen: „Ob die Diskussion obsolet ist, entscheidet der Rat.“ Die Verwaltung habe mit der Gegenüberstellung zunächst mehr Transparenz geschaffen.

Clemens Schüssler (FDP) fragte nach der Förderquote, um die tatsächlichen Kosten für die Stadt besser beurteilen zu können. Im Ausschuss wurde die Förderung mit 100 Prozent angegeben. Auf welchen Kostenumfang sich diese Aussage bezieht und unter welchen Voraussetzungen Mittel verfügbar wären, blieb anhand der Unterlagen offen. Christoph Matzerath (CDU) hinterfragte zudem einzelne Kostensteigerungen; Aust sagte eine Prüfung zu.

Aus dem Publikum kam die Frage nach Bauzeit und Ausweichunterbringung. Die Verwaltung geht vorläufig von etwa zwei Jahren aus, verwies aber auf die noch fehlende konkrete Planung. Ausschussvorsitzender Heinz Frey (UWG JÜL) schlug vor, die Präsentation zunächst in den Fraktionen zu beraten und weitere Fragen beantworten zu lassen. Erst auf dieser Grundlage soll die weiterführende Diskussion geführt und anschließend die politische Entscheidung gefällt werden.

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