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Brainergy Forum als Raum für Kultur und neue Ideen

Es war ein spannender Wettstreit. Jetzt sind die Sieger gekürt. Der erste Platz im „hochbaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb“, mit dem der gelungenste Entwurf für das künftige „Brainergy Forum“ gefunden werden sollte, ging nach Düsseldorf und Köln. Bis zum 30. Oktober werden die ausgezeichneten Entwürfe im Kleinen Sitzungssaal des Neuen Rathauses ausgestellt.

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Entwurfs-Perspektive des 1. Preises zum Wettbewerb des Brainergy Forums in Jülich. Quelle: Stadt Jülich / Lorber Paul Architekten mit KRAFT.RAUM
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Nachdem die Stadthalle zu marode war, um weiter genutzt werden zu können, und gleichzeitig das Forschungszentrum mit der Idee um die Ecke kam, „mitten im Wald“ ein Kongresszentrum zu bauen, entstand in der Stadtverwaltung die Vision, „etwas Neues zu schaffen“, blickte Bürgermeister Axel Fuchs kurz zurück. Aus dieser Idee erwuchs die auf den ersten Blick einfache Aufgabenstellung ein „multifunktionales Bürger-, Veranstaltungs- und Kongresszentrum“ zu gestalten.

Elf Planungsbüros aus Berlin, München, Dresden und sogar Wien fühlten sich von der Ausschreibung angesprochen, denn: Simpel ist hier gar nichts. Vielmehr ganz im Gegenteil sahen sich die Planer einer „sehr herausfordernden Gemengelage aus Bodendenkmal, Baudenkmal und den städtebaulichen Gegebenheiten“ gegenüber, formulierte es Annette Paul, Geschäftsführerin des Kölner Architekturbüros Lorber Paul, das gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten des Düsseldorfer Büros Kraft.Raum den Siegerentwurf gestaltete.

Alle prämierten Entwürfe sind auch im Modell zu sehen. Foto: Britta Sylvester
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Aber „gerade die besondere Herausforderung, einen Ort zu schaffen, der eine urbane und eine parkartige Seite hat“, bestätigte Hanno Kreuder vom zweitplatzierten trint + kreuder d.na. Architekturbüro, „ist es, was so einen Wettbewerb reizvoll macht.“ Gemeinsam mit den Greenbox Landschaftsarchitekten haben sich in diesem Fall die Planer dafür entschieden, den Eingang des Forums Richtung Park und Bastion zu verlegen.

Axel Fuchs, Oskar von Wrede, Annette Paul, Henry Maria Wurster, Petra Dören-Delahaye und Karen Steffens (v.l.). Foto: Britta Sylvester

Im Entwurf von Lorber Paul und Kraft.Raum werden die Außenwände des denkmalgeschützten Altbaus zu Innenwänden des neuen Forums. Der Rest sei „eigentlich ganz einfach“, lächelt die Architektin: „Da kommt ein Dach drauf.“

Wie wenig einfach das ist, zeigt ein genauerer Blick auf das Modell. In der Draufsicht ist beispielsweise gut zu erkennen, wo ein schmales Lichtband geplant ist. Ebenfalls gut erkennbar sind die Bodenstrukturen, die Bäume und Wege in den anschließenden Park.

Dort soll das Bodendenkmal Eleonorenbastion zumindest in Teilen freigelegt und „punktartig erschlossen werden“, erläuterte Oskar von Wrede von Kraft.Raum. „Dabei“, betonte der Landschaftsarchitekt, „wird die bestehende Bepflanzung erhalten, und es wird neue Gehölze geben.“

Die bisherige Geländestruktur würde quasi nicht angetastet. Im Gebäude selbst sind Künstler- ebenso wie Seminarräume, ein großer Saal und eine Lounge, davor eine Caféterrasse mit Blick Richtung Park geplant.

„Es war sehr, sehr schwierig“, lachte Strukturwandelmanagerin Petra Dören-Delahaye und berichtet von „heißen Diskussionen“ auf dem Weg zur Entscheidungsfindung. Unbedingt einfacher wird es jetzt, da der Sieger gekürt ist, auch nicht werden. Denn die laienhafte Annahme, der Erste bekomme auch den Auftrag, ist nicht zwingend.

Im nächsten Schritt stünden nun die Verhandlungen mit den Preisträgern an – in der Reihenfolge auf dem Treppchen, erklärten Karen Steffens und Petra Dören-Delahaye. In den folgenden Gesprächen würden weitere Details geklärt, etwa zur konkreten Größe bestimmter Bereiche des Brainergy Forums und natürlich zu den Kosten. Sollten die Erstplatzierten den Wünschen der Jury nicht folgen können und wollen, würden Verhandlungen mit dem zweitplatzierten Büro aufgenommen.

Intensiver Austausch begleitete die Preisverleihung. Foto: Britta Sylvester

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einreichung des Förderantrags bei der Bezirksregierung. „Die Bezirksregierung muss den Antrag bewilligen, das Geld kommt aus dem Ministerium“, so Dören-Delahaye. Gemeint sei das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, kurz MHKBD, des Landes Nordrhein-Westfalen, ergänzt Karen Steffens.

Das Verfahren könne schlimmstenfalls bis zu einem Jahr Zeit in Anspruch nehmen. „Aber“, fügt die Strukturwandelmanagerin hinzu, „wir dürfen vorher schon weiterarbeiten.“ Konkret bedeutet das, dass zum Beispiel die vorgeschriebene artenschutzrechtliche Prüfung vorgenommen werden darf. Zwar müsse man hier in Vorleistung gehen, habe aber den Vorteil, dass bei Bewilligung der Förderung umgehend weitergearbeitet werden kann.

Bis zu 95 Prozent Förderung aus Ministeriumsmitteln für den Strukturwandel sind zu erwarten. Für den Bau des Brainergy Forums steht ein Gesamtvolumen von 21,5 Millionen Euro im Raum. Die konkrete Kostenberechnung, auf deren Grundlage der Förderantrag gestellt wird, wird erst im weiteren Verfahren im Rahmen der Entwurfsplanung erarbeitet.

Zu den Bedingungen, Hintergründen und damit verbundenen Herausforderungen geförderter Projekte hatte der HERZOG im August mit den Strukturwandelmanagerinnen der Stadt ein Gespräch geführt.

Einen ersten studentischen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Brainergy Forums hatte die Stadt Anfang 2024 ausgelobt. Zum ersten Mal im Gespräch war das multifunktionale Zentrum aber bereits 2020 als eines von drei Zukunftsprojekten.

Die Ausstellung der preisgekrönten Entwürfe kann im Kleinen Sitzungssaal bis zum 30. Oktober zu den Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden: Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr, Donnerstag zusätzlich von 14 bis 18 Uhr.


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